Fundbüro | Albrecht G. Fischer - Next Light




  » Die Zeit wird kommen, in der wir uns wundern werden,
dass wir so Offenbares nicht gesehen haben. «
Lucius Annaeus Seneca   
 


Albrecht G. Fischer
Next Light – Nächstes Bild

Veröffentlichungen, Fundstellen & Spuren     1953 - 2008

» Next Light « – den Zuhörern der Vorlesung Werkstoffe der Elektrotechnik I & II aus den Jahren 1973-1993
dürfte die Aufforderung von Albrecht George Fischer an seinen Assistenten, das nächste Bild an dem Dia-
Projektor einzublenden, noch in den Ohren klingen. ...

An der Universität Dortmund – und wahrscheinlich nicht nur dort – kursierten während meiner Studienzeit
drei unumstößliche » Paradigmen «: 1) Die blaue LED wird es nicht geben. 2) Der Flachbildschirm ist un-
möglich. 3) Kernfusionsreaktor für den Hausgebrauch: utopische Träumerei. Alle drei » Paradigmen « hin-
gen in Dortmund mit dem Namen Albrecht Georg Fischer (Arbeitsgebiet Optoelektronik) zusammen, und
sie beschrieben abwertend, wovon Fischer dennoch Zeit seines Lebens immer überzeugt war und woran
er arbeitete: Licht, TFT-Anzeigen und sichere Energie für Jedermann. Fischer lebte konsequent einen der
Leitsätze seines ehemaligen Arbeitgebers RCA Laboratories » Anything that the human mind can conceive
can ultimately be produced « [ Lyons1966: 302 ] aus. Es ist alles nur eine Frage der Zeit, oder, wenn man
so will, der Beharrlichkeit [ Kilbon1964: 7 ].

Das Leben von Fischer nahm bereits zu meiner Studienzeit tragische Züge an, tragisch, weil er unermüdlich
gegen diese Paradigmen, gegen unbegründete Vorbehalte in seinen Fachgebieten, ankämpfte. Er scheute
sich nicht, deutlich Position zu beziehen oder Dinge kritiklos einfach hinzunehmen. Gerade das war es, was
ihm bei den Studenten Sympathien einbrachte: Er nahm sich die Freiheit, sich seine Integrität zu bewahren.
Eine Freiheit, in der er nicht gezwungen war, um seine Stellung zu bewahren oder um auch nur finanzielle
Mittel bewilligt zu bekommen, seine Integrität aufzugeben [ Feynman1974 ].

Und genau das war es, was ihn bei seinen Auftraggebern aus Industrie und öffentlichen Einrichtungen, nicht
zuletzt bei seinen Mitmenschen, den Ruf » schwer umgänglich zu sein « einbrachte, dabei war auch das nur
Ausdruck seiner Unabhängigkeit und Kreativität. So sind sie eben, die » creative individuals « – sehr treffend
beschrieben bei [ Lojek2007: 5 ]. Was Fischer seinen Studenten in den Vorlesungen auch über den Lehrstoff
hinaus mitzugeben versuchte, war immer authentisch.

Nach Ende des Studiums erwarb ich für meine Firma die ersten aufkommenden superhellen blauen LEDs von
einer, auf dem Halbleitermarkt völlig unbekannten Firma: Nichia Chemicals. Der Flachbildschirm vertrieb kurz
darauf den Röhrenmonitor von meinem Schreibtisch. Im Jahr 2008 erinnerte ich mich an Fischer, ich wollte ihm
nach all den, für ihn bitteren Jahren, meine Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen. Ich wollte ihm
das Gefühl zurückgeben, letztendlich doch die richtigen Dinge – trotz allem Widerstand, trotz allem Unbill – ge-
tan und auf den Weg gebracht zu haben. ... » Sagen wir: es war eine Geste der Zuneigung. Oder, wenn man so
will, ein Akt der Befreiung von uralten Obsessionen. « ...

Ich habe daraufhin Fischer in den Jahren 2009 bis 2012 mehrere Male besucht. Als ich ihm bei meinem ersten
Besuch den Fotoband [ Magoun2003 ] zeigte, gab es ein "großes Wiedersehen" mit RCA, den Gebäuden, den
Räumen und mit vielen bekannten Gesichtern. Unsere Unterhaltungen hielten seine Erinnerung an eine bewe-
gende Vergangenheit wach. Sich erinnern heißt, sich auf Spurensuche zu begeben. » Our memories are selec-
tive; they delete some events and magnify others. Just the simple act of recalling the past affects the recollection
of what happened. « [ Dyson2007: 3 ] [ Kirpal2005: 65 ] [ Klein2011: 136 ]. Fischer entschuldigte sich mir gegen-
über häufig, es » eigentlich besser [ Anmerkung: klarer ] wissen zu müssen «, denn vielfach verschwammen
seine Erinnerungen an Orte und Zeiten, weniger an die beteiligten Personen. Ihm war sein Zustand bewußt
und unangenehm: er haderte mit sich und seiner altersbedingten Schwäche.

Ich habe versucht, seine Erinnerungen zeitlich und inhaltlich richtig einzuordnen. Zum besseren Verständnis
habe ich zu der einen oder anderen » Spur « einen zeitlichen Kontext hergestellt und Belege gesammelt,
denn » man sollte [...] niemals versuchen, die Vergangenheit ausgehend von nur einer einzigen Quelle zu re-
konstruieren. « Die größte Hürde ist dabei, daß es keine absolute Objektivität bei der Beschreibung vergange-
ner Ereignisse gibt [ Lojek2007: 9 ].

Das ist die Lebensgeschichte vom Suchen, Forschen und Finden. Und es ist die Geschichte vom Scheitern.
Und in der Konsequenz, nach vielen Rückschlägen, auch die Geschichte vom Aufgeben. Eine ganze Menge
(für ein) Leben findet darin Platz.

Die hier aufgeführten Zitate reflektieren Spuren, die einige seiner Veröffentlichungen hinterließen. Die Zitate
sind teils dem Script entnommen, teils stammen sie von Autoren und Zeitzeugen, die einen Blick auf die Ent-
wicklung in dem jeweiligen Gebiet werfen. Zitate sind wörtlich übernommen und unter Angabe der Fundstelle
mit » ... « gekennzeichnet. Verweise – auch in Zitaten – sind durchgängig auf die hier aufgeführte Nummerie-
rung seiner Veröffentlichungen abgestimmt.

Die Script-Seitenangaben beziehen sich auf die Vorlesung "Werkstoffe der Elektrotechnik I & II", die Fischer
im Wintersemester 1986/1987 und Sommersemester 1987 an der Universität Dortmund (heute TU) gehalten
hat. Diese Zusammenstellung ist » work in progress «: Soweit möglich sind die Veröffentlichungen nach Ein-
gangsdatum und nicht nach Datum der Veröffentlichung eingereiht. Gleichlautende Patentanmeldungen in
unterschiedlichen Ländern sind zusammengefasst, wobei der Erst-Anmeldetag ausschlaggebend ist. Die
kommentierten Zeitmarken seiner Vita sind zum Teil [164] entnommen.

Ein Wort zum Copyright: Für die Zitate liegt dieses bei den jeweiligen Verfassern respektive bei den Verlagen.
Die Slides zu einigen von ihm gehaltenen Vorträgen als auch die Liste der RCA- und Westinghouse-Patent-
vorschläge [PDxx] sind mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden.
Mein Anteil beschränkt sich somit lediglich auf diese Zusammenstellung, die den roten Faden sichbar macht,
der sich durch seine Arbeiten zieht. Von der Elektrolumineszenz der Halbleiterphosphore hin zu large-area
thin-film-electronics on monolithic glass panels oder mit den Worten von Albrecht Fischer: My life for flat
display research.

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Ein paar lose Anmerkungen vorab:

Geboren als Georg Albrecht Fischer hatte er schnell den zweiten Vornamen vorangestellt. » Es gab so
viele Leute mit dem Namen Georg Fischer. « So wurde der zweite Vorname zum Rufname. Nach seiner
Übersiedlung nach Amerika wurde aus Albrecht um 1966 Albert. » Albrecht war für die Amerikaner ein
absoluter Zungenbrecher. « Zudem schätzte er Albert Rose bei RCA sehr. So wurde aus Albrecht G.
Fischer Albert (kurz Al) G. Fischer, wobei die deutsche Schreibweise des Nachnamens -unfreiwillig- hin
und wieder zu Fisher verkürzt wurde. Zurück in Deutschland wurde der Vorname Albert in den deutschen
Paß übernommen, in der Folge jedoch wieder amtlich in Albrecht abgeändert. Für Publikationen und
Patente in Amerika galt jedoch weiterhin Albert, da er meines Wissens nach seine, 1964 angenommene
amerikanische Staatsbürgerschaft nie zurückgegeben hat. Zuletzt hat er den zweiten Vornamen wieder
zum ersten gewählt und heißt wieder Georg Albrecht Fischer: » ... so schließt sich der Kreis. « Er selbst
hat diese Namensvielfalt mit der Abkürzung A. G. Fischer zu überdecken versucht.


Seine launigen Anmerkungen zu Murphy's Gesetzen und dem Peter-Prinzip sorgten in den Vorlesungen
und in seinen » Meine persönliche Meinung « für heitere Momente. Ich stellte erst später fest, daß es
tatsächlich um nichts anderes geht: Managing Murphy's Law unter dem Peter-Prinzip [ Peter1969 ]
[ Peter1985 ] [91]ff [160] [ Scriptum 1.64 ].


Fischer stellte sich zu Beginn eines jeden Wintersemesters seinen Erstsemester-Studenten vor:

» Hiermit möchte ich mich Ihnen vorstellen: Ich wurde 1928 in Ilmenau (Thüringen) geboren und wuchs
mitten in einer Glashütte (chem.-techn. Hohlglas, Röhren, Kapillaren, Leuchtröhren) auf, was meine Berufs-
wahl bestimmte. [ 1947 Abitur auf der Goetheschule, danach für ein Jahr Praktikant auf allen Stationen des
Glaswerks Gustav Fischer. ] Nach [ erfolglosen Bewerbungen an den Universitäten Jena und Greifswald
sowie 1948 ] Vertreibung in den Westen studierte ich als Werkstudent Physik und Chemie [ bis zum Vor-
diplom ] in Mainz und [ danach weiter in ] Gießen [...] «

[ Scriptum 0.7 | Mitteilung 12.11.2009 | [164] p. 138 ]

» Mein Vater nahm mich häufig schon früh morgens mit: Noch bevor die Glasbläser kamen, haben wir ein
Stück aus der Schmelze untersucht. Die Eindrücke und das Herumhantieren mit den Apparaten und
Geräten haben mich geprägt. «


Fischer fügte dem Scriptkapitel » Gläser « ein Patent seines Vaters Hellmuth Fischer für das Glaswerk
Gustav Fischer - kurz GGF - aus dem Jahr 1932 bei: Verfahren zur Verstärkung der Luminescenz anor-
ganischen Glases (DE607090). Die Leuchtmechanismen waren zu dem Zeitpunkt noch nicht schlüssig
geklärt. In der Fischerhütte wurde das Einbetten und die Zusammensetzung des Lumineszenzträgers - hier
ZnS:Mn - in Glas in Richtung hoher Lichtausbeute empirisch optimiert. Dazu wurde das Glas wiederholt
angelassen, das heißt, um den Transformationspunkt wiedererwärmt und wiederholt abgekühlt [ Scrip-
tum 7.20; 7.28 ]. Dieses Verfahren wurde bei der Herstellung von Lumophor-Röhren eingesetzt, » in
denen das UV-Licht einer Niederdruck-Quecksilberdampf-Gasentladung die Glaswand zur Lumineszenz
im sichtbaren Spektralbereich anregte, eine Weltneuheit, die für farbige Leuchtreklame verwendet wurde «
[ [164] p. 69 ]. Die Weiterentwicklung der Leuchtstoffe führte schließlich zur weltweit ersten weiß leuchten-
den Leuchtstoffröhre, die von 1936 bis 1939 im Glaswerk Gustav Fischer in großer Stückzahl hergestellt
wurden [165].

» [...] In 1935 "Lumophor" tubing was introduced to the United States by the Claude companies. In this
tubing a fluorescent material was incorporated as an integral part of the glass walls of the tubing. A wide
variety of colors was made available, including a yellow green, blue, gold, and a few shades of white.
This development was important because it increased the efficiency of certain colors and introduced
others heretofore not available from any type of gaseous tubes. Green tubes were produced which were
600 per cent more efficient than nonfluorescent tubes.
These new tubes found wide use in the sign industry and the white tubes were used to some extent in
interior decoration. A typical example of the use of this type of white fluorescent tubing is found in the
illumination of the glass dance floor. [...] «

[ J. A. McDermott - High-Voltage Gaseous and Fluorescent Tubes for Advertising and Architectural
Lighting Effects (1938) p. 758
]


Exkurs: Manfred von Ardenne, die Kathodenstrahlröhre und das Glaswerk Gustav Fischer

Manfred von Ardenne machte sich die technisch-wissenschaftliche Ausrichtung des Glaswerks zunutze:
Er ließ dort Versuchs-Fernsehröhrenkolben nach eigenen Plänen fertigen ( [164] p. 69 | laut Veranstal-
tungshinweis Tag des offenen Denkmals 2009 wurden im Glaswerk Gustav Fischer derartige Versuchs-
röhren in der Zeit von 1928 bis 1934 gefertigt ). » Der kam mit seiner [ ersten ] Frau [ Dorothea ] in einem
Mercedes-Sportwagen vorgefahren und musste bis zum Abendessen bleiben « [ Mitteilung 12.11.2009 ].
In » Mein Leben für Forschung und Fortschritt « trägt Manfred von Ardenne einige Erinnerungen rund
um die Geburtsstunde des elektronischen Fernsehens zusammen, bei denen diese Versuchsröhren
eine Rolle gespielt haben dürften. Zudem pflegte von Ardenne ein besonderes Verhältnis zu seinem
Mercedes-Sportwagen, den er nur dann fuhr, wenn viel Geld in der Kasse war [ Ardenne1986: 95ff, 108f ].



1936 fasste Hellmuth Fischer die » Lichttechnische Berechnungen
und Messungen an Lumophor-Gläsern « in einem Datenbuch für
die Kunden zusammen (55 Seiten).

Ebenso in Englisch erschienen unter dem Titel » Technical Light
Calculations and Measurements on Lumophor-Glass «.
 

Zur Geschichte des » Glaswerk Gustav Fischer « siehe [164]. Weitere Spuren neben den Patenten:
[ Gustav Richard Fischer (Wikipedia) ]
[ Carl Woytacek - Lehrbuch der Glasbläserei - Springer Verlag, Berlin (1932) pp. 7-18 ]
[ W. Heuse - Quecksilberthermometer Präzisionsmessungen - Archiv für technisches Messen (Oktober 1943) ]
[ Caperton B. Horsley - The X-Ray Industry in Germany (11. August 1945) p. 11 ]
[ C. A. Anderson et al - Photosurfaces - A Report on German Developments of Photocells,
Electron Multipliers, Television Pick-Up Tubes (unsicher 1947) p. 5, 7
]
[ Alte Glasarten - Zusammenstellung von Roland Zain - Suche: Fischer ]
[ Arne Martius - Zwangsarbeiter in Ilmenau - Escher Verlag, Gehren (2004) pp. 76-79 ]


Exkurs: Fliegen

Fischers Leidenschaft war das Fliegen: Sein Vater Hellmuth Fischer nahm den 10jährigen Albrecht mit auf
einen Flug von (unsicher) Erfurt nach Berlin Tempelhof. Die Erlebnisse beim Flug mit der JU52 haben ihn
zeitlebens geprägt [ Mitteilung 12.11.2009 ]. Anfangs experimentierte er mit zum Teil ferngesteuerten Flug-
modellen, später stieg er mit Drachen, motorgetriebenen Drachen, Gyrokoptern und schließlich auch mit
einer Cesna in die Lüfte auf. Der Sport war nicht ungefährlich: mehrmals stürzte er ab. Seine Patente und
Veröffentlichungen dazu sind mit [Fxx] nummeriert. Diese Fundstellen sind nicht in dem PDF-Dokument
seiner Veröffentlichungen enthalten. Einige Hinweise zur Fliegerei finden sich in [51] [85] und letztlich auch
in dem LCD-Kontrakt [87], der mit dem U. S. Air Force WPAFB Avionics Laboratory (sic!) geschlossen wurde.


Ursprünglich zog es Fischer 1948 nach Göttingen zur Georgia-Augusta-Universität an den Lehrstuhl für
Experimentalphysik. Robert Wichard Pohl begründete dort bereits um 1920 einen neuen Forschungszweig
zur Festkörperphysik, der eher notgedrungen aus einem nicht realisierbarem Forschungsprogramm zur
Atomphysik entsprang. Pohl gilt heute als einer der Begründer der Festkörperphysik, der wesentliche Im-
pulse zum Verständnis von elektrischen Leitungsvorgängen in Kristallen und Halbleitern gab [ Queisser1987:
67, 344 ].

Pohl stellte schnell fest, das vor allem die Verunreinigungen in einem Kristall das elektrische Verhalten
bestimmen. » "Farbzentren" nannte Pohl diese Störungen, die später künstlich erzeugt wurden; den Vor-
gang nennt man heute "Dotierung" « [ Achilles1996: 140 ]. So hatten Gudden und Pohl bereits 1920 das
plötzliche Aufleuchten eines lumineszenzfähigen Leuchtstoffs (z.B. ZnS, ein II-VI-Halbleiter) beim Anlegen
oder Abschalten eines äußeren elektrischen Feldes beobachtet (Gudden-Pohl-Effekt). Pohl wagte 1933
die Prognose, daß in Zukunft die Röhren in den Radio-Empfängern durch Halbleiter ersetzt werden, vor-
ausgesetzt es gelänge, die Elektronenbewegung zu kontrollieren. 1938 baute Pohl zusammen mit Rudolf
Hilsch den ersten Festkörper-Verstärker aus Kaliumbromid als Halbleitermaterial [ Queisser1987: 76 ].

Pohls experimentell-wissenschaftlichen Arbeiten behandelten überwiegend das Grenzgebiet von Elektrizität
und Optik [ Pohl2013: 30 ]. Genau das mag Fischer dazu bewogen haben, sich in Göttingen immatrikulieren
zu wollen: Die Frage nach den Leuchtmechanismen des, in Glas dispergierten ZnS:Mn-Pulvers war immer
noch ungeklärt. Sein Vater hatte das Verfahren rein empirisch in den GGF-Leuchtröhren zur Anwendungs-
reife gebracht. Fischer hatte sich wissbegierig schon vor seiner Bewerbung in Göttingen Pohls dreibändiges
Standardwerk » Einführung in die Physik « zugelegt (Elektrizitätslehre (1927) - Mechanik, Akustik und Wär-
melehre (1939) - Optik und Atomphysik (1940)).

Pohl püfte Fischer mündlich zur Aufnahme an der Universität Göttingen, nahm ihn aber nicht an.

Dennoch scheint Pohls Einfluß auf Fischer unübersehbar: » Pohl neigte dazu, als Konzession an die Anschau-
lichkeit die Probleme gelegentlich unzulässig zu vereinfachen und ihre mathematische Beschreibung zu ver-
nachlässigen « [ Achilles1996: 138 ]. So zierte der lateinische Satz "Simplex sigillum veri" (Das Einfache ist
Merkmal des Wahren) den Hörsaal von Pohl. Pohl ist auch für den Spruch "Theorien kommen und gehen, aber
die Tatsachen bleiben." bekannt. Fischer über seine Werkstoff-Vorlesung: » Diese Vorlesung bringt ihnen die
Quintessenz der Physik, Chemie, Metallurgie in Hinblick auf ihre praktische Nutzbarkeit [...], wobei größtmög-
liche Anschaulichkeit und Leichtverständlichkeit angestrebt wurde. [...] Wie der Name sagt, ist dies eine "Stoff"-
Vorlesung, im Gegensatz zu einer deduktiven Mathematik-Vorlesung. Es gibt also Details en masse. [...] «
[ Script 0.7 | 0.10 ]


1948      Oktober - Johannes Gutenberg-Universität Mainz [ Vorlesungsverzeichnis WiSe 1948/1949 p. 19 ]

Fischer nahm daraufhin das Studium der » Physik chemischer Richtung « im Oktober 1948 an der
neu gegründeten Johannes Gutenberg-Universität in Mainz auf. Fritz Straßmann betreute dort unter
anderem die Anorganischen Praktika. Rückblickend wertete Fischer diese Praktika als sehr lehr- und
hilfreich: Bei seinem späteren Arbeitgeber RCA konnte er viel davon nutzen.

» Experimentalphysik bei Prof. [ Hans ] Klumb war leicht. Organische Chemie bei Prof. [ Werner ]
Kern war eine Freude. [...] Mathe bei Prof. [ Hans ] Rohrbach war der Beginn einer schier endlosen
Quälerei. [...] Die Organische, Anorganische und Physikalische Chemie, und die zugehörigen Prak-
tika, machten mir Spaß, letztere bei Fritz Straßmann. [...] Ich habe seine Unterschriften in meinem
Studienbuch. [...] Als besonders gut habe ich die Vorlesungen von Prof. [ Gerhard ] Klages über
Atomphysik in Erinnerung. «

Fischer wechselte nach Abschluß des Grundstudiums von Mainz nach Gießen:

1952      Physikalischen Institut der Justus Liebig-Universität Gießen [ Vorlesungsverzeichnis SoSe 1952 p. 11 ]

Wilhelm Hanle (Experimentalphysik) betreute Albrecht Fischer am Physikalischen Institut in Gießen.
Hanle war von 1951 bis mindestens 1962 Berater der Zeitschrift » Physikalische Blätter « (siehe [3]
[19] [40]), ab 1960 Herausgeber der Zeitschrift » Kerntechnik « (siehe [117]). Albert Schmillen zählte
zu Hanles wissenschaftlichen Assistenten.

» Theoretische Physik bei Prof. [ Werner ] Döring war schwer. « Anmerkung: Werner Döring arbeitete
zusammen mit Richard Becker in den 30er Jahren an der Theorie des Ferromagnetismus.

Es gab zwischen Hanle und seinem späteren Doktoranden Fischer nur wenige Gemeinsamkeiten
in der Forschung und daher kaum Berührungspunkte.

Beide zitieren einander nicht: Fischer begnügte sich in seinen Veröffentlichungen aus dem
physikalischen Institut der Universität Gießen mit Dankesworten an seinen Doktorvater.
Hanle meldete einzig ein Patent [11] seines Doktoranten Fischer an. Fischer meldete darauf-
hin weitere Patente nur noch privat unter einer anderen Adresse an.

Hanles Arbeiten auf dem Gebiet der Lumineszenz betrafen allgemein Energieübertragungsvor-
gänge, zum Beispiel bedingt durch energiereiche Strahlung. Praktische Anwendung fanden
diese Forschungen in Szintillationszählern. Fischer untersuchte die Elektrolumineszenz in Halb-
leitern durch Elektron-Loch-Rekombination. Er musste dafür zunächst geeignete Halbleiter
herstellen, um anschließend daran Lumineszenzversuche und -untersuchungen durchführen
zu können.

Bereits Robert Wichard Pohl (s.o.) bemerkte: » [...] nun sind unsere Phosphore feinkristalline
Pulver, daran vernünftige elektrische und optische Untersuchungen zu machen, ist eine faule
Sache, wir müssen Kristalle haben [...] « [ Pohl2013: 6 ] [ Queisser1987: 67 ]. Genau daran
versuchte sich auch Fischer.


Exkurs: William Shockley, Electronic Age & Silicon Valley

Fischer las das 1950 erschienene Buch » Electrons and Holes in Semiconductors « von William
Shockley » bis in die Nächte mit heißen Ohren. « Das Buch war » a bible to a generation of re-
searchers and academicians « [ Moll1995: 313-314 ] » a classic of twentieth century science
texts. In 551 pages [...] Shockley captured everything then known about semiconductors, even
pushing the knowledge about five years into the future with detailed description of the junction
transistor concept. Almost every electrical engineering class in the Englisch-speaking world and
most solid state physics classes used it either as a text or at least as a reference book. [...] the first
textbook of the electronic age « [ Shurkin2008: 121-122 ] [ Queisser1987: 130, 345 ].

Shockleys Arbeiten markieren das Ende der Röhren-Elektronik und den Beginn der Halbleiter-
Elektronik. Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre kannten viele Haushalte das Wort Elektronik
nur im Zusammenhang mit Röhren: Es stand gleichbedeutend für das Radio - oder ganz allge-
mein für die Verstärkung (das Hörbarmachen) schwacher Audio-Signale von Antenne oder
Schallplatte. Die Fernseh- und die Tonbandtechnik kamen gerade erst auf, röhrenbestückte
Elektronenrechner waren in erster Linie nur von akademischen Interesse. Das Fernsehen
wurde in Deutschland erst 1954 durch die Live-Übertragung der Fußballweltmeisterschaft
richtig populär.

Die Radio Corporation of America (RCA) dokumentierte den Übergang vom Radio hin zur Elek-
tronik auf ihre Weise: Der Titel des langjährig quartalsweise erscheinenden Hausmagazins
» Radio Age « (Research · Manufacturing · Communications · Broadcasting) mit Berichten über
RCA Neuigkeiten (Services and Activities) wechselte im Oktober 1957 in » Electronic Age «. Aus
Radio Science wurde Electronic Science, aus Radio Brain wurde Electronic Brain. 1963 ging der
amerikanische Berufsverband » Institute of Radio Engineers « (IRE) in dem heute weltweit tätigen
» Institute of Electrical and Electronics Engineers « (IEEE) auf.

Shockley's Ehrgeiz, neben seinem wissenschaftlichen Erfolg auch wirtschaftlich damit erfolgreich
zu sein, führte ihn von den Bell-Laboratorien in Murray Hill - New Jersey an der Ostküste Amerikas
hin zur Westküste nach Kalifornien in den kleinen Ort Palo Alto, wo die Stanford Universität auf
ihrem eigenen Universitätsgelände seit 1951 verstärkt für ihren Stanford Industrial Park warb ‐
ein innovativer Forschungs- und Industriepark für private Unternehmen, die aus studentischen
Ideen marktfähige Produkte nach dem Vorbild der Firma »HP« Bill Hewlett und David Packard
entwickeln sollten ‐ und der dank Shockley's Engagement später zur Keimzelle des Silicon Valley
werden sollte.

Im September 1955 (Offizielle Bekanntgabe erfolgte am 14.02.1956) gründete Shockley dort in
Mountain View das » Shockley Semiconductor Laboratory «, finanziell abgesichert als Abteilung
des Laborgerätehersteller Beckman Instruments [ Queisser1987: 157 ] [ Shurkin2008: 146, 168 ].
In Shockley's Labor arbeitete eine Projektgruppe an der – nach Shockley benannten – 4-Layer-
Diode (unter militärischen Kontrakten) und eine zweite Projektgruppe intern an dem Junction Field
Effect Transistor (JFET); entgegen allgemeiner Auffassung wurde dort nicht an Mesa-Transistoren
gearbeitet [ Lojek2007: 80, 81 ].

Doch zwischen Shockley's wissenschaftlichem Ruhm (Nobelpreis 1956 - Nominierung 01.11.1956 -
Verleihung 10.12.1956) und sich anbahnendem wirtschaftlichen Ruin (01.10.1957 Gründung von
Fairchild Semiconductor durch acht seiner Mitarbeiter » The Traitorous Eight «: Gordon Moore,
Sheldon Roberts, Eugene Kleiner, Robert Noyce, Victor Grinich, Julius Blank, Jean Hoerni und Jay
Last, die zwei Wochen zuvor am 18.09.1957 ihren Job bei Shockley kündigten – erste Dissonan-
zen gab es bereits Anfang 1957) lag noch nicht einmal ein Jahr [ Lojek2007: 74ff ] [ Shurkin2008:
174, 181 ] .

Moore: siehe [83]

 
  Shockley's Optimismus, den er noch zum Ende seines Nobelpreis-Vortrags voller Zuversicht for-
mulierte: » Ich hoffe, daß ich durch mein neues Unternehmen in Californien zur Erfüllung dieser
Voraussagen [ Anmerkung: aus seinem Buch s.o. ] beitragen kann, « zerstob innerhalb kurzer
Zeit an einer selbstgeschaffenen Realität, die er durch seinen unvermögenden Führungsstil
unter seinen Mitarbeitern regelrecht provozierte. Shockley brachte dennoch einige der kreativ-
sten Köpfe für sein Vorhaben zusammen, und diese sammelten bei ihm die ersten praktischen
Erfahrungen mit großtechnisch einsetzbaren Siliziumhalbleiter-Basistechnologien [ Shurkin-
2008: 169 ] [ Queisser1987: 170 ] [ Michael Riordan - From Bell Labs to Silicon Valley: A Saga
of Semiconductor Technology Transfer, 1955-61 (2007) pp. 36-41
].

Shockley: siehe [15]


Randbemerkung:

Am 30. Juni 1948 fand in dem West Street Auditorium der Bell Laboratorion in New York eine
Pressekonferenz zur Erfindung des Transistors statt. Die Zeit war reif für diese Entwicklung:
Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz produzierte die » Compagnie des Freins et Signaux (CFS)
Westinghouse « unter der Leitung von Heinrich Welker (Kristallzucht) und Herbert Mataré (Her-
stellungstechnik) in der Nähe von Paris bereits die ersten praktisch einsetzbaren – von ihnen
als » Transistron « bezeichneten – Halbleiterverstärker für das französische Postwesen – und
das auch ohne die letzten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den Bell Laboratorien. Die
französische Regierung ließ das Projekt jedoch unbeachtet 1951 auslaufen und investierte ab
da an verstärkt in die Atomenergie-Forschung – Deutschland tat es Frankreich später gleich
(Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft 25. März 1957). Heinrich Welker ging nach
Siemens Erlangen. Herbert Mataré gründete 1952 in Düsseldorf die Firma Intermetall, die be-
reits ab 1953 Germanium-Dioden und -Transistoren herstellte [ Handel1999: 117ff, 190 ]
[ VanDormael2014 ].

Welker: siehe [4]
1953  

  1935 untersuchte der französische Physiker Georges Destriau an der Université de Paris das
Aufleuchten von Zinksulfid ZnS:Cu, angeregt durch ein elektrisches Wechselfeld [ Georges
Destriau – Recherches sur les scintillations des sulfures de zinc aux rayons - Journal de Che-
mie Physique Vol. 33 (1936) pp. 587-625 ]. Zinksulfid wurde im Labor Curie von jeher als » ad
hoc « Nachweis von Radioaktivität – energetischer Strahlung – eingesetzt. Aus der Notwendig-
keit heraus, Strahlungsdosen messtechnisch genauer zu erfassen, entwickelte sich an der
» Faculté des Sciences de Paris « ein Forschungszweig rund um Phosphore: das » Labora-
toire de luminescence «.

Maurice Curie (siehe auch Juli 1956) bezeichnete Destriau's Arbeiten als » pure electrolumines-
cence « im Gegensatz zur Elektrophotolumineszenz, die erst durch Stimulation von Photonen ein-
setzt. Curie führte so als erster den Begriff der » Elektrolumineszenz « in die wissenschaftliche
Literatur ein [ Tannas1985: 240 ].

Der sogenannte Destriau-Effekt war – wie so viele andere Entdeckungen auch – zunächst nur
eine Laboratoriums-Kuriosität. In Amerika nahm man erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs um
1946 Notiz von dem Effekt. Ab 1950 fand der Destriau-Effekt verstärkt das Interesse von Material-
wissenschaftlern und erste Erklärungsansätze machten die Runde.


Fischer lieferte, angeregt durch die praktischen Arbeiten seines Vaters an lumineszensfähigen Glä-
sern (siehe oben), einen Erklärungsansatz zur Elektrolumineszenz von ZnS:Cu und ähnlich aufge-
bauter Halbleiterphosphore als » Stoß-Ionisations-Elektrolumineszenz in sperrgepolten Schottky-
Randschichten « und erklärte dies anhand des Bändermodells in seiner ersten Journal-Veröffent-
lichung als Student unter der Rubrik Notitzen der Zeitschrift für Naturforschung A (Physik):
[1]     Albrecht Fischer
Zur Elektrolumineszenz der Halbleiterphosphore

Zeitschrift für Naturforschung 8a, pp. 756-757 (1953)
Eingegangen am 12. Oktober 1953

[ Publication (PDF) | Scriptum 12.18 ]
1954  

[2] Albrecht Fischer
Dünne Halbleiterschichten auf Glas

Zeitschrift für Naturforschung 9a, pp. 508-511 (1954)
Eingegangen am 26. März 1954

[ Publication (PDF) | Scriptum 12.26 ]


Laut den Technical Translations Volume 7, herausgegeben vom U.S. Dept. of Commerce, National
Bureau of Standards, Institute for Applied Technology ebenso ins Englische übersetzt: "Thin Semi-
conducting Films on Glass" (p. 564ff). (siehe auch Research for low-application-temperature, elec-
trically conducting, transparent coatings for aircraft windshields and related components (March
1956) p. 48, 55
)


Die Untersuchung der » Dünnen Halbleiterschichten auf Glas « wurden im Hinblick auf Herstellungs-
verfahren, Umweltbeständigkeit, Durchsichtigkeit und Leitfähigkeit durchgeführt. Die Ergebnisse zur
Leitfähigkeit derartiger Schichten legten eine Nutzung als Widerstand nahe (siehe weiterführend
[12] [13] [14]), da » [...] durch geeignete Dotierung [...] der Temperaturkoeffizient über beträchtliche
Temperaturbereiche zu null gemacht werden [ kann ]. [...] « [2] p. 510.
[3] A. Fischer
Deutung des Destriau-Effektes

Physikertagung in Stuttgart (30. April - 02. Mai 1954)
Physikalische Gesellschaft Hessen-Mittelrhein
Physikalische Gesellschaft Würtemberg-Baden-Pfalz
Vorgetragen am 30. April 1954

in: Physikalische Verhandlungen, Vol. 5, p. 64
Ernst Brüche (Hrsg.)
Physik Verlag; Mosbach, Baden; 1954

[ angeführt in: [15] [59] | Scriptum 12.18 ]


Unter der Reihe »Physikalische Verhandlungen« wurden Autorenreferate und Tagungsberichte aus
den verschiedenen Deutschen Physikalischen Gesellschaften als kurze Zusammenfassung veröffent-
licht. Die »Physikalische Verhandlungen« sind ein Beiheft zu der Zeitschrift »Physikalische Blätter«.
[4] Albrecht Fischer
Leuchtstoffe für Elektrolumineszenzlampen

Deutsches Patent DE970869
Patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 29. September 1954 an
Patentanmeldung bekanntgemacht am 11. Oktober 1956
Patenterteilung bekanntgemacht am 23. Oktober 1958

[ Publication | Scriptum 14.02 ]


» Die Bedeutung der III-V-Verbindungen als Halbleiter wurde zuerst von H. Welker bei Siemens 1953
erkannt. In dieser Zeit war man jedoch noch vollauf mit Germanium-Entwicklungen beschäftigt, und
die Silizium-Welle begann gerade, so daß man den Wert der III-V-Verbindungen nicht voll erkannte
und die meisten Gelegenheiten verpaßte. Alle bedeutenden Fortschritte auf diesem Gebiet kommen
seitdem aus Amerika und werden in Deutschland in Lizenz nachgeahmt. Die wichtigste Anwendung
der III-V-Verbindungen liegt heute in den LEDs (Light-Emitting Diodes). [...]

Als Student meldete ich 1954 das erste Patent der Welt über Elektrolumineszenz-Lichterzeugung in
kristallinen III-V-Verbindungen an [...], verteidigte meine Erfindung selbst [ gegen die Patentansprüche
von Siemens ]. Ich war mir der vollen Bedeutung bewußt, mußte das Patent jedoch 1957 wegen
drückender Armut für DM 3000,- an Osram verkaufen. Osram versäumte, das Patent auch in USA
anzumelden und verpaßte so die Chance, in USA Lizenzgebühren zu erheben. Denn dort sind die
LEDs seit ca. 1967 eine veritable Industrie. Nach 17 Jahren erlosch das Patent. [...]

Heute zahlt Deutschland, früher das Land der Erfinder genannt, Milliarden von Lizenzgebühren nach
USA und nimmt nur sehr geringe Lizenzgebühren aus USA ein. Dies ist die neue, selbstverschuldete
Form des Kolonialismus! Deshalb betrachte ich es als die vornehmste Pflicht eines jeden Lehrers,
die Kreativität der Studenten zu ermutigen und zu stärken. «

[ Scriptum 14.01 ]

Anmerkung: Die in dem Patent als Anmelder genannte » Patent-Treuhand-Gesellschaft für
elektrische Glühlampen m. b. H. « ist ein Spin-Off von Osram / Siemens.

Osram erkannte die Zeichen der Zeit nicht: Um 1960 beherrschte Osram zusammen mit General
Electric und Philips bereits seit fast 50 Jahren den Weltmarkt für traditionelle Leuchtmittel (Glühbir-
nen, später zusätzlich auch Leuchtstoffröhren, s.o.). Das machte Osram blind für neue Entwicklun-
gen. Selbst 2014, 60 Jahre nach Patentanmeldung [4], leidet Osram immmer noch unter dem
rasanten Wandel zu moderner Leuchtdioden-Technik, die eine Vielzahl von neuen Konkurrenten
aus Asien deutlich billiger auf den Weltmarkt bringt. Eingefahrene Verluste zwingen Osram und
auch Philips zur Trennung von deren "Leuchtmittelgeschäft". Doch vor der Ausgliederung ändern
sich auch die Namen: Philips Leuchtmittelsparte heißt Lumileds, Osrams Leuchtmittelsparte soll
ab Juli 2016 Ledvance heißen. Sowohl Lumileds als auch Ledvance stehen zum Verkauf.


Exkurs: III-V Halbleiter, Heinrich Welker und Siemens

Heinrich Welker kam durch Überlegungen zur Supraleitfähigkeit von Materialien über Probleme der
Elementarhalbleiter wie Herstellbarkeit, Reinheit, Schmelzpunkt, Bandlücke und Elektronenbeweglich-
keit auf die Herstellung und Nutzung von III-V-Verbindungshalbleiter.

Das grundlegende Patent mit dem bewußt allgemein gehaltenen Titel "Elektrisches Halbleitergerät"
DE970420 sollte für Siemens die wirtschaftliche Ausnutzung dieser Materialklasse sichern. Gegen die
Patentierung einer ganzen Materialklasse gab es weltweit jedoch über 100 Einsprüche gegen Siemens
[ Handel1999: 150 ], zumal die Idee dazu » wohl bereits in der Luft lag « [ Seidl2002: 19 ]. Siemens
selbst klagte allerdings auch gegen Patente, die sich auf Anwendungen dieser Materialklasse bezo-
gen [4]. Dabei bestand bei Siemens kein ernsthaftes Interesse an der Anwendung von III-V-Halbleitern
im Bereich der Elektrolumineszenz, denn:

Obwohl bereits » erste Beobachtungen von Elektrolumineszenz an GaP- und GaAs-Kristallen [...] 1955
in verschiedenen Laboratorien in den USA gemacht und bei Siemens bestätigt [wurden], « wurde die
Bedeutung lichtemittierender Dioden oder Halbleiterlaser in der Folge nicht richtig eingeschätzt, da
» ähnliche Effekte in SiC und anderen Materialien bereits seit Jahren bekannt waren und wenig spek-
takulär erschienen. So kam Welker in einem zusammenfassenden Bericht von 1956 nur nebenbei auf
dieses Phänomen zu sprechen. Der Leiter des Forschungslaboratoriums, Ferdinand Trendelenburg,
zählte die lichtelektrischen Effekte offenbar weder 1957 noch 1962 zu den "Arbeiten ..., deren Ergeb-
nisse von allgemeinem Interesse zu sein scheinen", da sie in seinen zusammenfassenden Berichten
keine Erwähnung fanden. [...] [Die] erfolgreiche und international konkurrenzfähige Konzentration auf
den Werkstoff Silizium [...] brachte dem Gesamtkonzern im Zeitraum 1957/58 bis 1965 immerhin 16,3
Mio. Mark an Lizenzeinnahmen ein, während mit III-V-Verbindungshalbleitern zu dieser Zeit noch kein
Geld zu verdienen war. [...] Heute, 1999 zählt die Produktion von III-V-Halbleitern zum "Big Business".
Beispiele hierfür sind Magnetfeldsensoren aus (InSb/GaAs) und die Optoelektronik (LED und Laser). «
[ Handel1999: 150, 164, 166, 184, 206 ]


Der Patentrechtsstreit war keine gute Voraussetzung für eine spätere Bewerbungen bei Siemens:
Fischer sprach in den siebziger Jahren (siehe später) unter anderem bei Heinrich Welker im For-
schungslabor von Siemens Erlangen vor. Welker vermittelte ihn weiter nach Wiesbaden. Siemens
arbeitete dort in einem 1970 entstandenen Joint-Venture mit der Firma Heimann an CdS-Photo-
leitern. Fischer lehnte diese Anstellung allerdings ab (siehe [77]).


» [...] Fieberhaft wurde [ bei Siemens ] in Erlangen gearbeitet, ein deutsches Industrielaboratorium
stand an der Spitze des Fortschritts, doch blieb der Erfolg für die Anwendung aus. [...] Unglücklich
kann industrielle Grundlagenforschung verlaufen, sie kann Enttäuschungen in fast tragischem Aus-
maß ergeben, wenn sie zu früh kommt und der wirtschaftlichen Nutzung zu weit vorauseilt. [...] Jahre
später, nach viel staatlich gestützter weiterer Arbeit stelten sich Erfolge ein. [...] Saubere und regel-
mäßigere Kristalle wurden gezüchtet, ihnen ließ sich das Licht in vielen Farben entlocken. [...] «

[ Queisser1987: 293 ]
[5] Albrecht Fischer
Elektrolumineszenz

Zeitschrift für angewandte Physik, Vol. 7, Issue 5, pp. 258-263 (1955)
Eingegangen am 13. Dezember 1954

[ angeführt in: [29] ]


Der zusammenfassende Bericht in der Zeitschrift für angewandte Physik spiegelte die Schwerpunkte
seiner eigenen Arbeiten wieder: Sein Hauptinteresse galt bislang den Leuchstoffpulvern – mikro-
kristalline Sinterschichten aus ZnSZnO/Cu-Phosphoren und dem Destriau-Effekt. Er nahm hier zusätz-
lich einen kurzen Abschnitt zur Elektrolumineszenz in p-n-Schichten – gezielt dotierte Einkristalle – auf,
einem Thema, zu dem er bis dato noch keine eigenen Arbeiten veröffentlicht hatte. Das Patent [4]
war erst wenige Wochen zuvor von ihm eingereicht worden.

In dieser Zeitschrift behandelten zuvor Adolf Herlet und Eberhard Spenke sehr detailiert p-i-n-Dioden:
Zwischen den beiden unterschiedlich dotierten Halbleiterbereichen befindet sich herstellungsbedingt
zusätzlich eine eigenleitende Schicht [ Adolf Herlet; Eberhard Spenke – Gleichrichter mit p-i-n- bzw. mit
p-s-n-Struktur unter Gleichstrombelastung (1955) p. 99ff ]. Diesen Diodenaufbau übertrug Albrecht
Fischer kurze Zeit später auf leuchtfähige Dioden [8] [9] [24] und verfeinerte dessen Struktur [29] [41],
um die unterschiedlichen Anforderungen an elektrische und optische Eigenschaften einer Leuchtdiode
besser erfüllen zu können.

Um diese Ideen weiter verfolgen zu können mußte er zunächst regelmäßige Kristalle herstellen. Neben
den ihm bekannten Aufwachsverfahren und Sublimationsmethoden [8] bot sich ein Kristallisieren aus
der Schmelze an. Albrecht Fischer kannte sich bereits seit seiner Jugend von Haus aus mit der
Herstellung von Gläsern aus:

Gläser sind erstarrte Flüssigkeiten. Einzelne Stoffe des Glasgemenge dürfen bei der Herstellung nicht
aus der Schmelze herauskristallisieren. Das Glasgemenge gerät bei diesem Vorgang des Entglasens
aus dem Gleichgewicht und erstarrt nicht mit den gewünschten Eigenschaften.

Bei der Herstellung von Halbleitern geht es, anders als bei der Glasherstellung, genau um das Kristalli-
sieren dieser Stoffe (Elemente) aus der Schmelze. Er konstruierte dazu einen Hochdruck- und Hoch-
temperaturofen [8] [10] und untersuchte gezielt Parameter, die das Kristallisieren der Stoffe aus der
Schmelze begünstigten.
1956 Diplom Physik in Gießen

[6] Albrecht Fischer
Periodisch arbeitender thermonuklearer D-D-Fusionsreaktor

Deutsches Patent DE1022711
Filing Date: 03. April 1956; Publication Date: 16. January 1958

[ Publication | angeführt in: [96] (b) | Scriptum 1.97 ]


Siehe auch: [94] [95] [96]

Die hier formulierte Idee zur Gallium-Indium-Kühlung findet sich ebenso in [137].


Der östereichische Physiker Hans Thirring veröffentlichte bereits 1946 » Die Geschichte der Atom-
bombe « [ Thirring1946 ]. Darin befindet sich trotz strikter Geheimhaltungspflicht und gesetzlichen
Auflagen ein kurzes Kapitel über die Wasserstoff-Bombe. Das Buch war viele Jahre die einzige
nichtgeheime Veröffentlichung über die Wasserstoff-Bombe [ Petermann2007: 329 ]. Ulrich Jetter
legte im Mai 1950 in den Physikalischen Blättern mit » Die sogenannte Superbombe « nach [ Jetter
1950 ]. Jetter addierte darin lediglich bekannte Fakten zu den physikalisch-chemisch ablaufenden
Reaktionen zusammen, ohne dem Wesen nach Forschung in der Kernphysik zu betreiben. Er argu-
mentierte, er habe die Mitteilung von Präsident Truman zum Bau der Wasserstoffbombe vom 01.
Februar 1950 nur » an Hand einer Isotopentafel etwas anders formuliert. « Eine Gradwanderung,
ein riskantes Unterfangen wie er selbst ausführte: » Eine Veröffentlichung von Prof. A. H. Bethe in
der populären Zeitschrift "Scientific American", April 1950, wurde während des Drucks beschlag-
nahmt und mußte stark gekürzt werden. [...] Jeder Kernphysiker, der in den Vereinigten Staaten [...]
am Atombombenprojekt beteiligt war, läuft Gefahr, des Verrats militärischer Geheimnisse verdäch-
tigt zu werden, wenn er längst bekannte Fakten diskutiert [...] « [ Jetter1950: 200 ]. Und das galt
auch für Deutschland:

Der Artikel III, 1 des Kontrollratsgesetzes No. 25 besagte: "Grundlegende Wissenschaftliche For-
schung rein oder wesentlich militärischer Natur ist verboten". Kernphysik im speziellen war laut
Gesetz Nr. 23 der Militärregierung Deutschland sowohl als Grundlagen-Forschung (Artikel II) als
auch Angewandte Forschung (Artikel III Verzeichnis A) untersagt [ Jetter1950: 200 ].

Jetter führt hier den geschlossenen 6Li – 4He Zyklus ein, der mittlerweile kurz als Jetter-Cycle
bezeichnet wird: Die dort stattfindenden Reaktionen gelten als nachgewiesen. Da die Forschun-
gen darüber klassifiziert sein sollen, gibt es nur wenig veröffentlichtes Material (siehe auch [96]
US4182651).


» [...] Die sog. Wasserstoffbombe wurde von Hans Thirring in Wien 1946 vorgeschlagen und dann,
nach einem wichtigen Beitrag des Deutschen Ulrich Jetter (der in USA erneut einen Schock aus-
löste), von Edward Teller 1951 [ Anmerkung: korrekterweise 01. November 1952 [ Minder1981:
186 ] im Pazifik (und von Sakharov in Sibirien [ Anmerkung: 12. August 1953 ]) getestet. [...] «

[ Scriptum 1.74c ]


Fischer gab hier ein mögliches Funktionsprinzip eines D-D-Fusionsreaktors zum Patent. Obwohl
sein Fusionsreaktor nicht Li als Brennstoff nutzt, dienten die beiden Beiträge [ Thirring1946 ] [ Jetter
1950 ] möglicherweise als Ideengeber; in den 70er Jahren griff er die Arbeiten wieder auf und nutz-
te ab da an Li (genauer Lithiumdeuterid - Triterid) als Brennstoff (ab [94]). Auslöser für dieses Pa-
tent war der, von seinem Doktorvater Hanle öffentlich zur Schau getragene Glaube an den Nutzen
der Kernfision (Kern-Spaltung), der bei Fischer auf Unverständnis stieß. Für ihn überwogen die Ge-
fahren der Kernfision, weshalb er sich der Energiegewinnung durch Kernfusion (Kern-Verschmel-
zung) zuwandte: » Die Energiegewinnung nach dem hier vorgeschlagenen Prinzip hat jedoch den
Vorteil, daß auf nahezu unerschöpfliche Vorräte der Natur zurückgegriffen werden kann und daß keine
radioaktiven Abfallprodukte, die die Welt vergiften, entstehen können. « auch wenn » die praktische
Ausführung des hier vorgeschlagenen Reaktors mit enormen Schwierigkeiten verbunden ist. « [6].


Die Debatte um die Verantwortung des Wissenschaftlers für sein Tun war nach dem Zweiten Weltkrieg
entbrannt. Prominentestes Opfer dieses Zwiespalts war J. Robert Oppenheimer, der als wissenschaft-
licher Leiter des Manhatten-Projekts am Bau der ersten Atombombe in Los Alamos arbeitete. Nach Ende
des Zweiten Weltkriegs machte er sich mit kritischen Aussagen und seiner ablehnenden Haltung gegen
die Superbombe verdächtig. Zudem tauchten ungeklärte Fragen zu Spionage-Verdachtsmomenten vor
und während seiner Zeit in Los Alamos auf. Anfang 1954 mußte er in einem Untersuchungsausschuß
dazu Rede und Antwort stehen. Oppenheimer selbst sah das Verfahren allerdings mehr als Farce
[ Bird2014: 563 ] denn als Tragödie [ Kipphardt1964 ]. Später beschrieb er seine Grundstimmung rück-
blickend mit einem Zitat aus dem hinduistischen Bhagavad Gita » Now, I am become Death, the destro-
yer of the worlds. « [ Regis1987: 124, 139, 301 ] [ Bird2014: 303 ]. Besonders die Beiträge in der Zeit-
schrift » Physikalische Blätter « bezogen Position und sorgten so für eine steigende Sensibilität für
dieses Thema.

Fischer reichte das Patent zu dem Fusionsreaktor am 03. April 1956 beim Patentamt ein. Zu dem
Zeitpunkt machten sich andere noch Gedanken zur friedlichen Nutzung der Atomfision, mit all seinen
Gefahren:

Am 23. April 1956 hielt Manfred von Ardenne eine Rede vor dem Nationalrat der Deutschen Demo-
kratischen Republik über » Die Verwendung der für militärischen Zwecke angehäuften Weltvorräte
an Spaltmaterial zum Wohle der Menschheit « [ Ardenne1986: 263ff ]. Die Göttinger Achtzehn spra-
chen sich ein Jahr später am 12. April 1957 in einer Erklärung ebenso gegen Atomwaffen aus und
riefen zur friedliche Nutzung der Atomenergie auf [ Physikalische Blätter, 13. Jahrgang, 1957, Heft 5,
p. 193ff ]. Namhafte Wissenschaftler haben diese Erklärung unterzeichnet; Hanle, obschon eine aus-
gezeichneter Fachmann auf dem Gebiet, jedoch nicht.
[7] Albrecht Fischer; Karl Müller
Ein einfaches Universaldilatometer

Sprechsaal für Keramik, Glas, Email; 89. Jahrgang, Nr. 8, p. 158 (20.04.1956)

[ Scriptum 4.04a ]

Siehe auch Scriptum 7.19 [70].
[–] Tagung N.N. unter der Leitung von Maurice Curie

July 1956


Möglicherweise wurde auf der Tagung die, von Maurice Curie und Daniel Curie verfasste Zusammen-
stellung zu aktuellen Fragestellungen rund um die Lumineszenz in Kristallen diskutiert:

Questions actuelles en Luminescence cristalline
par Maurice Curie et Daniel Curie
Éditions de la revue d'optique théorique et instrumentale; 1956

Unter den Teilnehmern der Tagung: Ferd Williams und Bill Piper (General Electric – Schenectady) –
Albert Rose und Roland W. Smith (Radio Corporation of America – Princeton) – Henry Ivey und Willi
Lehmann (Westinghouse – Pittsburgh)

Fischer wird später in seiner beruflichen Laufbahn bei General Electric, RCA und Westinghouse
viele Teilnehmer dieser Konferenz begegnen. » Die Tagungs-Sitzungen waren für mich unver-
gesslich – ich traf alle meine späteren USA-Kollegen und -Kontrahenten live, und konnte ihre
Charaktere auf mich einwirken lassen. «
[8]
Albrecht Fischer
Probleme der p-n-Elektrolumineszenz im sichtbaren
Spektralbereich

Internationales Kolloquium Semiconductors and Phosphors
Garmisch-Partenkirchen, 28. August - 01. September 1956

in: Halbleiter und Phosphore
Michael Schön; Heinrich Welker (Hrsg.)
Friedrich Vieweg & Sohn, 1958, pp. 551-553
  Das Physikalische Institut der Universität Gießen war mit Beiträgen von Hanle, Schmillen und
Fischer vertreten. An dem Kolloquium nahmen unter anderem Teil: W. Schottky, T. S. Moss
(siehe [84]), O. Madelung, R. Gremmelmaier, H. Welker, G. Destriau, G. A. Wolff, E. Spenke und
J. Bardeen.

Fischer erwähnte hier in seinem Beitrag, kombiniert mit einer Abbildung erstmalig:

» [...] Gegenüber dem p-n-Übergang zeigt der raumladungsbehaftete p-i-n-Übergang Vorteile, da bei
ihm größere Kristallvolumina erregbar sind und durch die räumliche Trennung von vorwiegend halb-
leitenden und vorwiegend lumineszierenden Kristallbereichen (i) den einander widersprechenden
Dotierungsanforderungen besser genügt werden kann. [...] «

[ [8] p. 552 ]

Dieses dürfte der erste Hinweis auf einen effektivieren lumineszenzfähigen Schichtaufbau in Ab-
wandlung des bislang in den Laboren untersuchten p-n-Übergangs sein. Die Idee dazu reifte
seit [5] und war hier auf der Konferenz im August 1956 ein Novum. Umso mehr ärgerte sich Fischer
über die lange Zeit bis zur Veröffentlichung: erst 1958 wurden die Proceedings in Buchform heraus-
gebracht. Andere haben in der Zwischenzeit ähnliche Aufbauten vorgeschlagen und untersucht
(siehe Referenzen zu [29]). Dennoch hielt er die Patentansprüche darauf in dem deutschen Patent
[9] (Anspruch 1) und dem amerikanischen Patent [24] (Anspruch 4).

Die Anmerkung » Es ist zu erwarten, daß BN wie C unter hohem Druck in eine diamantähnliche
Modifikation überführt werden kann. « ([8] p. 552) stellte sich kurz darauf als richtig heraus:
siehe Patente [10] [18].
[–] Albrecht Fischer; Robert S. Perry
Elektrisch heizbarer Spatel für Zahntechniker

Gebrauchsmuster DE1740885
Filing Date: 12. Dezember 1956; Publication Date: 03. März 1957

[ Publication ]
1957  

[9] Albrecht Fischer
Anordnung und Herstellungsverfahren für Injektions-Elektrolumineszenzlampen

Deutsches Patent DE1052563
Filing Date: 05. March 1957; Publication Date: 05. March 1959

[ Publication ]


Neben der Patentierung des p-i-n Schichtaufbaus [9] (Anspruch 1) – siehe auch [5] [8] – erwähnt
er hier zum ersten Mal die Herstellung von » Bildschirme[n] (z.B. elektrolumineszierende Fernseh-
schirme). [Dazu] werden zahlreiche flache Kristalle nebeneinander angeordnet. Als Träger dient
eine Glasplatte mit leitfähiger durchsichtiger Oxydschicht [...], die [...] in zahlreiche Streifen auf-
geteilt ist. [...] « [9] 6-40ff, ebenso in der amerikanischen Ausgabe [24] 5-70ff. Auch wenn das
Merkmal der Ansteuerung einzelner Kristalle (= Bildpunkte) durch eine Kreuzmatrix noch nicht
beschrieben wurde, so bleibt dies dennoch ein erster Hinweis zur Anwendung der Elektrolumi-
neszenz in flachen Bildschirmen, einem Thema, das ab 1963 [PD18] immer mehr in den Mittel-
punkt seiner Arbeiten rückte.

Siehe auch [24].
[10] Albrecht Fischer
Hochdruckautoklav

Deutsches Patent DE1057581
Filing Date: 11. March 1957; Publication Date: 29. October 1959

Handschriftliche Notiz Vorlesungsskript Seite 4.24b:
» Hochdruckautoklav zur Diamant- und Borazonsynthese «

[ Publication | Scriptum 4.24b ]


Die Herstellung von kubischem Bornitrid gelang 1957 erstmals Robert Henry Wentorf bei General
Electric. Eine kurze Veröffentlichung dazu kam am 01. April in dem Journal of Chemical Physics
Volume 26, Issue 4 heraus, die allgemein als » Geburtsstunde « für die synthetische Herstellung
von kubischem Bornitrid angesehen wird [ Robert Henry Wentorf - Cubic Form of Boron Nitride
(1957) p. 956
]. General Electric hatte seit Mitte der 1950er Jahren an speziellen Hochdruckauto-
klaven gearbeitet, mit denen sich Diamanten synthetisch herstellen ließen. Der Schritt hin zu Bor-
nitrid (GE Handelsname Borazon) war naheliegend. In dem Patent DE1159400 » Verfahren zur
Herstellung von kubischem Bornitrid « führt Robert Henry Wentorf den hier von Fischer beschrie-
benen Hochdruckautoklaven [10] an.

Fischer patentierte ergänzend noch im Sommer 1957 ein mögliches Herstellungsverfahren von
Bornitrid unter Nutzung seines Hochdruckautoklaven [18].
[11] Albrecht Fischer
Vorrichtung und Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen

Deutsches Patent DE1034142
Filing Date: 22. March 1957; Publication Date: 17. July 1958

[ Publication ]
[12] Albrecht Fischer
Der Temperaturkoeffizient von Ohmschen Widerständen

Stemag Nachrichten 21, pp. 594-596 (April 1957)
Technisch-wissenschaftliche Werkszeitung
der Steatit-Magnesia AG, Lauf (Pegnitz)

[ Scriptum 6.41 ]
[13] Albrecht Fischer
Neue Herstellungsverfahren für Schichtwiderstände

Stemag Nachrichten 21, pp. 596-597 (April 1957)
Technisch-wissenschaftliche Werkszeitung
der Steatit-Magnesia AG, Lauf (Pegnitz)

[ Scriptum 6.41 ]


Exkurs: Die Steatit-Magnesia AG

Die Steatit-Magnesia AG – kurz Stemag – ging aus dem Zusammenschluß mehrerer Firmen
im Bereich des Speckstein (Steatit)-Abbaus und deren Verarbeitungswerkstätten hervor. Die
gebrannte Steatitteile wiesen, im Gegensatz zu den seinerzeit bekannten Keramiken, eine hohe
Maßgenauigkeit, hohe Temperaturbeständigkeit und hohe Temperaturwechselbeständigkeit auf.
Beginnend mit der Gasbeleuchtung, der Nachrichtentechnik und der Energietechnik Anfang des
20ten Jahrhunderts ergab sich ein weites Feld für präzise Formteile wie elektrische Isolatoren
oder Träger von Gasglühlichtstrümpfen. Mit Aufkommen des Röhren-Rundfunks deckte die
Stemag mit ihrem Drahlowid (drahtloser Widerstand)-Werk den Bedarf an temperaturstabilen
rauscharmen (Hochohm-)Widerständen als auch an Hochfrequenzbauteilen.

Fischer schlug neuartige Widerstandswerkstoffe, die kompatibel zu den bestehenden Fertigungs-
prozessen waren, vor. Sie ermöglichten eine präzise Einstellung eines geforderten Temperatur-
koeffizienten. In seinen beiden Beiträgen für die Stemag Nachrichten 1957 diskutierte er die
Leitungsmechanismen von Halbleitern und ging auf deren Widerstandsverhalten ein.

Später beschäftigte sich die Stemag auch mit der Mikroelektronik. 1967 wurden dort Halbleiter
und Piezokeramiken entwickelt – zu einem Zeitpunkt, als der Begriff Mikroelektronik noch nicht
einmal die Ministerialbürokratien in Bonn erreicht hatte. Erst Ende 1977 wird die Mikroelektronik
in den periodischen Publikationen des Ministeriums für Forschung und Technologie zum ersten
Mal erwähnt. Doch da hatte Japan und Amerika die Technologie schon seit Jahren mit Milliarden
Dollars und Yen gefördert (siehe z.B. Fischers U.S. Regierungskontrakte bei RCA ab 1961 und
später bei Westinghouse), während Deutschland und Frankreich [ VanDormael2004: 15 ] vor
allem in die Kernenergie (Kernfision) investierte.

Die Stemag wurde von der AEG aufgekauft, später an Rosenthal weiterverkauft, danach an
Hoechst und schließlich an die Metallgesellschaft. Übriggeblieben von den vielen Verschmel-
zungen und Umorganisationen ist die Firma CeramTec mit Sitz in Plochingen.

[ Christian Nürnberger - Die Stunde Null - Der Niedergang der AEG (2005) ]
[14] Albrecht Fischer
Verfahren zur Herstellung eines titanhaltigen Kohleschichtwiderstandes

Deutsches Patent DE1048628
Filing Date: 14. June 1957; Publication Date: 15. January 1959

[ Publication | Scriptum 6.42 ]
[15] Albrecht Fischer
Elektrolumineszenz von Diamant

Zeitschrift für Physik A Hadrons and Nuclei, Vol. 149, No. 1, pp. 107-110
Eingegangen am 21. Juni 1957

[ Publication | Scriptum 4.45 ]


Ebenso ins Englische übersetzt unter dem Titel "Luminescence From Diamonds" - siehe Hinweis in:
Consolidated Translation Survey No. 87 (March 1965) p. 86.


» Die 'Kanalstrahlen' [ Ionenimplantation ], zunächst nur eine Laboratoriums-Kuriosität werden heute
großtechnisch zum Dotieren von Halbleiteroberflächen angewandt. Anstatt Fremdionen ins Gitter
diffundieren zu lassen, schießt man sie einfach hinein. Ich war der erste, der diese Methode benutzte.
Ich wollte in n-leitenden Diamanten, die in Südafrika natürlich vorkommen, oberflächliche p-n-Über-
gänge erzeugen und damit Elektrolumineszenzleuchten im Blauen (Bandlücke von Diamant ca. 5 eV)
erzielen. Da sich Diamant ab 1000 °C in Graphit umwandelt, ist dies nicht durch thermische Diffusion
zu erreichen (Diffusion setzt erst ab 2/3 der Schmelztemperatur ein, und diese liegt bei Diamant (rech-
nerisch, da praktisch unerreichbar) sehr hoch). Ich erzeugte daher in Borchlorid-Dampf eine Gasent-
ladung mit einem alten 50 kV-Röntgentrafo. Nach Beschuß zeigte der Diamant tatsächlich unter der
beschossenen Oberfläche (plus-gepolt) blaue Elektrolumineszenz. Keiner gab mir Ratschläge, was
damit zu machen sei, so ließ ich dies auf sich beruhen. «

[ Scriptum 4.44 ]


Untersuchungen zur Elektrolumineszenz von Diamant wurden von ihm bereits 1956 [8] vorgeschlagen
und führten zur Patentierung der Anwendung von Ionenstrahlen zu Elektrolumineszenz-Zwecken [9]
(Patentanspruch 5). In [10] wird schließlich ein mögliches Verfahren zur Herstellung von Diamanten
unter hohen Drücken und Temperaturen angegeben.

Die Ionenimplantation geht zurück auf erste Überlegungen von Jun-ichi Nishizawa, der in den frühen
1950er Jahren in Japan einige Patente zu diesem Dotierverfahren anmeldete um unabhängig von
der westlichen Diffusions-Dotiertechnik und damit verbundenen Lizenzzahlungen an Western Electric
zu werden [ Johnstone1999: 309 ]. Erst durch einen zusätzlichen Prozessschritt, der unter Wärmezu-
fuhr die durch den Ionenbeschuß bedingten Strahlenschäden ausheilt und die so eingebrachten Ionen
elektrisch aktiviert - 1954 von William Shockley in dem Patent US2787564 vorgeschlagen (erteilt 1957),
erhalten die so dotierten Kristalle ein reproduzierbares elektrisches Verhalten. [ Manfred von Ardenne,
Gerhard Musiol, Siegfried Reball - Effekte der Physik und ihre Anwendungen (1997) p. 88 ]

Der Diamant ist ein sehr anspruchsvoller Werkstoff, der in den letzten Jahren aufgrund verbesserter
Herstellungs- und Bearbeitungstechniken erneut im Interesse der Werkstoffwissenschaften steht.
Ziel ist die Herstellung von Diamant-Halbleitern mit lateralen Strukturen, wenngleich es 50 Jahre nach
den ersten Versuchen einer p-Dotierungen durch Ionenimplantation von Bor in Diamant immer noch
Probleme mit dessen Reproduzierbarkeit gibt:

» [...] Eine p-typ Dotierung von Diamant wird durch eine Verunreinigung mit Bor erzeugt. Diese
Eigenschaft wurde schon Anfang der siebziger Jahre an natürlichen halbleitenden Diamanten nach-
gewiesen [ ] und ist allgemein anerkannt. Das Akzeptorniveau liegt 0,35 eV über dem Valenzband-
maximum und ist temperaturstabil. Während die Bordotierung synthetischer Diamanten beim CVD-
Wachstums heute gut beherrscht wird, besteht über die Methoden der Ionenstrahldotierung noch
Uneinigkeit. [...] «

[ Thomas Vogel - Dotierung von Diamant durch MeV-Ionenimplantation (2005) p. 7ff ]
[16] E. A. Schwager; A. Fischer
Einige Bemerkungen zur Frage der Selbstaktivierung des ZnS

Zeitschrift für Physik A Hadrons and Nuclei, Vol. 149, No. 3, pp. 345-346
Eingegangen am 25. Juli 1957

[ Publication | Scriptum 11.39 ]
[17] E. A. Schwager; A. Fischer
Ein empfindlicher Nachweis für Blei und der Einbau von Blei in Zinksulfid

Zeitschrift für Physik A Hadrons and Nuclei, Vol. 149, No. 3, pp. 347-352
Eingegangen am 25. Juli 1957

[ Publication ]
[18] Albrecht Fischer
Verfahren zur Herstellung von kubisches Bornitrid enthaltenden Gemischen

Deutsches Patent DE1131645
Filing Date: 07. August 1957; Publication Date: 20. June 1962

[ Publication ]
[19] A. Fischer
Ein Hochdruck-Hochtemperatur-Ofen zur Herstellung von Kristallen

22. Deutscher Physikertag, Heidelberg (27. September - 01. Oktober 1957)
Verband Deutscher Physikalischer Gesellschaften e.V.
Vorgetragen am 01. Oktober 1957

in: Physikalische Verhandlungen, Vol. 8, p. 204
Ernst Brüche (Hrsg.)
Physik Verlag; Mosbach, Baden; 1957

[ angeführt in: [21] [29] ]


Unter der Reihe » Physikalische Verhandlungen « wurden Autorenreferate und Tagungsberichte
aus den verschiedenen Deutschen Physikalischen Gesellschaften als kurze Zusammenfassung
veröffentlicht.

Diese Tagung wurde vor allem bekannt wegen aufkeimender Diskussionen rund um die
» Göttinger Erklärung «, einem Positionspapier führender Atomwissenschaftler zur friedlichen
Nutzung der Atomenergie und zur Verantwortung des Wissenschaftlers (veröffentlicht am
12. April 1957; unter anderem zu finden in: Physikalische Blätter, 13. Jahrgang, 1957, Heft 5,
Seite 193ff). Wohl auch aufgrund der Ereignisse seinerzeit lehnte Fischer zeitlebens nicht nur
jegliche Nutzung von Uran ab: » [...] Also – ein verantwortungsbewußter Ingenieur kämpft
dagegen an oder läßt zumindest selbst die Hände davon! [...] « (siehe auch z.B. [160]). Fischer
sah sich durch sein Tun auch stets in der Verantwortung, für eine friedliche Nutzung einzustehen.

Fischer hielt den Vortrag [19] am 01. Oktober 1957 in der nachmittags stattfindenden » Parallel-
sitzung B: Röntgen-Strahlen, Kristalle, flüssige Kristalle, Hochpolymere «. Direkt nach seinem
Vortrag berichteten Mitglieder der Flüssigkristall-Arbeitsgruppe am Physikalischen Institut der
Universität Freiburg – Wilhelm Maier, G. Meier und Alfred Saupe – in zwei Vorträgen über Er-
gebnisse zu ihren Untersuchungen an Flüssigkristallen.

Aus der Freiburger Flüssigkristall-Arbeitsgruppe und -Forschung hervorgehend wurde ab 1971
an dem dort ansässigen Fraunhofer-Institut für angewandte Festkörperphysik (IAF) jährlich die
» Freiburger Arbeitstagung Flüssigkristalle « ausgerichtet. (siehe [105] [119] [128] [142] [158]).
[20] Fischer, Albrecht
Elektrolumineszenz von Diamant und Herstellung von Kristallen aus zersetzlichen Verbindungen

Thesis (doctoral); Physikalisches Institut
Justus-Liebig-Universität Gießen (14. November 1957)

» partially unpublished « [ [29] p. 246 ]

[ Thesis ]


Darin die Beschreibungen der ersten jemals unter Druck aus der Schmelze gezogenen
ZnS- und ZnSe-Kristalle, siehe [8] p. 553: Anmerkungen bei der Korrektur sowie [21].

» Bei den meisten interessierenden II-VI-Verbindungen steigt der Zersetzungsdruck wegen der
zitierten Oberflächenlabilität vor Erreichen des Schmelzpunktes über den Wert von 1 atm., d.h.
die Verbindung zersetzt sich in die dampfförmigen Bestandteile und schmilzt nicht unter
normalen Druckbedingungen.

Wie ich 1956 fand, kann man die Zersetzung durch eine Hochdruckatmosphäre (200 atm.) eines
ruhenden neutralen Gases (Argon, Stickstoff) soweit verlangsamen, daß Kristallwachstum nach
der Bridgman-Methode aus der Schmelze möglich ist. Ich bestimmte die Schmelzpunkte mit der
Eintauchmethode wie folgt: ZnS 1850 °C, ZnSe 1515 °C, CdS 1475 °C, ZnTe 1300 °C, (GaP
1470 °C). Heute werden alle käuflichen aus der Schmelze gezüchteten II-VI-Kristalle nach
meiner Methode, die ich später verbesserte hergestellt (kommerziell erhältlich von Eagle-Picher
Co, Miami, Oklahoma). «

[ Scriptum 14.45 ]


In dem 1985er Beitrag von Jun-ichi Nishizawa - der später auch als Vater der japanischen Halb-
leiterindustrie bezeichnet wird - markiert die Arbeit Fischers die älteste Quelle zur Herstellung
von ZnSe:

» [...] II-IV compound semiconductors are some of the many promising materials for the possible
fabrication of devices with efficient injection luminescence in the green to blue. ZnSe in particular
has an energy gap of 2,67 eV at room temperature, and blue emission is expected from band to
band transitions. This is different from ZnS, whose blue emission is obtained through deep levels
which lower the efficiency. [...] Usually, ZnSe crystals have mainly prepared by the conventional
melt growth method [21], although solution growth methods in which metals such as Ga [ ], In [ ],
Sn [ ], Zn [ ] and Bi [ ] were used as a solvent have also been described [...] «

[ Jun-ichi Nishizawa; Kazuomi Itoh; Yasuo Okuno; Fumitoshi Sakurai - Blue light emission from
ZnSe p-n junctions (1985) p. 2210
]


ZnSe galt wegen seiner direkten Bandlücke von 2,67 eV im sichtbaren Spektralbereich als idealer
Halbleiter zur Herstellung von blauen, effizienten Leuchtdioden (460 nm). Mit zunehmender Ver-
fügbarkeit von ZnSe-Kristallen (z. B. Züchtung durch Gastransport [68] oder wie hier [20] aus der
Schmelze) wuchs daher das Interesse an dem Werkstoff (siehe z. B. [32] [36] [42] [54] [63] [72]).
» [...] their potential as shorter wavelength light-emitters made the II-VI compounds the focus
of the bulk of research in this field for the next twenty-five years. [...]« [ Johnstone1999: 325ff ].
Ab 1970 wurde daher dieser Verbindungshalbleiter neben GaN (siehe [29]) als aussichtsreicher
Kandidat zur Herstellung von blauen Leuchtdioden gehandelt.

Als Shuji Nakamura 1991 noch mit der Herstellung von p-type GaN-Filmen bei Nichia Chemical
experimentierte [ Johnstone1999: 341ff ], warteten 3M und Sony bereits mit einem Prototyp eines
blau-grün leuchtenden ZnSe-Lasers auf. Dabei stellte sich dieses Bauteil zu dem Zeitpunkt als
noch wenig praktikabel heraus: Kühlung auf -23 °C , begrenzte Lebensdauer und wegen der
Kontaktierungsprobleme war eine hohe Versorgungsspannung von 20 V notwendig; Werkstoff-
probleme, an denen Fischer schon 27 Jahre zuvor erfolglos arbeitete ([55] p. 260). GaN trug
schließlich dank Shuji Nakamuras Arbeiten den Sieg davon.

Shuji Nakamura überwarf sich Ende der 90er Jahre mit Nichia und nahm eine Professur an der
Universität of California in Santa Barbara an. Der Lehrstuhl wird gestiftet von der Firma Cree
Lighting Corporation, einem Mitbewerber von Nichia Chemicals. Shuji Nakamura arbeitet als
Berater für die Firma Cree Lighting Corporation, die 50 Jahren nach Fischers Patentierung der
» Electroluminescent Lamp « [24] letzteres noch immer zitieren.

Shuji Nakamura erhielt zusammen mit Isamu Akasaki und Hiroshi Amano für die Entwicklung
der blauen LED auf GaN-Basis den Nobelpreis in Physik 2014. Der Nobelpreis 2014 ist – eher
ungewöhnlich – eine Auszeichnung für Ingenieurleistung: eine konkrete Antwort auf ein reales
Problem.
[ Karl-Heinz Karisch; Peter Koller - Anerkennung für beharrliche Ingenieursarbeit (2014) ]

Erste Versuche mit ZnSe als Leuchtdiode in einem p-i-n Schichtaufbau führte Fischer im Jahr
1961 durch (siehe z. B. Slide [33]). Erst 50 Jahre später sind die dabei aufgetretenen techni-
schen Hürden gelöst:
[ Yasuo Namikawa - ZnSe Single Crystals Grown by Vapor Growth Methods and Their
Applications (2011)
]


Siehe auch [29] [152].
[–] Albrecht Fischer
Gerät zur Erzeugung von projezierten Positivbildern von Negativ-Dias
(mit Hilfe der Infrarot-Lumineszenzlöschung in gewissen Leuchtstoffschichten)

Deutsches Patent DE1069902
Filing Date: n.n.; Publication Date: 25. May 1960

[ Publication ]
1958 Promotion über Elektrolumineszenz in Gießen

[21] Albrecht Fischer
Herstellung von Kristallen aus zersetzlichen Verbindungen

Zeitschrift für Naturforschung 13a, pp. 105-110 (1958)
Eingegangen am 02. Januar 1958

Vorgetragen auf der Physikertagung in Heidelberg 1957 (siehe [19])

[ Publication (PDF) | Scriptum 11.6; 14.05ff ]


Ebenso ins Englische übersetzt unter dem Titel "Production of Crystals From Decomposable
Compounds": siehe Hinweis in Consolidated Translation Survey No. 43 (July 1961) p. 123.


Dieser Beitrag für die » Zeitschrift für Naturforschung A « ist ein Auszug aus der Dissertation [20].

» [...] GaP wurde erstmalig durch Zersetzung von GaN im Phosphorwasserstoffstrom erzeugt.
Das GaN wurde nach Hahn und Juza [ ] (1938) durch Zersetzung von (NH4)3AlF6 im trockenen
Ammoniakstrom gewonnen. Da GaN sich schon bei 900 °C zersetzt, während das stärker homö-
opolare GaP [...] bei dieser Temperatur beständig ist, findet eine allmähliche Umsetzung des frei-
werdenden Ga mit Phosphor unter Ausbildung schöner gelber, stark lichtbrechender Kriställchen
statt. Diese können im abgeschmolzenen, von außen druckentlasteten Quarzkolben () im Hoch-
druckofen zu größeren Aggregaten zusammengeschmolzen werden. GaP zeigt, wie bereits
bekannt [ ], rote Kontakt-Elektrolumineszenz. [...] «

[ [21] p. 109 ]

Das hier erstmals beschriebene und angewandte Verfahren zur Herstellung von GaP
wurde von ihm zum Patent [22] angemeldet.


» [...] The interest in ZnSe is of more recent origin and consequently, the amount of work reported
on the compound is considerably less. Somewhat surprising is the fact that there was an immediate
interest in growth from the melt. In a preliminary work on crystal growth at high inert gas pressure,
Fischer [21] melted ZnSe powder at about 1600 °C in an autoclave. A subsequent communication
(Fischer [26]) reported the melting point to be 1515±10 °C at a dissociation pressure of about 1.8 atm.
There was, however, no mention of crystal size in the early literature. [...] Considerable effort toward
the development of techniques for melt growth of ZnSe and ZnTe was spent by Fischer [46]. ZnSe
crystals of centimeter dimensions were grown. [...] «

[ M. R. Lorenz - Thermodynamics - in: M. Aven; J. S. Prener (Eds.) - Physics and Chemistry of
II-VI Compounds (1967) p. 101
]


» [...] The growth of large ZnS single crystals from the melt is well established since the
pioneering work in this field [ ] [ ] [21] [ ]. [...] «

[ A. Scharmann, D. Schwabe - Distribution coefficients of transition metals and Pb and Sn in
melt-grown ZnS crystals (1977) p. 8
]
[22] Albrecht Fischer
Verfahren zur Herstellung von kristallinem Galliumphosphid

Deutsches Patent DE1074557
Filing Date: 03. April 1958; Publication Date: 04. February 1960

[ Publication | angeführt in: [29] ]
[23] Albrecht Fischer
Verfahren zur Herstellung und Dotierung von Aluminiumnitrid-Kristallen

Deutsches Patent DE1128410
Filing Date: 07. June 1958; Publication Date: 26. April 1962

[ Publication ]
1958 Januar - Engineer bei General Electric Company, Lamp Division, Cleveland, Ohio

[24] Albrecht G. Fischer
Electroluminescent Lamp

United States Patent US2938136
Filing Date: 16. August 1958; Publication Date: 24. May 1960

[ Publication | Scriptum 14.27; 14.32ff ]


Siehe auch [9] und [20]ff.
1959    

[25] Albrecht G. Fischer
Preparation of Phosphor Crystals

United States Patent US3033659
Filing Date: 21. April 1959; Publication Date: 08. May 1962

[ Publication | Scriptum 14.16 ]


» [...] Einen Vorläufer zur "liquid encapsulation" [Kristallzuchtmethode] hatte ich schon vorher ent-
wickelt: Zum Schmelzen von ZnSe in abgeschmolzenen Quarzglas-Ampullen bei 1535 °C, wo das
Quarzglas bereits Honig-Viskosität besitzt, hatte ich die erweichte Quarzampulle mit einem festen
Graphitgefäß umgeben, das den Druck aufnahm (Abb. [25]). [...] hier war bereits eine Flüssigglas-
umhüllung der zersetzlichen Schmelze gegeben. [...] «

[ Scriptum 14.15 ]
[26] Albrecht G. Fischer
Preparation and Properties of ZnS-Type Crystals from the Melt

Journal of the Electrochemical Society, Vol. 106, No. 9, pp. 838-839 (September 1959)
Received 13. May 1959

[ Publication | Scriptum 14.52 ]


» [...] Growth from the melt is difficult for materials such as high purity, single crystal ZnSe, which has a
high melting point of 1515±20°C and a vapor pressure of approximately 1.8 atm at its melting point.
Rather elaborate equipment [45] [ ], such as autoclave, is usually used to prepare such materials. One
technique [26] has been developed which does not use an autoclave, but its use requires a furnace
containing an inert gas. [...] «

[ Sidney G. Parker - Simple Apparatus for High Temperaure-Moderate Pressure Crystal Growth (1967) p. 283 ]


Bei Veröffentlichung des Artikels im September 1959 war Albrecht Fischer bereits zu den RCA
Laboratorien nach Princeton gewechselt:

» Bei General Electric war ich nur ein dreiviertel Jahr. Die haben da [ in Cleveland ] ja nur Lampen
gemacht. « [ Mitteilung 12.11.2009 ]. An Halbleitern wurde bei General Electric in dem Research
Laboratory in Schenectady N. Y. (Robert N. Hall – GaAs) und in dem Advanced Semiconductor
Laboratory des Semiconductor Products Department in Syracuse N. Y. (Nick Holonyak GaAsP)
geforscht. Um 1960 war General Electric mit Abstand die größte Firma der amerikanischen Elek-
tronikindustrie, doppelt so groß wie der Nächste - Westinghouse - und viermal so groß wie RCA
oder IBM. General Electric produzierte zu dem Zeitpunkt mehr Halbleiterbauelemente als jeder
andere am Markt [ Johnstone1999: 257ff ].
1959   Juni - Research Physicist im Materials Research Laboratory der RCA Laboratories
in Princeton, New Jersey - später Project Engineer ebenda sowie bei den
RCA Laboratories Ltd. in Zurich (One year exchange program 1968)

 
 
  Das RCA Forschungslabor entstand 1942 aus dem Zusammenschluß mehrerer kleinerer Laboratorien der
RCA Werke in New Jersey. Als Sitz der Laboratorien wählte man Princeton, zentral gelegen zwischen den
Fertigungen in Camden und dem Hauptsitz im Rockefeller Center in New York City. Princeton hatte auf-
grund der Universität und dem 1930 gegründeten Institute of Advanced Study (IAS) einen exzellenten Ruf
[ Magoun2003: 9 ] [ Radio Age - October 1941: 9-11 ].

Der Architekt Harry L. Porter widmete den RCA-Gebäudekomplex und mehr noch die dort möglich werdenden
Forschungen und Entwicklungen bei der Übergabe am 27. September 1942 dem "Krieg und Frieden". » Dedi-
cated to war and peace « hieß es [ The RCA Laboratories (1957) ]. Die Forschungen und Entwicklungen an den
Laboratorien waren zunächst von Patriotismus bestimmt: » For the duration, however, the research staff of RCA
Labs focused on hightech innovations that would win the war more efficiently « [ Magoun2003: 9 ] [ Graham1988:
58 ]. Der Gebäudekomplex wurde wegen der kriegsrelevanten Forschung und Entwicklung direkt » close to the
public « gesetzt [ Magoun2003: 18 ] [ Radio Age - October 1942: 2-5, 20-21 ].

Das Institute of Advanced Study (IAS), angelegt als » not to be practical « [ Regis1987: 108 ] [ Dyson2014: 234,
391, 486 ], begrüßte es, daß die Radio Corporation of America (RCA) sich für Princeton als Forschungsstandort
entschied [ Magoun2003: 9 ]. Beim Bau des institutseigenen Computers "IAS-Rechner", auch "Princeton-Ma-
schine" oder "Maniac-0" genannt (Bau: 30. Juni 1945 - 1951; Betrieb: 1951 - 15. Juli 1958), dem Urtyp der "von
Neumann - Rechnerarchitektur", ergaben sich Anknüpfungspunkte zwischen dem IAS (John von Neumann,
Julian Bigelow) und RCA (Vladimir Zworykin, Jan Rajchman). Von Neumanns Computer-Projekt sollte das ein-
zige praktische Projekt des IAS bleiben. Nach Ende des Projekts verabschiedeten die ständigen Institutsmit-
glieder eine Resolution: » Nie wieder sollten Projekte zur Herstellung technischer Geräte am Institut installiert
werden « [ Bird 2014: 371-372 ].

Nach Kriegsende forschten 130 Wissenschaftler und Ingenieure an den Laboratorien, 1955 waren es bereits
270 und um 1963 waren von den dort 1000 Beschäftigten ("total Laboratories staff") 300 Wissenschaftler und
Ingenieure. Die RCA-Laboratorien galten zu dem Zeitpunkt als eine der besten Forschungseinrichtungen der
Welt [ Hack2007: 156ff ] .
  1951 wurde der Gebäudekomplex zu Ehren des Vorsitzenden David Sarnoff an dessen 60ten Geburtstag in
David Sarnoff Research Center umbenannt. David Sarnoff brachte in seiner "birthday gift speech" drei Wün-
sche und Visionen zum Ausdruck: Ein Magnetband Video-Aufnahmesystem (Videograph), eine Klimaanlage
ohne bewegliche Teile (Electronair) und einen Verstärker für Licht, um hellere Bilder beliebiger Größe erzeu-
gen zu können (Magnalux) [ Gross2011: 30ff ] [ Sarnoff1957: 35 ] [ Lyons1966: 302 ] . Die Idee zum flachen
Fernseh-Bildschirm, der an der Wand hängt, war geboren und bestimmte die Forschungsausrichtung
der Laboratorien:

» The center, [ Richard Williams ] soon discovered, was in essence "a large laboratory for investigating dis-
plays." And as for television on the wall, "the idea that there should be a flat display and that that would be a
good idea was not a discovery, it was something obvious to anyone working at Sarnoff. But the question was,
could anyone make one?" Though tightly focused on television, research at the center nonetheless ranged
over a wide spectrum of topics. Thanks to the easily availability of military funding in those days, scienists like
Williams were allowed considerable freedom to satisfy their intellectual curiosity. « [ Johnstone1999: 95ff ]

Henry Kressel in » Competing for the future « über das Innovationsklima und die Art und Weise, wie
Forschung bei RCA betrieben wurde [ Kressel2007: 101ff, 112ff ] :

» [...] Most of the revolutionary innovations in semiconductors and software [...] came out of the corporate R&D
organizations of AT&T, General Electric, IBM, Corning, RCA, and other large companies.
That doesn't mean these breakthroughs reflect a corporate mindset. Nothing could be further from the truth.
The scientists who created them were following their own paths, not some managerial directive or mandated
marketing strategy. As someone who began his carreer in this environment [ at RCA in late 1959 ], i can attest
to its creative ferment.
Truly creative people tend to be free spirits. They are the essential spark plugs of innovation. At the same time,
their drive for discovery is often in confict with practical considerations such as company direction or fiscal con-
straints. This trait presents corporate R&D managers with endless challenges. [...]
An important element in the success of RCA Laboratories was a management style and culture that merged
individual initiative and corporate product requirements. As a researcher and manager at the Labs for nearly
twenty years, I had the opportunity to observe and work within this unique culture myself. [...]
To promote creativity among new researchers, PhDs entering the Labs were encouraged to define their own
areas of interest. [...] «
  » [...] The laboratory possessed every possible machine tool or other fabrication device with its own skilled
craftsman who was always on hand to materialize the most exotic ideas that anyone could think up. The
office/labs were a comfortable size for two people. There were lecture rooms and a large scientific library
where we frequently sank into comfortable chairs immediatly after lunch. The cafeteria served particularly
scrumptious food and we were encouraged to make a break there every afternoon. Most scientists would
regard this as life at its very best! [...] « [ Webb2005: 61-62 ]

» Sarnoff war sogar einmal bei mir im Büro. [...] Ich hatte dort mein Büro oben im dritten Flur [ Room East
305 ], gegenüber Richard Williams Büro [ Room East 304 ]. « [ Mitteilung 22.09.2010 & 12.11.2009 | Spur ]
  Albrecht Fischer arbeitete in dem Materials Research Laboratory zunächst an der Verbesserung der Elektro-
lumineszenz von ZnS-Pulver und an der Züchtung und Dotierung von lumineszenzfähigen III-V und II-VI
Halbleiterkristallen (siehe z.B. [29]) unter der Leitung von Ross E. Shrader (Research Physicist) und Simon
Larach (Associate Director of the Materials Research Laboratory) (siehe [59]).
 
  RCA gab jährlich einen Research Report » Prepared for use by engineers and executives of RCA divisions
and companies in planning the development of products and services « heraus. Kopien der Reports waren
nummeriert und als Company Private deklariert: » This report is the property of the Radio Corporation of
America. The contents are for confidential use only, and are not to be published in any manner, in whole or
in part. «

»
RCA Research Report 1959

General Phosphor Studies
[...] Growth from the melt of materials like ZnS requires very special apparatus and procedures.
For ZnS, temperatures above 1850°C in inert atmospheres at 400 lbs/sq. in. or even greater
pressure are required. During the last part of 1959, the special apparatus shown in Fig. [see
above] was built, and trial melts have been obtained which demonstrate the validity of the design
concepts involved. The melts obtained to date, although still polycrystalline, contain a number of
large single crystals. The ultimate goal is to obtain single crystals having efficient luminescence.
References: [26]; For further information refer to: A. G. Fischer, P. N. Yocom or R. Nitsche (Zurich).

Electroluminescence
[...] Another method has been proposed to grow single crystals which would permit incorporation of
high-efficiency luminescence centers. With proper surface preparation, p-n junctions would be made to
allow d-c carrier injection. Luminescence should be achieved with sufficient brightness and efficiency to
be of practical value. Steps have been initiated to produce the first requirement, i.e., efficient lumin-
escence in single crystals. [...]
For further information refer to: S. M. Thomsen, A. B. Dreeben, A. G. Fischer, R. E. Shrader or S. Larach.
«

[ RCA Research Report 1959 pp. 81-82 ]

Die Abbildung des Hochdruck-Autoklaven in dem RCA Research Report 1959 resp. Slide ist ebenso
in [80] (First Edition Fig. 13.2 p. 524; Second Edition Fig. 9.2 p. 361) enthalten.
1960  

[PD1] RCA Patent Disclosure
Docket No. 48366 (1960)

Method for Preparing Refractory Phosphor Powders


Exkurs: RCA und Patentierung

RCA honorierte die von ihren Mitarbeitern eingereichten Patentvorschläge mit $75 und sorgte allein
schon so für ein florierendes Innovationsklima. Nach eingehender Prüfung wurde daraus ein Patent
beim amerikanischen Patentamt angemeldet, was erneut mit $150 honoriert wurde [ RCA Radiations -
The News Magazine of the RCA Laboratories - August September 1960 p. 8
]

In » Patents, RCA, and You « [ RCA Engineer - August-September 1963 pp. 2-6 ] und » How to file a
patent disclosure « [ RCA Engineer - April-Mai 1964 p. 8 ] wird das Vorgehen bei einer Patentierung
beschrieben. Wesentliche Vorraussetzung sind stets vollständige, signierte und datierte Aufzeichnun-
gen in dem Labor-Notebook, die von einem sachverständigen Mitarbeiter zusätzlich zu bezeugen sind.

Erst nach einem Patent Disclosure wurden interne Berichte, Technical Notes (zum Beispiel Princeton
Technical Report (PTR)) verfasst, um ein Mindestmaß an Patentschutz sicher zu stellen. Etwa 20-25%
dieser Patent Disclosures wurden nach sorgfältiger Prüfung verwertbare Patente.

RCA gab seinen Mitarbeitern gleich ein Buch über das Patentwesen an die Hand: Die » Patent Notes
for Engineers « von Clarence D. Tuska (RCA Director of Patent Operations) sind als Anleitung gedacht
und geben detailierte Einblicke in RCAs ausgefeiltes Patentwesen. Kontinuierlich verbessert und aktu-
alisiert wurde das Buch im eigenen Verlag » RCA Review « über Jahre hinweg immer wieder neu auf-
gelegt.

[ RCA Patent Disclosure Data Sheet - Form Pat. 3009 08-54 - Form Pat. 3010 08-54 ]

[ RCA Employee Invention Agreement - Form Pat. 3122-03/55 ]

Laut Fischers Arbeitsvertrag gehörten RCA sämtliche Verwertungsrechte an seinen Erfindungen.
Dieses betraf auch Erfindungen aus dem eher privaten Bereich, für die Fischer sonst eine Freigabe
hätte erwirken müssen: » [PD29] Improved Capacitive Discharge Ignition System (1969) « ist sehr
wahrscheinlich eine Verbesserungsidee zu seinem D-D Fusionsreaktor [6] aus 1956. » [PD15] Sub-
miniature Narrow Bandpass Filter and/or Discriminator (1963) « als auch » [PD16] Vibrating Reed
Switches for Radio Paging and Dialing (1963) « entwickelten sich vermutlich aus seinem Hobby:
Funkferngesteuerte Flugmodelle.

Die parkähnliche Anlage der RCA-Laboratorien war ein idealer Modellflugplatz: » Bei gutem Wetter
haben wir in der Mittagspause oft unsere ferngesteuerten Flugmodelle auf dem RCA-Gelände fliegen
lassen. Natürlich haben wir die Mittagspausen manchmal auch überzogen, aber das Management
hat das geduldet. «
[27] Fischer, A. G.
RF-Zone Melting of CdS, ZnS, ZnSe

American Physical Society, New York, N. Y., 02. February 1960

[ angeführt in: RCA Research Report 1960 p. 139 | RCA Research Report 1961 p. 126 ]
[28] Fischer, Albrecht G.
Progress Toward Injection Electroluminescence I

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1960)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-1740 (Series)
38 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]
[29] Albrecht G. Fischer
Injection electroluminescence

Solid-State Electronics, Vol. 2, Issue 4, pp. 232-246 (May 1961)
Received 07. October 1960; revised 08. December 1960

[ Publication ]


» [...] The efficient generation of visible light by means of carrier injection and recombination
in junctions of wide-band-gap semiconductors is an extremly fascinating idea.
This paper is the first attempt to give a review and a preview of this still embryonic field, with
the objective to stimulate interest and though. [...]
Owing to the undeveloped state of this field it is often unavoidable that speculations, prelimi-
nary results and personal opinions take the place of theory and exact data. It is hoped that
this is a stimulus for the reader to find more accurate answers wherever possible. [...] «

[ [29] pp. 232-233 ]


RCA ermunterte neu eingestellte Forschungsmitarbeiter, sich Forschungsthemen auszusuchen, die ihren
eigenen Neigungen und Interessen entsprachen. » [...] To promote creativity among new researchers,
PhDs entering the Labs were encouraged to define their own areas of interest. [...] « [ Kressel 2007, 112ff ] .
So liest sich dieser Beitrag für die Solid-State Electronics. Fischer schlug hier aus theoretischen Überle-
gungen heraus verschiedene Halbleiter-Strukturen und -Aufbauten vor, die er erst später durch Forschungs-
arbeiten umzusetzen versuchte. Andere griffen die Vorschläge auf:

» [...] In an article entitled, "Injection Electroluminescence" (Solid-State Electronics, vol. 2, Pergamon
Press, 1961, pp. 232-246) [29], Fischer discusses various theories and problems in the injection-electro-
luminescent art and suggests the use of graded junctions or "reduced-band-gap contacts" in a p-i-n
structure to introduce both holes and electrons into a thick i-layer of luminescent material. However, he
does not disclose how to m[ake] such a device or give the combination of materials which will provide
such an arrangement and can be joined with the required graded junctions. Fischer, in the same article,
suggests another theoretical device utilizing a layer of luminescent ZnSe:Ag, Al with a layer of indium
oxide on one side and a layer of ZnTe on the other. Only the ZnTe is joined to the ZnSe by a graded
junction to provide a structure having a "reduced-gap anode." Once again no suggestions as to how to
make the device or graded junctions are given, nor is any information presented as regards the precise
structure of the "reduced-gap" contact and the graded junction.
[...] It is accordingly the general object of the present invention to provide a practical injection-electro-
luminescent device that will overcome the foregoing and other problems of the prior art and efficiently
produce recombination radiation at room temperature. [...] «

[ Willi Lehmann - Injection-electroluminescent device with graded heterojunctions and method of
manufacturing such devices (1967) US3510715
] Willi Lehmann: siehe Westinghouse.


»
GaN Device History

Year        Historic Event GaN Milestone Reference
1932 Roosevelt wins Presidential
Election
First GaN crystal
synthesized
W. C. Johnson et al
1961 Y. Gagarin first man in space First p-type GaN A. G. Fischer [29]
1969 First moon walk by Armstrong
and Aldrin
First monograph on
nonmetallic nitrides
G. V. Samsonov
1971 Bangladesh Independence First GaN LED J. I. Pankove, P. Maruska
1987 Dow Jones plunges 508 points       
(22,6%) 19. October
p-type activation via       
e-beam irradiation
S. K. Obyden et al
«

[ M. S. Shur - GaN Microwave Transistors (2005) p. 9 | M. S. Shur - GaN-based Devices (2005) p. 16 ]

» Yes, it [29] was a pioneering work. « [ Michael Shur, private communication 25.11.2009 ]


» [...] A number of mechanisms available for exciting luminescence in semiconductors are summarized
by Fischer [29] and Ivey [ ]. Of these, excitation by an external electron beam has proved to be a
successful means of inducing lasing. [...] «

[ Frank Stern - Stimulated Emission in Semiconductors (1966) p. 404 ]


Erst 1969 wurden die Arbeiten an GaN erneut aufgenommen. Herbert Maruska und James Tietjen gelang
bei RCA die Herstellung von GaN-Filmen durch Züchtung aus der Gasphase, eine Technik, die zuvor zur
Herstellung von GaAs, GaP und GaSb genutzt wurde.

Tietjen war Ende der 60er Anfang der 70er Jahre einer der RCA Labor Direktoren und einer von Fischers
unmittelbaren Vorgesetzten. Das Verhätnis zwischen den beiden wurde im Laufe der Zeit immer schwieri-
ger [73]. Nach den ersten Erfolgen bei der GaN-Herstellung beschwerte sich Fischer, der sich übergangen
fühlte: » Das war ein alter Hut. Ich hatte schon vor Jahren darauf [ Anmerkung: auf mögliche Herstellungs-
verfahren und die Schwierigkeiten der Dotierung ] hingewiesen. « Die Herausforderung bestand weiterhin
in der Dotierung von GaN [29].

Der Herstellungprozess basierte zum Teil auf den Arbeiten von Robert Juza und Harry Hahn aus dem Jahr
1938 [ Schubert2003: 16 ] [ Griffiths2005: 2 ], die ebenso von Fischer zuvor bereits zitiert [8] und genutzt
worden waren (siehe [21] [29]).

Erneut konzentrierte sich danach die Forschung auf die p-Dotierung von GaN, in der Hoffnung, dadurch
effiziente, blau leuchtende LEDs herstellen zu können. Ab September 1970 arbeitete Edward Miller, der
für Herbert Maruska an die RCA Laboratorien kam, zusammen mit Jacques Pankove an blau-leuchtenden
p-type GaN-basierenden LEDs. So berichtete Jacques Pankove 1972 auf der Pugnochiuso-Konferenz
(siehe [85] pp. 114-126) über die GaN-Herstellung bei RCA. In der anschließenden Diskussion erläuterte
er auf Anfrage von Fischer die Maßnahmen, die ein vorzeitiges Zersetzen des GaN bei höheren Tempera-
turen verhindern sollen ([85] p. 126).

Edward Miller fasste später die Schwierigkeiten bei der GaN-Herstellung zusammen [ Miller2005 ]:

» [...] It was at this time, in the summer of 1973, that I attended a Gordon Conference in New Hampshire
featuring nitride research. At this meeting I was at a table one evening with the head of the Bell Labs
Materials Group, and I did not hesitate to ask him about the GaN work at his laboratory. I was
astonished at his answer. He said that they were shutting down the work on GaN and moving on to
other more promising work, because they were unable to make p-type GaN. [...] Then in January 1974,
Dr. Tietjen called us into his office and explained that spending money on the GaN work with no results
that could lead to a commercial product in the near term was exhausting his budget. "You guys have
bled me dry with nothing useful to show for it," he said. Then he phased out the project. [...] «


» [...] by the beginning of 1974, RCA Corporation was collapsing as revenues plunged due to inept
corporate management. The blue LED project was cancelled. [...] Isamu Akasaki refused to give up
the cause, and finally in 1989 he solved the p-type doping dilemma, achieving conducting material
with electronic-beam annealed Mg-doped GaN [ ]. Finally in 1995, Nakamura at Nichia Chemical
Industries developed blue and green GaN heterostructure LEDs with efficiencies exceeding 10% [ ].
One must never give up. [...] «

[ Griffiths2005: 5 ]


Siehe auch [20] [152].


Zur Entwicklungsgeschichte der blauen Leuchtdiode siehe: [ Johnstone1999: 324ff ]


Shuji Nakamura erhielt zusammen mit Isamu Akasaki und Hiroshi Amano für die Entwicklung
der blauen LED auf GaN-Basis den Nobelpreis in Physik 2014.

» [...] While the Nobel Committee says that the "invention of the blue LED is just twenty years old," its
history in fact dates from the late 1960s. And the story of the blue LED begins not in Japan but in New
Jersey, at the Princeton laboratories of the Radio Corporation of America. [...] «

[ Benjamin Gross - How America Lighted the Way for a Japanese Nobel (10. October 2014) Wall Street
Journal - Opinion
]

[ Mariel Carr - The Original Blue LED (2014) Video ]
[PD2] RCA Patent Disclosure
Docket No. 50120 (1960)

Light Source for Continous CR Laser Action
[PD3] RCA Patent Disclosure
Docket No. 50139 (1960)

Preparation of Single Crystal Layers by Zone Recrystallation from Flux
  »
RCA Research Report 1960

Electroluminescence
[...] Another form of electroluminescence, in which the cells are operated by low-voltage d-c fields, has
been known in principle for some time. It has been proposed that forward currents through p-n or p-i-n
junctions of luminescent semiconductors should give rise to recombination radiation in the visible spectral
range. A critical survey of the principle and of predictable sources of loss has ascertained that high
brightness and good efficiency should be attainable. When completed, such a "cold light" source would
be similar to a solid-state power diode with a transparent front electrode, and would be suitable for
applications such as optical coupling links in computation systems.
To reduce this principle to practice requires thin wafers of luminescent, semiconducting or insulat-
ing crystals with transparent contacts for carrier injection. The usual vapor phase crystallization tech-
niques used to obtain these crystals were considered unsuitable. A small, but technically ambitious, pro-
gram has been started to crystallize promising decomposable materials such as ZnSe, CdS, ZnS, ZnO,
GaP, or AlP from the melt, as is done with low-band-gap semiconductors. This process requires high pres-
sures and high temperatures, in conjunction with corrosive poisonous vapors.
Techniques have been developed and equipment has been built for zone melting, zone refining, Czoch-
ralsky pulling, floating-zone melting, and Verneuil growth under these severe conditions. Initial experi-
ments have shown that ZnSe and CdS can be zone melted and zone purified with r-f heating in a con-
trolled, pressurized selenium or sulfur atmosphere. Much more work in this direction is planned in the
near future.
To prove the feasibility of such devices, d-c electroluminescent junctions have been made on n-type,
luminescent ZnSe: AI: Cu crystals grown from the melt under high argon pressure. As soon as more and
better crystals become available through this program, the experimental studies on the problem of
hole injection into near-insulators will be intensified.
References: [28] [30]; For further information refer to: A. G. Fischer, A. B. Dreeben, R. E. Shrader or
S. M. Thomsen. «

[ RCA Research Report 1960 pp. 83-84 ]
1961  

[PD4] RCA Patent Disclosure
Docket No. 50264 (1961)

Laser Using Luminescent Powder Material
[30] Fischer, A. G.
Melt-growth of decomposable wide-band-gap semiconductors
[ Preparation of Wide-Band-Gap Semiconductors from the Melt ]

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1961)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-1864 (Series)
44 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]
[31] Fischer, Albrecht G.
Fast-responding control system for refractory material heated crystal pullers

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1961)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-2077 (Series)
3 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]


Möglicherweise laut Hinweis in [29] - to be published - ebenso erschienen im
Bulletin of the American Physical Society Series II, Vol. 6, p. 17 (1961)
[32] Fischer, A. G.; Paff, R. J.
Solubility of ZnSe and ZnTe in CdS

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1961)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-2078 (Series)
3 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]

See also [36].
  Exkurs: RCA, Paul K. Weimer und der Dünnfilm-Transistor

Paul K. Weimer gelang 1960/1961 bei RCA der Durchbruch bei der Herstellung von Dünnfilm-
Transistoren. Später werden diese Bauelemente eine wesentliche Rolle bei der Herstellung
von flachen Flüssigkristall-Displays spielen:

»
RCA Announces Tiny Experimental Thin-Film Transistor

[...] The new device, which has been tested successfully at RCA Laboratories, may open the way to
new ultraminiature mass-production transistor circuits for many applications, especially in electronic
computers and perhaps ultimately in other equipment such as thin-screen wall-type receivers.

Disclosure of the advance was made by Dr. Hillier, as details of the unit were being described at a
recent conference at Stanford University by Dr. Paul K. Weimer of the RCA Laboratories technical
staff [ paranthesis: Weimer P. K. - An evaporated thin film triode - Proceedings of the IRE-AIEE
Solid State Device Research Conference; Stanford University, Stanford, CA, June 1961 ], who was
responsible for its development.

"This is believed to be the first time that transistors having useful performances have been produced
entirely by the thin-film technique of evaporating all materials upon an insulating base - in this case,
a glass plate," Dr. Hillier said. [...]
«

[ RCA Radiations - The News Magazine of the RCA Laboratories - August September 1961 p. 3 |
RCA Research Report 1961 pp. 52-53 ]
[PD5] RCA Patent Disclosure
Docket No. 51051 (1961)

Highly Refractive, Low-Melting Glass
[PD6] RCA Patent Disclosure
Docket No. 51136 (1961)

Simple, Fast Responding Control System for RF-Power Stabilisation
[PD7] RCA Patent Disclosure
Docket No. 51254 (1961)

Preparation of GaP by Nonaqueous Precipitation
[33] Dreeben, A. B.; Fischer, A. G.; Mason, A. S.
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Research Center, Princeton, N. J.
Scientific Report No. 1, 48p.
15. January - 15. April 1961; 14. May 1961
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018; AFCRL 360

[ Publication ]

» Injection electroluminescence is the conversion of electrical energy into light energy
by way of radiative recombination of electrons and holes which are injected from two
separate, ohmic contacts, into the volume of a crystal. Many important applications
await the practical availability of injection EL light sources. Since the light source
is compact, shock-resistant and cool, it might be suitable for special applications
such as laser excitation. The preparation of ZnSe crystals suitable for injection EL
is discussed. In order to grow better crystals, several methods were developed for
melting selenides and sulfides above atmospheric pressure in selenium or sulfur vapors
respectively. A new apparatus for Czochralski pulling of decomposable solids under
pressure and experiments with controlled zone-sublimation-recrystallization for vaporphase
growth of ZnTe and ZnSe are described. The design and operation of a new
vacuum system for epitaxial growth of multiple layers is outlined. «


Fischer, A. G.; Mason, A. S.
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Research Center, Princeton, N. J.
Scientific Report No. 2, 27p.
15. April - 15. July 1961; 15. August 1961
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018; AFCRL 721

[ Publication ]

» It was found that vertical crystal pulling of ZnSe and CdS is possible only in pressurized
atmospheres of unsaturated vapors, since saturated vapors are too opaque to permit
visibility. Several new systems for crystal growth under pressure are described, and
a new feedback circuit for control of the RF generator has been invented. The properties
of melt-grown ZnSe have been investigated, and an extensive survey of contacts to
ZnSe was initiated. ZnSe and CdS form solid solutions, whereas CdS and ZnTe are
immiscible. Materials which hold promise for the preparation of alloyed contacts have
been found. Several single and multiple films with interesting properties have been
obtained by evaporation, and an analysis of SCL hole currents in ZnSe has been carried
out. It has been found that a glass consisting of As-S-Br is transparent from . 5 to 13
microns. GaP crystals have been prepared by vapor phase reaction starting from GaN. «


Fischer, A. G.
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Research Center, Princeton, N. J.
Scientific Report No. 3, 34p.
15. July - 15. October 1961; 15. November 1961
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018; AFCRL 979

[ Publication ]

» The use of a new, fast-responding control system in combination with a new setup for
the vertical Bridgman method with RF heating under high pressure, effected a marked
improvement in the quality of ZnSe crystals. The microscopic observations in single
electroluminescent particles were continued. Preparation and properties of the new
embedding media with matched indices of refraction are described in detail. Interpretation
of the findings permits the elimination of a number of current hypotheses on
the mechanism of electroluminescence. The results are in qualitative agreement with
a model based on transient alternate space-charge-limited injection of holes and electrons
from imperfection lines which are decorated with precipated conducting CuS, into
insulating, compensated ZnS. The injected holes are stored in deep activator centers
for half a cycle and recombine with electrons in the next half cycle. «
 
  »
RCA Research Report 1961

Electroluminescence
[...] The main requirement for the realization of injection electroluminescence in p-i-n junctions, which
promises high brightness and efficiency, is single crystals. In an extension of semiconductor tech-
niques, zinc selenide crystals were grown from the melt at 1500°C by r-f heating under high selenium
pressure. The furnace used is shown in Fig. [ ] and typical crystals are shown in Fig. [ ]. The necessary
autoclave techniques and a new, fast-responding temperature-control system were also developed.
The crystal-growth program, initiated with the objective of producing n- and p-type crystals and junc-
tions, was supplemented by research on recrystallized epitaxial thin films made by a vacuum-transport
method. Sandwich-type ZnTe-ZnSe-ZnTe structures which exhibit hole injection into the zinc selenide
were prepared; this indicates that the difficult problem of hole injection is soluble.
To elucidate the mechanism of electroluminescence in powders, embedding media with a refractive
index matched to that of zinc sulfide were prepared, which permitted microscopic examination of the in-
terior of electroluminescent particles. The observations suggest that alternate injection of electrons and
holes from internal conducting spikes (decorated imperfection lines) into insulating zinc sulfide is the
mechanism through which electroluminescence is generated.
References: [33] [34][31]; For further information refer to: A. G. Fischer.
«

[ RCA Research Report 1961 pp. 83-84 ]
1962    

  Fischer, A. G.; Mason, A. S.
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Research Center, Princeton, N. J.
Semiannual Scientific Report No. 1, -
15. October 1961 - 15. January 1962; 15. February 1962
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018; AFCRL 62-142

[ Publication ]

» Abstract: A study was made of carrier injection electroluminescence. It was found that electro-
luminescence in ZnS-type powders occurs in the interior of the particles and is confined to sharp
lines of various shape. The brightness of single lines rises exponentially with voltage and becomes
linear at highest voltages. Light is emitted at that end of a line which is pointed towards the electrode
becoming positive. Existing theories are shown to be insufficient. A new model based on alternating
bipolar field-emission from conducting imperfection lines in insulators with traps was developed and
compared with experience. Good agreement with most experimental facts is demonstrated. The
brightness of single lines (100,000 ft-lamberts) should be obtainable in larger areas with dc injection
EL in single crystals since the working mechanism is similar. New insights were gained into the
mechanism of depreciation of EL cells. The particle-sizedependence of brightness can be explained.
Contact-, dc-and photoelectroluminescence can be interpreted under one common viewpoint. (Author) «


Fischer, A. G.; Fonger, W. H. ; Mason, A. S.
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Research Center, Princeton, N. J.
Semiannual Scientific Report No. 2, 1p.
15. January - 15. July 1962; 15. August 1962
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018; AFCRL 62-588

[ Publication | probably: Scriptum 4.73 ]

» Abstract: A summary is presented of the work on ac electroluminescence of ZnS powder. Novel
basic observations and new measurements on el lines in powder particles are described.
A new comprehensive model is derived and compared with previous models. The model
is applied to all known facts of powder el and yields many new insights. It is shown that
ac-el is caused by bipolar tunnel injection. A description is given of the realization of dc
carrier injection electroluminescence. Conducting, photoluminescent ZnSe crystals grown
from the melt under Zn pressure show high electron mobilities and display dc-el. Pure
ZnSe and ZnTe starting materials have been prepared by new methods, and advances in
zone purification were made. Difficulties were encountered in Czochralski pulling of these
materials, but approaches were found. Flux-grown GaP crystals show near-band-gap
radiation, sublimed crusts bright red injection el. No miscibility between GaP and BP could
be observed, and BP was difficult to prepare in pure form. ZnSe was recrystallized from
supersaturated zinc flux. (Author) «


Further report [46].
[PD8] RCA Patent Disclosure
Docket No. 51255 (1962)

Growth of Thin Single-Crystal Layers
[34] Fischer, A. G.; A. S. Mason
Properties of As-S-Br Glass

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1961)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-2038 (Series)

[ angeführt in: RCA Research Report 1961 p. 75 ]


Ebenso veröffentlicht unter:

Albrecht G. Fischer; Allen S. Mason
Properties of an As-S-Br Glass
Journal of the Optical Society of America, Vol. 52, Issue 6, pp. 721-722 (June 1962)
Received 17. October 1961

[ Publication | Scriptum 14.32 ]
[35] Fischer, Albrecht G.
Control apparatus for induction heating system

United States Patent US3177336
Filing Date: 05. February 1962; Publication Date: 06. April 1965

[ Publication | Scriptum 14.18; 14.48 ]


» Die Schmelze muß also auf ±1 °C konstant gehalten werden, was bei 1440 °C, 50 atm. Druck
und Gegenwart von korrosiven Phosphordämpfen nicht leicht ist. Die heute allgemein gebrauchten
kommerziellen Systeme umgehen die Schwierigkeiten und halten einfach die dem Tiegel zuge-
führte Heizleistung sehr konstant, in der Hoffnung, daß dann die Temperaur der Schmelze eben-
falls konstant bleibt. Ich war der erste, der bei der GaP-Kristallzucht einen geschlossenen
Regelzyklus ('closed loop') einführte.

Ich fand, daß sich Wolfram-Rhenium-Thermoelemente gegen die Phosphordampf-Atmosphäre
relativ stabil verhalten. Ich koppelte außerdem das Thermoelement-Signal mit einem optischen
Signal: Die sichtbare Temperaturstrahlung des heißen Tiegels, die in ihrer Intensität nach dem
Stefan-Boltzmann-Gesetz mit der 4. Potenz der Temperatur steigt, wird durch einen Saphir-Stab
als Lichtleiter in die unteren, kalten Teile des Autoklaven geführt und trifft dort auf eine Si-Photo-
diode. Diese wandelt das Licht in Strom um. (Durch den Lichtleiter wird die Streuung des Lichts
in der Hochdruck-Argon-Atmosphäre, mit ihren Temperatur-Schlieren, umgangen). Das Thermo-
element- und das Photozellensignal werden addiert und dem Regelkreis des die Heizenergie
liefernden Hochfrequenzgenerators zugeführt. Hierzu dient ein in einer weiteren Patentanmel-
dung beschriebenes Bauglied, das aus dem amplitudenmodulierten Signal ein phasenmodulier-
tes Signal macht, das leicht zu verstärken ist, und aus dem dann wieder ein Gleichstromsignal
gemacht wird [35].

Dieses Prinzip wird heute in vielen kommerziellen Reglern verwendet. «

[ Scriptum 14.21 ]
[36] A. G. Fischer; R. J. Paff
Solubility of ZnSe and ZnTe in CdS

Journal of Physics and Chemistry of Solids, Vol. 23, Issue 10, pp. 1479-1480 (October 1962)
Received 30. March 1962; revised 07. June 1962

The research in this paper was sponsored by the Electronics Research Directorate,
Air Force Cambridge Research Laboratories, under Contract AF19 (604) 8018,
report AFCRL 721 (1961) [33]. See also PEM-2078 [32].

[ Publication | Scriptum 5.17 ]


» [...] ZnSe-CdS. This section is a nonquasibinary section of ZnS + CdSe ⇔ ZnSe + CdS ternary mutual
system (...) [ ]. Using XRD [annotation: x-ray diffraction], it was determined that solid solutions with wurt-
zite and sphalerite structure are formed in this system [36]. Energy gap of the forming solid solutions has
intermediate values in comparision with the energy gap of ZnSe and CdS. Cadmium selenide is not
formed at the interaction of ZnSe and CdS.
The ingots ware annealed at 1000°C for 12 h [36]. [...] «

[ Vasyl Tomashyk - Quarternary Alloys Based On II-VI Semiconductors (2015) p. 53, 56 ]
  Exkurs: RCA, Richard Williams und die Flüssigkristalle

Richard Williams kam Mitte 1958 zu RCA. Er untersuchte am Materials Research Laboratory unter der
Leitung von Simon Larach unter anderem die Absorbtion von Licht an dem Halbleitermaterial CdS
unter dem Einfluß starker elektrischer Felder: der elektrooptische Franz-Keldysh-Effekt, kurz zuvor
entdeckt, machte gerade seine Runde.

Williams untersuchte im April 1962 diesbezüglich Flüssigkristalle, und beobachtete — wohl unwissent-
lich — erneut, was Yngve Björnstahl bereits 1918 herausfand [ Yngve Björnstahl - Untersuchungen
an anisotropen Flüssigkeiten (1918) pp. 161-207
]. Mit diesen Untersuchungen legte er die Basis
für weitere Forschungen an Flüssigkristallen bei RCA: Flüssigkristalle lassen sich (eingespannt in
einem elektrischen Feld) als niederfrequenter Lichtmodulator einsetzen. Das Management erkannte
das große kommerzielle Potential von Flüssigkristallen im Bereich von Displays. Um einen möglichen
Wettbewerbsvorteil nicht zu verspielen, wurde das Projekt auf den Status "Company Private" gehoben,
eine milde Form der Geheimhaltung: In der tägliche Praxis der Labs bekamen interressierte Mitarbeiter
Informationen über die Arbeiten, andere wurden bei speziellen Problemen um Rat gefragt. Nach außen
durften jedoch keine Informationen über das "private" Projekt dringen: Veröffentlichungen zu Flüssig-
kristallen und ihren Anwendungen waren ebenso wenig möglich wie auch ein Gedankenaustausch
mit anderen Wissenschaftlern auf dem Gebiet. In dem RCA Research Report von 1963 werden die
Studien zu den Flüssigkristallen erstmals erwähnt.

[ Richard Williams Notebook 13. April 1962 ] [ RCA Research Report 1963 pp. 111-112 ] [ Gross2011:
126ff, 167 ] [ Johnstone1999: 95ff ] [ Magoun2003: 93 ]

» [...] My recollection of first seeing an electro-optic effect in a liquid crystal is very clear. My boss, Jan
Rajchman, walked into my lab and said, "Si (Simon) Larach has something to show us." We went
upstairs to Larach's lab where he had two pieces of glass with a transparent conductive coating, some
yellowish powder, a hot plate, a microscope lamp, a couple of clip leads, and a 22.5-V "C" battery. He
placed the powder (para-azoxyanisole) between the two pieces of glass, put the resulting sandwich
on the hot plate, and shined the microscope lamp on it. Carefully adjusting the hot plate so the powder
just melted (para-azoxy-anisole is a liquid crystal over a very narrow temperature range at about 120°C),
he then used the clip leads and the battery to demonstrate the electro-optic effect that later became
known as dynamic scattering. When the electric field was applied, there was a dramatic change - the
liquid turned from clear to milky white. [ Annotation: probably demonstrated July-August 1962 ]

What he showed us was based on the work of Richard "Dick" Williams, who worked for Larach at the
time. Williams had discovered an electro-optic effect in para-azoxyanisole earlier that spring. At a field
of about 1000 V/cm, he observed that visible domains, which became known as "Williams Domains,"
formed in the liquid-crystal layer.[...] « [ Lechner2008: 26 ]
[PD9] RCA Patent Disclosure
Docket No. 52124 (1962)

Schlieren-Optical Projection TV System Using Liquid Crystals


Williams nahm es mit dem RCA-internen Firmen-Regelwerk, Labor-Notebook Eintragungen gegen-
zeichnen zu lassen, nicht so genau. Eine Ausnahme war das Flüssigkristall-Experiment vom 13. April
1962, das er am 30. April 1962 mehreren Mitgliedern seines Teams zeigte und von Ross Shrader und
von Richard Bube - mit dem er seinerzeit das Büro teilte - beglaubigen ließ [ Gross2011: 131ff ] .

Fischer hatte um diesen Zeitpunkt herum auch Kenntnis von den neu entdeckten elektro-optischen
Eigenschaften der Flüssigkristalle: Ende Mai, Anfang Juni 1962 reichte er den Patentvorschlag [PD9] ein.
Fischer arbeitete während dieser Zeit mit Hochdruck an Modellen zur Erklärung der Elektrolumineszenz
von ZnS. Losgelößt von seinen anderen Arbeiten steht dieser Patentvorschlag zu einem Füssigkristall-
Projektor [PD9]: Bereits kleine Änderungen im Brechungsindex der Flüssigkristalle werden durch ein
Schlieren-optisches System sichtbar. Das System sorgt gleichzeitig auch für die Projektion des Bildes.

Williams untersuchte ab Mai 1962 systematisch die elektro-optischen Eigenschaften von Flüssigkristallen
unter dem Einfluß elektrischer Felder und reichte daraufhin am 09. November 1962 das Patent » Electro-
optical elements utilizing an organic nematic compound « US3322485 ein. Ergänzend verfaßte er zwei
Princeton Technical Reports PTR-1370 » Domains in Liquid Crystals « und PTR-1371 » Liquid Crystals in
an Electric Field « (28. Januar 1963).
Die sichtbaren Flüssigkristall - » Schlieren « - Bereiche, die sich beim Anlegen eines elektrischen Feldes
ausbilden, werden daraufhin als Williams-Domäne bekannt.
[37] Albrecht G. Fischer; Allen S. Mason
A New Model for the Electroluminescence of ZnS-Type Powders

Electronics Devision Abstracts
Volume 11, Number 1, Abstract Number 44, pp. 55-59
The Electrochemical Society, Spring Meeting, 06.-10. May 1962
Los Angeles, California
07. May 1962

[ angeführt in: RCA Research Report 1962 p. 109, 147 ]
[38] Albrecht G. Fischer
Electroluminescent Lines in ZnS Powder Particles
I. Embedding Media and Basic Observations

Journal of the Electrochemical Society, Vol. 109, No. 11, pp. 1043-1049 (November 1962)
Presented 06.-10. May 1962; received 11. June 1962

[ Publication ]

Part II [39]
 
[39] A. G. Fischer
Electroluminescent Lines in ZnS Powder Particles
II. Models and Comparison with Experience

Journal of the Electrochemical Society, Vol. 110, No. 7, pp. 733-748 (July 1963)
Presented 06.-10. May 1962; received 16. August 1962; revised 28. January 1963

[ Publication | Scriptum 14.82ff ]

Part I [38]


» [...] In order to induce a deeper understanding of what has to be reviewed in this article
one should provide some background information about these competitors and forefathers,
which also in itself might be of some historical interest as it illustrates errors and "Umwege"
(roundabouts) made by the large scientific community.
Powder devices were more or less direct successors of the Destriau panels. The early pow-
der displays are associated with the names of Fischer [38] [39], Vecht [ ], and Vlasenko [ ].
Almost all rely on the use of the Cu doping which leads to one of the numerous copper
sulfide phases which are conducting or semiconducting and having the shape of (needle-
like) inhomogeneities concentrate the field so that a high-field device results in a sense that
not uniformly high fields act, but high-field spots produce minority carriers. [...] «

[ R. Mach; G. O. Müller - Physical Concepts in High-Field, Thin-Film Electroluminescent
Devices (1982) p. 12
]


» [...] Much of the behavior can be understood if one looks at the microscopic nature of the
Destriau phenomenon. The best synthesis of observations and ideas on this subject is the
work of Fischer [38] [39]. [...] Since moisture is thought to be a source of sulfur vacancies at
the particle surfaces, Fischer et al [108] proposed that phosphor particles should be micro-
encapsulated with a phosphorsilicate, after Lehmann-type processing, to yield even longer
life. [...] The most promising approach to using ac powder EL in complex displays is in con-
junction with arrays of thin film transistor (TFT) circuits. Several groups persued this
approach [ ] [102] with the most impressive results by Brody et al [ ]. [...] «

[ D. Bosman - Modern Display Technologies and Applications (1982) p. 146ff ]


» [...] Mechanism of Light Generation. A detailed model of the ac powder EL process has
been developed and verified by Fischer [38][39][108]. The model has been scrutinized by
Lehmann [ ] and others and is general considered accurate. The Fischer model is not
applicable to the ac thin-film ZnS:Mn configuration and is most likely not applicable to
any configuration without supersatureted CuxS and possibly AgxS. [...] «

[ Tannas1985: 274-276 ]


» [...] The mechanism of the ACEL process in powders has been the subject of much discussion
and speculation, but the most convincing explanation is that due to Fischer [38] [39], who made
extensive microscopic observations of special experimental cells in operation. [...] «

[ Harry E. Ruda - Widegap II-VI compounds for opto-electronic applications (1992) p. 300ff ]


Siehe auch:
[ Achim Köhler - Dickschicht-Hybridtechnik als Aufbau- und Verbindungstechnik
für die Optoelektronik (1999) p. 49ff
]


Chen und Lockwood geben eine kurze Übersicht über die Historie der Lumineszenz und der Display-
Materialien basierend auf knapp 200 wegweisenden Veröffentlichungen der Electrochemical Society:

» [...] The extensive study of ZnS with different dopings continued in 1963. Kramer and Turner [ ]
discribed the quenching effect of infrared light on the luminescence of UV excited ZnS. Fischer
[39] discussed the electroluminescent lines in ZnS powder particles and compared the impact
ionization model explaining electroluminescence in ZnS. Lehmann [ ] reported on the emission
spectra of ZnS and (Zn, Cd)S phosphors doped with Cu and Ag. [...] «

[ R. Chen; D. J. Lockwood - Developments in Luminescence and Display Materials Over the Last 100 Years
as Reflected in Electrochemical Society Publications (2002) p. S72
]


» [...] The basic understanding of the EL mechanism in this material is due to Fischer during the
1960s and relies on Cu preferentially precipitating at thin needlelike CuxS defects (a well known
p-type semiconductor), which form during the phase transition from wurzite to the cubic structure
upon cooling [38] [39]. [...] «

[ M. Warkentin; F. Bridges; S. A. Carter; M. Anderson - Electroluminescence materials ZnS:Cu,Cl
and ZnS:Cu,Mn,Cl studied by EXAFS spectroscopy (2007)
]


» [...] Much of the early work was done in the '50's and '60's [Fischer, [39]; Destriau and Ivey,
[ ]], and in 1963 Fischer [Fischer, [39]] reviewed the existing models for AC EL and discussed
how consistent they were with empirical data. Fischer concluded that only two options were
viable for AC EL:- a model with bi-polar (holes and electrons) field emission from opposite ends
of conducting needle-like CuS precipitates, and a similar impact ionization model which is a
modification of Maeda's model [Maeda [ ]]. The presently accepted model for explaining AC EL
in such materials is the bi-polar field emission model that Fischer developed as an extension of
earlier models [Fischer, [38],[39]]. [...] «

[ Yu Jiang - Studying the Local Structures of Novel Materials Using the
Extended X-Ray Absorption Fine Structure Technique (2009) p. 90
]


» [...] Activated ZnS phosphor powders have been studied for solidstate lighting applications since
Destriau discovered their electroluminescence (EL) under AC excitation [ ]. Extensive research
culminated in the best experimental observations and mechanistic theory by Fischer in 1963 [38]
[39]. Fischer observed that light emission was in the form of alternating emission from either end
of a linear structure within the individual ZnS : Cu,X phosphor particles. [...] «

[ S. Medling; C. France; B. Balaban; M. Kozina; Y. Jiang; F. Bridges; S. A. Carter - Understanding
and improving electroluminescence in mill-ground ZnS : Cu,Cl phosphors (2011)
]


» [...] Although the mechanism of AC powder electroluminescence has still not been fully eluci-
dated, many investigations into the phenomenon have been carried out in order to advance our
understanding. Notably, Fischer [38][39] developed a model involving bipolar field emission into
the zinc sulphide lattice from opposite ends of copper sulphide needles embedded within it.
According to this model, after trapping of the injected holes at copper activator centres, and
charge recombination with mobile electrons on field reversal, this gave rise to light emission
in the form of lines or striations extending through most of the volume of the particles.
Although the Fischer model is still widely accepted, there have been few reports of the direct
observation of the copper sulphide phase which is implicated in the field-emission process
in the model. One of these is a short article by [...] «

[ Robert Withnall; Jack Silver; Paul G. Harris; Terry G. Ireland; Paul J. Marsh - AC powder
electroluminescent displays: A state-of-the-art review (2011) p. 799
]
[PD10] RCA Patent Disclosure
Docket No. 52202 (1962)

Fast EL-PC Logic Elements
[PD11] RCA Patent Disclosure
Docket No. 52223 (1962)

DC-Operated Solid State X-Ray Image Intensifier
[40] A. Fischer
Mechanismus der Elektrolumineszenz von Zinksulfidpulver

27. Deutscher Physikertag in Stuttgart (24.-28. September 1962)
27. September 1962

in: Physikalische Verhandlung, Vol. 13, p. 219
Ernst Brüche (Hrsg.)
Physik Verlag; Mosbach, Baden; 1962

[ angeführt in: RCA Research Report 1962 p. 147 ]

Siehe [43]
[PD12] RCA Patent Disclosure
Docket No. 52915 (1962)

EL Light Source Using Hot-Pressed Polycrystals
[41] Albrecht G. Fischer; Herbert I. Moss
Tunnel-Injection Electroluminescence

Journal of Applied Physics, Vol. 34, Issue 7, pp. 2112-2113 (July 1963)
Received 14. December 1962

[ Publication ]


Albrecht Fischer und Herbert Moss wiesen in der Veröffentlichung [41] darauf hin, dass
unabhängig von ihrer eigenen Forschung ein Team des Scientific Laboratory der Ford
Motor Company in den Applied Physics Letters kurz zuvor im Januar 1963 über ähnliche
Arbeiten zur Elektolumineszenz berichteten [ R. C. Jaklevic; D. K. Donald; J. Lambe;
W. C. Vassell - Injection Electroluminescence in CdS by Tunneling Films (1963)
].


» [...] Auf der Suche nach einer besseren Methode, Defektelektronen (= Löcher) in den n-Typ-
Halbleiter-Leuchtstoff hineinzubringen, stieß ich auf die Methode der Tunnel-Injektions-Elektro-
lumineszenz [41]. [...] Man erzielt mit dieser Methode in der Tat helle Elektrolumineszenzemission,
jedoch liegt der Nachteil darin, daß der dünne Isolierfilm sehr schwer porenfrei ("pinhole-free")
herzustellen ist und keine hohe Betriebslebensdauer besitzt. [...] «

[ Scriptum 12.23 ]


» [...] Injection electroluminescence in CdS utilizing a metal-insulator-CdS, tunnel-injection contact
has previously reported [ Jaklevic s. o. ] [41]. In both cases, electroluminescence was observed at
low voltages (about 1 V), but the contact was able to withstand only low currents. This letter re-
ports on improvement of such a contact to allow achievement of much higher current densities. [...] «

[ D. D. O'Sullivan; E. C. Malarkey - High-current-density injection electroluminescence
in Cadmium-Sulfide (1965)
]


45 Jahre nach den allerersten frustrierenden Versuchen zur Erhöhung der Elektrolumineszenz mit
dünnen Isolierfilmen scheinen die technische Probleme nicht nur überwunden, die Miniaturisierung
der Tunnel-Injection Elektrolumineszenzzentren ist mittlerweile bei Nanowires angekommen:

» [...] In this paper, we report electroluminescence from a hybrid structure composed of an n-type
GaN nanowire in contact with a p-type Si substrate, where the current is injected along the length
of the nanowire. This scheme, first demonstrated with cadmium sulfide nanowires [ ] and later im-
plemented in zinc oxide [ ], is attractive for several reasons. First of all, it does not require complex
nanowire growth techniques involving either axial or radial dopant modulation. Second, it can be
applied to materials that are poor amphoteric semiconductors, i.e. semiconductors that are difficult
to obtain in both n- and p-type. Finally, device assembly does not require complicated fabrication
steps, as is the case with core/multishell heterostructures (e.g. selective etching of the nanowire
shell to contact the core). As we show, our structure emits ultraviolet EL from the GaN band edge
under both bias polarities, suggesting that light emission is mediated by tunnel injection of carriers
through thin native oxide barriers [ Jaklevic s. o. ] [41]. This work therefore provides strong evidence
that the standard p-n junction model is generally not applicable to this kind of device structure. [...] «

[ Mariano A. Zimmler; Jiming Bao; Ilan Shalish; Wei Yi; Joonah Yoon; Venkatesh Narayanamurti;
Frederico Capasso - Electroluminescence from single nanowires by tunnel injection: an experimental
study (2007)
]
[–] A. G. Fischer
Status of Electroluminescence Research in Germany, France and Holland

Princeton Engineering Memorandum PEM-2243 (Series)

[ RCA Research Report 1962 p. 109 ]
  »
RCA Research Report 1962

4-1 DIELECTRICS AND INSULATORS [...]

The Contact Between TCNQ and Cadmium Sulfide
An organic compound having high electrical conductivity has recently become available; it is the
arsonium salt of TCNQ (tetracyano-quino-dimethane). It was anticipated that novel behavior might
occur at contacts between this material and some of the more conventional inorganic electronic mater-
ials. Experiments on contact effects between the TCNQ salt and cadmium sulfide evaporated films
have been initiated. Point-contact measurements with a tungsten point on the TCNQ salt show recti-
fication, and the polarity indicates that the TCNQ is a p-type semiconductor. Thus it might serve as a
contact for the injection of holes into the normally n-type cadmium sulfide. Preliminary results indicate
that this is actually the case. This is in qualitative agreement with the experiments of A. G. Fischer
(see Section 4-8) in which a TCNQ contact to cadmium sulfide produced d-c electroluminescent
emission in the cadmium sulfide under forward bias.
For further information refer to: P. Mark. [...]

4-8 PHOSPHORS [...]

AC-Field Electroluminescence
To facilitate planning the programs for injection (d-c) electroluminescence, it has been thought ad-
visable to clarify the relationship between a-c and d-c electroluminescence, i.e., whether the basic
mechanism is the same with the difference lying mainly in the manner of applying the field to critical
areas. To this end the microscopic examination of powder particles luminescing under a-c fields was
continued with considerable elaboration.
The concept briefly described in the 1961, report has been substantiated. EL in embedded ZnS-type
phosphor powder particles has the form of bright sharp lines which lie well inside the volume of the
particles. The lines are paired colinearly but separated by a dark interspace; the pair members light
up alternately. These EL lines are associated with conducting, upper-decorated imperfection lines,
from which electrons and holes are field-emitted into the crystal from opposite ends. The injected
holes are trapped in activator (recombination) centers for half a cycle, and recombine with injected
electrons in the next half cycle. This new model present no real conflicts with respect to other known
phenomena.
References: [37] PEM 2243, "Status of Electroluminescence Research in Germany, France and
Holland," by A. G. Fischer. For further information refer to: A. G. Fischer or A. S. Mason.
«

[ RCA Research Report 1962 p. 89, 109 ]
1963   Albrecht Fischer erhielt 1963 für seine Forschungsergebnisse zur Elektrolumineszenz [38] [39]
einen der RCA-intern vergebenen David Sarnoff Achievement Awards » For resourcefulness in
experimental and interpretive studies of electroluminescent materials and phenomena. «

[ RCA Radiations - The News Magazine of the RCA Laboratories - March 1964 (within the
1963 volume)
]

[ RCA Engineer - April-May 1964 p. 83 ]
[42] A. G. Fischer; A. S. Mason
dc Electroluminescence in Melt-Grown ZnSe Crystals

Bulletin of the American Physical Society Series II, Vol. 8, p. 30 (1963)

[ angeführt in: [55] ]

» Mit dieser Methode konnte ich bereits 1962 ZnSe unter Zinkmetalldampfdruck schmelzen und
kristallisieren. Die so erhaltenen Kristalle ZnSe:Zn waren degeneriert n-leitend und hatten eine
Elektronenbeweglichkeit bei Zimmertemperatur von 800 cm2/Vs. Sie gaben gelbe Lumineszenz.
Erst auf der Physikertagung [ Anmerkung: Frühjahrstagung der DPG, 17.-22. März ] 1975 in
Münster haben andere dieses Ergebnis bestätigen können. «

[ Scriptum 14.49 ]
 
[43] Albrecht Fischer
Mechanismus der Elektrolumineszenz von Zinksulfid-Pulver

Angewandte Chemie, Vol. 75, Issue 1, p. 100 (07. Januar 1963)

Vorgetragen auf der Physikertagung in Stuttgart 1962 (siehe [40])

[ Publication ]


In der » Angewandte Chemie « wurde eine kurze Zusammenfassung seines Vortrag von der
Physiker-Tagung in Stuttgart 1962 unter der Rubrik » Aus den Vorträgen « aufgenommen.
Sein Vortrag ist in der Angewandten Chemie [43] etwas detailierter beschrieben als in den
Physikalischen Verhandlungen [40].
[PD13] RCA Patent Disclosure
Docket No. 53058 (1963)

Device for producing recombination radiation

Siehe [44]
[44] Fischer, Albrecht G.
Device for producing recombination radiation

United States Patent US3267317
Filing Date: 25. February 1963; Publication Date: 16. August 1966

[ Publication ]

The Canadian issue CA833191 » Device for Producing Recombination Radiation « was filed
[tbd], published 27. January 1970 and refers to RCA-Patent Disclosure No. 53058.

Also published as: GB1042264, NL6401720, BE644319

The German issue DE1219121 » Elektrolumineszente Halbleiter-Leuchtfläche « was filed
25. February 1964 and published 16. June 1966.
[45] A. G. Fischer
Melt-Growth of Luminescent Semiconductor Crystals

Extended Abstracts of Electronics Devision
Volume 12, Number 1, Enlarged Abstract No. 53, pp. 142-144
The Electrochemical Society, Spring Meeting, 15.-18. April 1963
Pittsburgh, Pennsylvania

[ angeführt in: [63] und [80] (Second edition) ]


Siehe [26]
[PD14] RCA Patent Disclosure
Docket No. 53377 (1963)

Opto-Electronic Switch (Opto-Coupler)

[ Scriptum 14.34 ]


Neben dem Hinweis in dem Scriptum gibt Fischer in [59] eine kurze Beschreibung seines
Verbesserungsvorschlags (siehe auch Slide [33] aus 1961):

» [...] If the light-emitting crystal is to be combined with a photoconductor or photovoltaic cell to form
an optoelectronic switch, it is advantageous to fill the air gap with a highly refractive medium such as
an infrared transmissive, low-melting glass [34] [38] [39]. [Fig. 1.48. Light transistor using matched
optical cement.] About 50% of the emitted light is lost due to absorption at the black electrode and
front electrode grid, since diffused electrodes are usually black. [...] «
[PD15] RCA Patent Disclosure
Docket No. 53484 (1963)

Subminiature Narrow Bandpass Filter and/or Discriminator
[46] A. G. Fischer; W. H. Fonger; A. S. Mason
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Laboratories, Princeton, N. J.
Semiannual Scientific Report No. 3
15. July 1962 - 15. January 1963; 15. February 1963
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018; AFCRL 63-62

[ Publication ]


A. G. Fischer; W. H. Fonger; H. I. Moss; R. L. Peterson; P. Donahue
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Laboratories, Princeton, N. J.
Semiannual Scientific Report No. 4
16. January 1963 - 31. July 1963; 15. August 1963
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018

[ Publication ]


Fischer, A. G.
Investigation of Carrier Injection Electroluminescence

RCA Research Center, Princeton, N. J.
Final Report, 27p.
15. January 1961 - 14. September 1963; 15. October 1963
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (604) 8018

[ Publication ]

» Abstract: To develop a solid-state light source, first studied was the mechanism of the existing
electroluminescence of zinc sulfide powder, which was found to be based on bipolar alternating
injection of electrons and holes from conducting, copper-decorated imperfection lines, and re-
combination at field reversal. To extend this principle to efficient dc operation, the technology
was developed of crystal growth luminescent, conducting II-VI compounds from the melt under
pressure, and injection mechanisms were found active in resulting broad p-i-n heterojunctions.
A new type of injecting heterojunction, based on tunneling through thin insulating films, was
invented, permitting minority carrier injection into luminescent semiconductors regardless of
compensation. (Author) «


» [...] The equipment used and the general aspects of hight temperature melt growth were
recently summarized by Fischer [46], who has pioneered much of the work in this area. Shown
in fig. 2.10. is one of the several high pressure autoclave systems which were described. The
complexity of the equipment is evident. This apparatus allows crystal preparation under con-
trolled component pressure with RF and resistance heating. The design resulted from years of
experience with [systems] of this type and it is apparent why melt growth has not as yet found
wide acceptance. As high tempearture technology is improved, these techniques should become
more accessible. [...] «

[ M. R. Lorenz - Thermodynamics - in: M. Aven; J. S. Prener (Eds.) - Physics and Chemistry of
II-VI Compounds (1967) p. 95
]
[PD16] RCA Patent Disclosure
Docket No. 53920 (1963)

Vibrating Reed Switches for Radio Paging and Dialing
[47] Fischer, Albrecht G.
Crystal pulling Apparatus

United States Patent US3268297
Filing Date: 10. October 1963; Publication Date: 23. August 1966

[ Publication ]
[PD17] RCA Patent Disclosure
Docket No. 54380 (1963)

Method for Preparing EL Light Sources

Siehe [64]
[PD18] RCA Patent Disclosure
Docket No. 54408 (1963)

Suggestions for Flat TV Panels
[–] Albrecht Fischer
Book Review

» Electroluminescence And Related Topics [ Effects ]
by H. F. Ivey, Academic Press, New York and
London, 1963. 276 pages «

Journal of the Electrochemical Society, Vol. 110, No. 12, p. 271C (December 1963)

[ Publication ]


» [...] Ivey is known for his bibliography on electroluminescence which is a valuable service to
the EL community. [...] He not only attempts to give a compilation of more or less related facts,
but he interprets and correlates the countless separate and often remote bits of information,
weighing and evaluating them [...]. Since this requires judgment and critisism, a certain sub-
jective element is unavoidable. Consequently, many authors may not agree with the way their
work is quoted and editorialized.
[...] The writing is smooth (the proofreader was not too diligent), and indicates the immense
familiarity of the author with the literature, even though some quotes are quite inaccurate. A
certain overemphasis of some of the work done at Westinghouse is noticeable, but forgive-
able. Other, important papers were unduly omitted (yes, also those of this reviewer). [...] «
  »
RCA Research Report 1963

Injection Electroluminescence in II-VI and
Wider-Band-Gap III-V Compounds

It is still anticipated that the conventional II-VI phosphors, when endowed with adequate semi-
conducting conductivity in single-crystal or continuous-film form, will make good electrolumines-
cence (EL) light sources. A program of interrelated studies of II -VI crystal growth, film growth,
electrical conductivity, and luminescence has been continued. The problem of making both p
and n materials and p-n structures for utilization of p-n effects has been particularly severe in
these materials and has more or less dictated the course of the work. The widerband-gap III-V
materials have now been included in the effort, possibly for direct use in light cells, but also as
n or p mates for luminescent II-VI materials of the opposite conductivity type.

ZnTe is the widest band-gap, naturally p-type, material of the II-VI group. ZnTe crystals of the
order of a few millimeters in size have been prepared by Bridgman growth in a Zn atmosphere
and by slow cooling of ZnTe and ZnTe-Zn melts under high argon pressure. In this way, n-type
ZnTe has finally been realized. Since ZnSe is naturally n-type, small mixed crystals of ZnTe and
ZnSe have been grown by sublimation and by flowing-gas transport in attempts to combine the
properties of both materials. Conducting and luminescent n-type ZnSe crystals have been pre-
pared previously. These show yellow electrolumineseence at room temperature when contacted
with silver paste or non-diffused In-Ga. The effect proves to be impact ionization at reverse bias
and is slow (millisecond). [...]

As an alternative to the straight p-n effect, a tunnel-injection electroluminescence has been pro-
posed in which the luminescent II-VI material is separated from the material of opposite conduc-
tivity type by a thin insulator. The applied voltage goes mainly across the insulator and shifts the
conducting materials with respect to each other such that minority carriers can tunnel through the
thin insulator into the luminescent material. A model of the probable mechanism is shown in Fig.
[]. Field strengths in the insulator greater than 105 volt/cm are necessarily involved, and this has
led to problems with pinholes in the insulator. Nevertheless, tunnel-injection light has been ob-
served in ZnSe crystals at low temperature, and in CdS crystals and films at room temperature.
Although a large number of variations are possible, only a few of these have been tried thus far.
The room-temperature tunnel luminescence was obtained with the structures (p-CuI)-CaF 2 (n-
CdS); Ag-SiO-(n-CdS); and (Ag-paste)-(n-CdS). In the last structure, the Ag-paste lacquer serves
as the insulating layer.

References: "Tunnel - Injection Electroluminescence," by A. G. Fischer and H.I. Moss, Contract
No. AFI9(604)8018, Reports No.3 and 4 [46]; Jour. Appl. Phys., Vol. 34, No.7, (July 1963) [41].
"Electroluminescent Lines in ZnS Powder Particles, Part II," by A. G. Fischer, Jour. Electrochem.
Soc., Vol. 110, No.7, (July, 1963) [39]. For further information refer to: A. G. Fischer, W. H. Fonger,
or A. Moss.
«

[ RCA Research Report 1963 pp. 126-128 ]
1964    

[48] Albrecht G. Fischer; James N. Carides; Joseph Dresner
Preparation and properties of n-type ZnTe

Solid-State Communications, Vol. 2, Issue 6, pp. 157-159 (June 1964)
Received 01. May 1964

[ Publication ]


» Das bisher gelernte können wir üben beim Verständnis des von mir erstmalig beschriebenen,
sehr einfachen p-n-Testers [48]. Dieses Gerät dient dazu, einen Kristall zu prüfen ob er n- oder
p-leitend ist. Wie wir gesehen haben, kann man dies mit dem Hall-Effekt tun, jedoch ist dazu ein
großer, teurer Magnet erforderlich und genaues seitliches Aufbringen gegenüberliegender Ohm-
scher Kontakte auf einen scheibenförmigen Kristall.
Mein Tester benötigt keinen teuren Magneten, ist billig zu improvisieren und kann auch unregel-
mäßig geformte, sehr kleine Kristalle zuverlässig testen. [...] «

[ Scriptum 12.06; 12.07 ]
 
  Der beschriebene p-n-Tester basiert auf dem Seebeck-Effekt. Wie aus dem Artikel und dem Slide
ersichtlich ist, geht der Tester auf eine Idee des Physikers Frederick H. Nicoll zurück, der zusam-
men mit Benjamin Kazan bei RCA in den 50er Jahren an dem Lichtverstärker Magnalux (siehe z.B.
in [59]) und Anfang der 60er Jahre an Epitaxial-Verfahren arbeitete. Das Meßprinzip war für alle bei
RCA wohl so offensichtlich, das es niemand für erachtenswert fand, kurz darüber zu berichten.
» [...] For quick on-th-spot tests of conductivity and type, a novel method illustrated in Fig. 2 was
used [ Nicoll F. H., Personal communication ], which is much more reliable than, and totally different
from, the conventional thermoprobe tester. [...] The new p-n tester was suggested to us by F. H.
Nicoll. [...] « [48] p. 158.


Siehe auch:
[ K. B. Wolfstirn; M. W. Focht - Thermoelectric n-p Tester Using ac Bias for Gallium Arsenide and
Gallium Phosphide (1971) pp. 152-154
]


» [...] The wider band gap II-VI semiconductors, though potential attractive for electroluminescent
devices, have been severely limited by the difficulty, if not impossibility, of producing pn junctions
in these materials. [...] ZnTe has been involved in many of the efforts to overcome the above-men-
tioned problems. Serious studies were made in the 1960s to extend the readily obtainable p-ZnTe
to include n-type material, for the example in the experiments of Fischer et al [48]. At about the same
time studies were begun of the ZnTe-ZnSe system, involving alloys as well as HJ [ annotation:
heterojunctions ]. [...] «

[ J. O. McCaldin; T. C. McGill - Proposal of a new visible light emitting structure: n-AlSb/p-ZnTe
heterojunctions (1988) p. 1360
]


» [...] ZnTe can conveniently be grown by the Bridgeman technique under pressure, according to
two variants. In the classical technique proposed by Fischer [48], an inert gas pressure reduces
the loss of volatile components. This technique is still used today for the industrial growth of large
high purity ZnTe ingots. [...] «

[ Robert Triboulet - Growth of Zinc Chalcogenides - in: K. Byrappa; T. Ohachi - Crystal Growth
Technology (2003) p. 498ff
]


» Fischer [48] [...] has grown ZnTe:Al crystals by the high pressure VGF (HP-VGF) method [...]
from a Zn rich melt containing Al under high argon pressure of 30-50 atm. The ampoule
temperature was reduced from 1280 °C to 1100 °C and was rapid quenched in a silicon oil bath.
They found that n-type ZnTe could be obtained with a single crystal region of 5-8 mm. [...] «

[ Osamu Oda - Compound Semiconductor Bulk Materials and Characterizations (2007) p. 510 ]
[49] A. G. Fischer
Problems of Injection Electroluminescence in the Visible

Enlarged Abstract No. 36 (Electronics Div.)
125th Electrochemical Society Meeting 03.-07. May 1964
Toronto, Canada

[ angeführt in: [59] p. 90 and [63] ]
[50] Wang, C. C.; Cardona, Manuel; Fischer, A. G.
Preparation, optical properties, and band structure of boron monophosphide

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1964)
Radio Corporation of America Princeton Laboratory Technical Report PTR-1640 (Series)
15 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]

See also [51].
[51]
C. C. Wang; M. Cardona; A. G. Fischer
Preparation, Optical Properties, and Band Structure
of Boron Monophosphide

RCA Review 25, Number 2, pp. 159-167 (June 1964)
  » Authors [...] Albrecht G. Fischer received the Ph.D. degree in experimental physics from the
University of Giessen, Germany, in 1957. After one year with the Lamp Devision of General
Electric Company, he joined RCA Laboratories in 1959. He has worked on various aspects of
electroluminescence in powders and single crystals of II-VI and III-V compounds and is now
mainly engaged in research on injection electroluminescence in II-VI crystals. Dr. Fischer is a
member of the Electrochemical Society, the German Physical Society, Sigma Xi, and the
Academy of Model Aeronautics. [...] «

[ RCA Review 25, Number 2, p. 324 (June 1964) ]
[52] Carides J.; Fischer, A. G.
The phase diagram of zinc telluride

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1964)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-2446 (Series)
5 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]

See also [53].
[53] J. Carides; A. G. Fischer
The phase diagram of zinc telluride

Solid-State Communications, Vol. 2, Issue 8, pp. 217-218 (August 1964)
Received 11. June 1964

[ Publication | Scriptum 5.30 ]
[54] Fischer, A. G.
Injection electroluminescence effects in n-type ZnSe crystals

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1964)
Radio Corporation of America Princeton Laboratory Technical Report PTR-1654 (Series)
22 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]

See also [55].
[55] A. G. Fischer
Injection Electroluminescence Effects in n-Type ZnSe Crystals

Proceedings of the Symposium on Radiative Recombination
7th International Conference Physics of Semiconductors
Dunod (Éditeur) Paris, 4, pp. 259-268 (28. July 1964)
(Academic Press; New York, London)

[ Publication | angeführt in: [59] [63] | Scriptum 12.20; 12.24 ]


» [...] A previous attempt by Fischer [55] to obtain efficient injection of minority carriers
(holes) by impact ionization in an insulating region in ZnSe was relatively unsuccessful.
However, under appropriate conditions such a structure (p-i-p, n-i-n, M-i-n, or M-i-p) should
produce much more efficient electroluminescence than an avalanching reverse biased p-n-
junction since impact ionized holes can be swept into an n region (or electrons into a p
region). [...] «

[ B. L. Crowder; F. F. Morehead; P. R. Wagner - Efficient injection electroluminescence in
ZnTe by avalanche breakdown (1966)
]


» [...] Various surface contact injection techniques for light production have been applied
by many workers to wide bandgap II-VI compound semiconductors in order to circumvent
the difficulty of producing a p-n homojunction in these materials [ ] [ ]. Previously, contact
injection electroluminescence in ZnSe has been successfully achieved by Fischer [55]. Barrier
height and contact properties of n-type ZnSe crystals have been carefully examined by
Swank et all [ ]. [...] «

[ Y. S. Park, C. R. Geesner, B. K. Shin - Yellow-light-emitting ZnSe diode (1972) ]


» [...] For MIS operation an important requirement is that the insulator film is sufficiently thin,
about 50 A or less, to permit electron tunneling through it. Unfortunately, it is extremly difficult
toproduce uniform films of this thickness and, as tunnel probability is a strong exponential function
of reciprocal thickness, emission in practical ZnSe diodes [55], is extremly irregular. It may be that
future work on coating by oxidation, nitidation, etc. as employed in silicon technology, may revive
this type of device. [...] «

[ T. L. Tansley; S. J. T. Owen - Semiconductor materials for future display devices (1976) p. 71 ]


» [...] After the pioneering work of Fischer [55] many investigators have studied the
electroluminescence of II-VI compound Schottky barrier diodes. [...] «

[ B. C. Cavenett, R. F. Brunwin - Spin dependent conductivity and photovoltage in
ZnSe:Mn2+ Schottky barrier diodes (1979) ]
[–] Fischer nahm am 03. September 1964 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er hatte immer
häufiger Zugang zu Forschungsreports zu teils geheimen U.S. Regierungskontrakten. Die Ver-
eidigung auf die amerikanische Verfassung war damit nur noch eine Frage der Zeit. Er ließ seinen
Vorname in Albert ändern, da Albrecht für einen Amerikaner ein » unaussprechbarer Zungen-
brecher « war. Namenspatron war Albert Rose, dessen Name eng mit der Erfindung der Orthicon
Kameraröhre verbunden ist, den er sehr schätzte [ Mitteilung 12.11.2009 ].

[ RCA Radiations - The News Magazine of the RCA Laboratories - September October 1964
p. 15
]
[PD19] RCA Patent Disclosure
Docket No. 55335 (1964)

Injection-EL Diode Using a Physical Inversion Layer
[PD20] RCA Patent Disclosure
Docket No. 55336 (1964)

Electroluminescent ZnSe-ZnTe Heterojunctions
[56] A. G. Fischer
Electroluminescent ZnSe-ZnTe Junctions

Conference on Luminescence
University of Hull, England (15.-17. September 1964)
Presented 15. September 1964

[ Spur | angeführt in: [59] [63] ]
[57] Fischer, A.
Injection Electroluminescence in ZnSe Metal-Semiconductor Diodes

Physics Letters, Vol. 12, Issue 4, pp. 313-314 (October 1964)
Received 18. September 1964

[ Publication | Scriptum 12.23; 12.24 ]
[58] A. G. Fischer; J. N. Carides; J. Dresner; W. H. Fonger; G. J. Goldsmith
Investigation of Two-Carrier Injection Electroluminescence

RCA Laboratories, Princeton, N. J.
Scientific Report No. 2, 65p.
15. September 63 - 14. September 64; 15. October 1964
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (628) 3866

[ Publication ]

» Abstract: Intense yellow injection electroluminescence starting at 1.35 volts has been discovered
and studied in physical inversion layers of metal-semiconductor contacts between high-work-function
metals and n-type ZnSe. Yellow injection electroluminescence has also been found in quasihomo-
junctions between n-type ZnSe and p-type ZnTe grown by a new epitaxial process. For unambiguous
distinction of the various injection electroluminescence effects which can be produced in one n-type
ZnSe crystal, a comparative study was undertaken which yielded a set of simple criteria. N-type ZnTe
crystals were produced for the first time, and the phase diagram of ZnTe was established. Optical
measurements on ZnSe-ZnTe mixed crystals were undertaken. A comprehensive theory of the
luminescence centers in ZnS-ZnSe mixed crystals has been worked out, which is applicable also
to other mixed crystals. Rare-earthdoped, luminescent zinc sulfide crystals were grown from the melt,
and work on Re-doped films was begun. (Author) «
1965    

[59]
A. G. Fischer; R. E. Shrader; S. Larach
Luminescence of Solids

in: Photoelectronic Materials and Devices
Simon Larach (Ed.)
Van Nostrand, New York, 1965, pp. 1-99
(Publication Date before 09. July 1965)

[ Publication ]
  This book » is based, in large part, on a serries of inter-disciplinary papers in the general area of
Photoelectronics, which appeared in the RCA Review [XX, Number 4] of December, 1959. « [Fore-
word]. Albrecht G. Fischer revised and expanded major parts of the previous paper » Electrolu-
minescence of Polycrystallites « by Simon Larach and Ross E. Shrader. The book got into print
in two slightly different editions: One edition was published by D. van Nostrand Company - with
its principal office in Princeton - under their own copyright with a coloured plate at frontispiece
and simultaneously the other edition by Van Nostrand Reinhold Company - New York - under
copyright of Litton Educational Publishing, obviously without this coloured plate.

The coloured Plate 1.1 shows a microphotograph of green-emitting ZnS-Cu, Al phosphors in As-S-Br
glass in a gap cell with its characteristic fleeing of two comets at ac field applied ([59] p. 33), taken
from [39]. The coloured Plate 1.2. shows without any further reference an incoherent GaAs-GaP red-
orange-emitting light source in operation ([59] p. 82).
[60] A. G. Fischer; W. H. Fonger
Investigation of Two-Carrier Injection Electroluminescence

RCA Laboratories, Princeton, N. J.
Scientific Report No. 3 (1965)
probably: 15. September 64 - 15. July 65; 15. August 1965
Air Force Cambridge Research Laboratories, Bedford, Mass., USA
Contract AF19 (628) 3866

[ Spur ]
[61] Fonger, W. H.; Fischer, A. G.; Christiano, V.
Dark-screen displays

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1965)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-2633 (Series)
37 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]
[PD21] RCA Patent Disclosure
Docket No. 56977 (1965)

Production of p-n Junctions in II-VI Compounds by Ion Implantation
[PD22] RCA Patent Disclosure
Docket No. 57193 (1965)

Solvents for the Growth of II-VI Crystals from Solution
[62] Fischer, A. G.
Electroluminescence in II-VI compounds

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1965)
Radio Corporation of America Princeton Laboratory Technical Report PTR-1825 (Series)
106 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." | Spur ]

See also [63].
1966    

[63]
A. G. Fischer
Electroluminescence in II-VI Compounds

in: Luminescence of Inorganic Solids
Paul Goldberg (Ed.)
Academic Press, New York, 1966, pp. 541-602

[ Publication | Book Review ]
  » [...] Only after the basic processes had been elucidated in these simple materials did theoretical under-
standing of II-VI electroluminescence make progress, but even today this field is still the Eldorado of the
practical materials man, and this state of affair will be reflected the following pages. [...] «

[ [63] p. 542 ]

» [...] A promising future for injection-electroluminescent light sources is expected in the field of display
devices. [...]. For flat crosses-grid information display of the mural television type, for which 5 × 105 light-
emitting elements are needed on one screen, d-c injection-electroluminescent thin films made by mass
production techniques are the most attractive light sources, even though the problem of generating white
light and the complexities of the requisite electronic switching network are formidable. Injection-electro-
luminescent diodes have low impedances, which makes them compatible with transistor circuits and
magnetic (transfluxor-type) storage devices. The low impedance also reduces capacitive parasites
between adjacent conductors.
As research in light sources progresses, other practical uses will undoubtedly become apparent. On the
way to this goal the researcher is rewarded with the esthetic satisfaction of exploring new ways of creating
the most ethereal entity there is — light — and of contributing to the fund of knowledge on luminecent,
conducting crystals. «

[ [63] pp. 598-599 ]


» [...] The experimential relation between α(Em) and 1/Em is often found for impact ionization data. These
data provide direct support for the impact ionization mechanism of electroluminescence in ZnSe which
has been proposed by A. G. Fischer [63]. [...] The author is indebted to A. G. Fischer, W. M. DeMeis and
R. A. Kauffunger for providing crystals and helpful advice during the course of this work. «

[ R. Williams - Impact ionization in ZnSe and comparison with CdS (1967) ]


» [...] The early work on ACEL powder panels in the 1950s and 1960s stimulated interest in EL from single-
crystal devices, initially on ZnS and then on ZnSe, ZnTe and CdS, and a large volume of information was
accumulated which is well summarized by Henisch [ ] and Ivey [ ]. ZnS, which was difficult to grow, and more
difficult to produce in low-resistive form, was studied in the hope that the physical process involved in the
complex powder devices would be better understood. When this hope was not realized, attention turned
to other II-VI compounds in attempts to produce bright, stable, single-crystal LEDs. Much ingenuity was
expended, as discribed by Fischer [63], but no commercial device was forthcomming. [...] «

[ Harry E. Ruda - Widegap II-VI compounds for opto-electronic applications (1992) p. 317 ]


» [...] Obviously all the above phosphors include Cu. The reason is understood by the famous Fischer's [38]
[39] [63] model on the electroluminescence mechanism [...]. If one observes a phosphor grain under electric
field through a microscope, one will find that the grain does not emit uniformly but only at particular spots.
Each spot has a shape with a long tail like a comet. [...] «

[ D. R. Vij; N. Singh - Luminescence and related properties of II-VI semiconductors (1998) p. 200 ]


» [...] Fischer's model [63] for the mechanism of the light emission of inorganic dispersion-type EL devices
is considered to be very reasonable, and therefore no additional research has been done. Figure [...]
illustrates Fischer's model, where it is assumed that there are line defects within ZnS particles and CuxS
is formed in these regions by precipitation of Cu ions. [...] «

[ Shunsuke Kobayashi; Shigeo Mikoshiba; Sunkyoo Lim - LCD Backlights (2009) p. 222 ]
[64] Weisberg, Leonard R.; Fischer, Albrecht G.
Method for Preparing Electroluminescent Light Sources

United States Patent US3459603
Filing Date: 12. January 1966; Publication Date: 05. August 1969

[ Publication | Scriptum 14.70; 14.71 ]


» [...] Noch andere, exotische, Methoden, um die Kompensation durch Leerstellen zu verhindern und doch
noch II-VI-L E Ds herstellen zu können, sind von mir konzipiert worden, konnten aber noch nicht auspro-
biert werden. [...] Aber wahrscheinlich würde bei der Herstellung mehr Licht [Anm.: aus einem Argonlaser]
verbraucht, als die hypothetische L E D während ihres ganzen Lebens ausstrahlen könnte, d. h. die Me-
thode ist unrentabel. [...] «

[ Scriptum 14.70; 14.71 ]
[PD23] RCA Patent Disclosure
Docket No. 57706 (1966)

Fabrication of EL p-n Junctions in II-VI Compound by Squeezing Out Compensating Vacancies
[65] Albert G. Fischer; William H. Fonger
Investigation of Two-Carrier Injection Electroluminescence

RCA Laboratories, Princeton, N. J.
Scientific Report No. 4, 37p.
15. July 65 - 15. February 66; 14. March 1966
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (628) 3866

[ Publication ]

» Abstract: Work on the crucial problem of II-VI p-n injection electroluminescence, suppression of self-com-
pensation, was actively pursued. Experiments on photo-uncompensation and on electrolytical vacancy
extraction have been inconclusive so far. Work on two new approaches, ion implantation doping and vacancy
suppression by very high hydrostatic pressure, was started. The technique to render ZnS, ZnSe, and ZnTe
crystals n-type is described in detail. Progress was made in the field of II-VI crystal growth: Epitaxial layers
of ZnSexTe1-x were grown on n-type ZnSe single-crystal substrates by vapor transport in an open-flow
system. Large ZnTe:I crystals were grown in sealed evacuated ampoules of a novel design in a furnace
permitting visual inspection. A new class of solvents for solution growth of II-VI crystals was discovered,
the group V chalcogenides. Photoluminescent narrow-line emission in neodymium-doped ZnSexTe1-x
is intensified by coactivation with phosphorus. The spectra and their dependence on various parameters
were analyzed. (Author) «


Albert G. Fischer; William H. Fonger
Investigation of Two-Carrier Injection Electroluminescence

RCA Laboratories, Princeton, N. J.
Final Report, 47p.
15. September 63 - 14. September 66; 14. December 1966
Air Force Cambridge Research Laboratories
Contract AF19 (628) 3866

[ Publication ]

» Abstract: The following advances were made toward a practical II-VI solid-state light source: Preparation
procedures of starting material and growth techniques for II-VI crystals and epitaxial films from melt, solution
and vapor, were improved. Highly p-type ZnSe films were prepared. The melting point - composition diagrams
of ZnTe and ZnSe were established and the first n-type ZnTe crystals prepared. New types of electroluminescent
junctions were found such as the physical inversion layer and the ZnSe-ZnTe quasihomo-junction. The lumines-
cence due to rare-earth ions in ZnSe and ZnSexTe1-x crystals was studied. The change of luminescence in
ZnSxSe1-x mixed crystals was explained in a theory that is generally applicable to the luminescence of mixed
crystals. A partial understanding of the phenomenon of self-compensation was gained and new approaches to
fight it were devised. The general concept of II-VI electroluminescence was clarified and the problems defined.
(Author) «
[66] Albert G. Fischer
Electroluminescence in II-VI Compounds

Proceedings of the International Conference on Luminescence 1966
Budapest, (Akademiai Kiado, 1968), Vol. 2, pp. 1765-1781

[ Publication ]
[PD24] RCA Patent Disclosure
Docket No. 58447 (1966)

Capillary-Tripped Ampoule Method for Sublimation-Growth of II-VI Compound Crystals
[67] Fischer, A. G.
Experiences with II-VI crystal growth using liquid encapsulation

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1966)
Radio Corporation of America Princeton Engineering Memorandum PEM-2850 (Series)
10 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." ]
1967    

[68] W. M. DeMeis; A. G. Fischer
Improved method for growing II-VI crystals from the vapor phase

Materials Research Bulletin, Vol. 2, Issue 4, pp. 465-468 (April 1967)
Received 20. February 1967

[ Publication | Scriptum 14.54 ]


» The work described here is aimed at improving the technique of growing large crystals
of II-VI compounds (here mainly ZnTe and ZnSe) by vapor transport. A number of significant
advances have been made in recent years [ ] but much remains to be done to convert the
present "art" to a clearcut industrial process. Our objective was to increase reproducibility,
growth speed, and to permit the introduction of volatile dopants in a convinient way. [...]
This work has been sponsored by AFCRL (8) under Contract AF19(628)-3866. We would
like to thank Dr. S. Larach for support and encouragement, and R. A. Kauffunger for com-
petent assistance. «

[68] p. 465, 468
 
  Erste Versuche zu einer ZnSe-Leuchtdiode mit p-i-n Schichtaufbau führte Fischer bereits 1961
durch (siehe zum Beispiel Slide [33]). Erst 50 Jahre später sind die dabei aufgetretenen
technischen Hürden gelöst:
[ Yasuo Namikawa - ZnSe Single Crystals Grown by Vapor Growth Methods and Their
Applications (2011)
]
1968   RCA Laboratories Ltd., Zurich (One year exchange program)

[69] Fischer, Albert G.
A feasibility study of evaporated, electroluminescent II-VI films for flat display applications

RCA Laboratories, Princeton, N. J. (1968)
Radio Corporation of America Laboratories, Ltd. Zurich Technical Report ZTR-128 (Series)
72 p. : ill.; 29 cm

[ Hagley Museum and Library - select "Online Catalog" and type "Fischer, A. G." |
angeführt in: RCA Research Report 1968 p. 27, 182 ]

Später bezeichnete Fischer das Züricher Sabbatjahr als » verlorene Zeit « [ Mitteilung 16.07.2010 ].
[PD25] RCA Patent Disclosure
Docket No. 60670 (1968)

Waffle-Screen Color TV System
[PD26] RCA Patent Disclosure
Docket No. 61372 (1968)

DC-EL Polycrystalline Display Panel


Zur Entwicklung des hier eingereichten Patentvorschlags wurde 1969 mit dem U.S. Army Electronics
Command (Forth Monmouth) der Kontrakt DAAB07-69-C-0290 [74] geschlossen.
[PD27] RCA Patent Disclosure
Docket No. 61494 (1968)

Method for Improving the Efficiency of EL Diodes (filed)

Siehe [71]
  Exkurs: The 28. May 1968 Press Conference

RCA Announces Breakthrough In Liquid Crystal Field;
Demonstrates Thin-Screen Displays Of Print, Pictures, Moving Images



» [...] When RCA announced, the world listened. The corporation was famous for its great leaps forward.
There had been television itself, unveiled by David Sarnoff at the 1939 World's Fair in New York.
Fifteen years later came color TV, launched in 1953 with a media blitz that included enormous print
advertisements and lavish special broadcasts on RCA's own network, NBC. Now fifteen years on from
color TV, came the announcement of the corporation's latest leap.
On 28th May 1968 some fifty reporters, photographers, and network camera crews crowded into a
conference room in the RCA Building at 30 Rockefeller Plaza, New York City. They had been sum-
moned to the headquarters of consumer electronics to behold the unveiling of the television of the
future.
RCA promised that tomorrow's TV would be a vast improvement on the boob tube, a clumsy funnel of
evacuated glass. The new television would be flat as a pancake and light enough to hang on your wall
like a picture. And it would consume almost no power.
When would this modern marvel hit the shops, the media people wanted to know? It seemed that some
research and development still remained to be done on the revolutionary new technology – liquid crystal
was its oxymoronic-sounding name – that was the basis for the new TV. [...] « [ Johnstone1999: 88 ]

[ Press Release ] [ Murtha2001: 55-59 ] [ Magoun2003: 94 ] [ Murtha2004: 178-180 ] [ Lechner2008 ]


RCA hatte anders als bei den Ankündigungen zum Schwarz-Weiß- oder Farb-TV diesmal keine ausge-
reiften Produkte anzubieten: Sie zeigten Prototypen und Funktionsmuster; Halbzeuge, die weit entfernt
von einem gebrauchstauglichen, einsatzfähigen Display waren. Doch der Ausblick darauf war verlockend ...

Das Wall Street Journal berichtete tags darauf am 29. Mai 1968 in dem Artikel: » RCA Develops a New
Visual Display Means Using Liquid Crystal « (p. 12) über die Pressekonferenz: » [...] RCA demonstrated
yesterday what one company scientist called "very crude prototypes" of an electronic clock with no mecha-
nical parts, a small "window" that can be made transparent or frosted by the flick of an electric switch, and
a tiny-image display device that may be the forerunner of flat-screen television. [...] « Niemand von RCA
vermochte auf der Pressekonferenz abzuschätzen, wie lang der Weg zu gebrauchstauglichen Produkten
noch werden würde, aber die Weltöffentlichkeit hörte genau zu.

Das Medienereignis ist nach heutigen Maßstäben vielleicht vergleichbar mit denen von Apple, wenn neue
Geräte und Technologien vorgestellt werden. Größere, hochauflösende, hellere und zugleich flachere
Displays mit besserer Lesbarkeit und Bedienbarkeit sind immer noch ein Motor dieser Innovationen, die
hier am 28. Mai 1968 ihren Anfang nahmen.
[F1] Glider Pilot Injured
in crash near Hopewell (Wednesday, 20. July 1968) ...

in: Town Topics
25. July 1968, p. 28

[ Princeton Periodicals - Town Topics - 25. July 1968 ]
1969    

[70] A. G. Fischer; C. J. Nuese
Highly Refractive Glasses to Improve Electroluminescent Diode Efficiencies

Journal of the Electrochemical Society, Vol. 116, No. 12, pp. 1718-1722 (December 1969)
Submitted 23. April 1969; revised 11. August 1969

Paper presented at the
Device Research Conference; Rochester, New York; 23. June 1969
and
Electrochemical Society Meeting; New York; 04.-05. September 1969

[ Publication | Scriptum 7.19; 7.44 ]

Die Arbeiten zu dem hochbrechenden Glas begannen bereits 1968 [ RCA Research Report 1968 p. 28 |
siehe auch [PD27] ].


» In the systems where light-diode and radiation detector are made of highly refracting materials
(n ~ 3.0 to 3.2) the glasses must have extremely high refractive index to be used as immersion
medium (vehicle). [...]
As far as is known, Fischer was the first, in 1969, to use ChG with halogens as immersion medium
[70]. He used the glass As-S-Br to enhance efficiency of light diodes on gallium arsenide. «

[ Valentina F. Kokorina - Glasses for Infrared Optics (1996) p. 144 ]


» Vor einigen Jahren entstand der Bedarf nach einem Glas mit sehr hohem Brechungsindex (oxydische
Gläser gehen nur bis etwa n = 1.9), um bei lichtemittierenden Dioden aus GaAs oder GaAsxP1-x die Licht-
verluste, welche infolge der inneren Totalreflexion im Inneren der Kristalle (n = 3.5) entstehen, zu
verhindern.

Ich stellte ein Glas mit dem Index n = 2.6 und einem Erweichungspunkt von 150 °C her, indem ich die
hochreinen Elemente As, S und Br zusammenbrachte [34] [70]. Durch Herstellung geeignet geformter Glas-
dome auf Halbleiterscheibchen [70] konnte die Lichtausbeute 6-fach gesteigert werden [...] dieses Glas
[ist] außerdem weit in den Infrarotbereich durchsichtig. «

[ Scriptum 7.42 ]


» [...] Wie bereits früher behandelt, habe ich ein niedrigschmelzendes Glas mit einem Index von 2.4 - 2.7
entwickelt, mit dem der Wirkungsgrad von LEDs um den Faktor 6 verbessert werden kann. Da jedoch der
Ausdehnungskoeffizient dieses Glases viel höher ist als der von GaP, tendieren solche Glasdome zum Ab-
platzen, sind daher nicht praktisch brauchbar unterhalb 10 °C. [...] «

[ Scriptum 14.32 ]
 
 
 
[–] RCA Anniversaries – 10 years [ RCA Radiations May-June 1969 p. 9 ]
[71] Albert George Fischer
Optical Semiconductor Device with Glass Dome

United States Patent US3596136
Filing Date: 13. May 1969; Publication Date: 27. July 1971

[ Publication | Scriptum 7.43; 12.05 ]

The Canadian issue CA944050 » Glass-Domed Electroluminescent Diode « was filed 12. March 1970,
published 19. March 1974 and refers to RCA-Patent Disclosure No. 61494.

Also published as: GB1315701
[PD28] RCA Patent Disclosure
Docket No. 62061 (1969)

Method of Growing Gallium Phosphide Crystals

Bereits 1968 wurden die Arbeiten zur Kristallzucht aus der Schmelze neu aufgenommen [ RCA Research
Report 1968 p. 28
].
[PD29] RCA Patent Disclosure
Docket No. 62150 (1969)

Improved Capacitive Discharge Ignition System
[72] A. G. Fischer
Techniques for Melt-Growth of Luminescent Semiconductor Crystals under Pressure

Journal of the Electrochemical Society, Vol. 117, No. 2, pp. 41C-47C (February 1970)
Submitted 12. August 1969; revised 03. November 1969

[ Publication ]


» One of the pioneers of melt growth of the II-VIs was A. G. Fischer, who investigated a large number of
ways in which ZnS, CdS, ZnSe and ZnTe could be grown from the melt. Most of his work is described in US
government contract reports, but he wrote a more readily available review in 1970 [72].
Crystals of the wide gap II-VI compounds were successfully grown by Fischer using the vertical Bridgman
technique with the compound in a unsealed carbon crucible with lid, under a pressure of 100 atm of
nitrogen. «

[ S. J. Moss; A. Ledwith - Chemistry of the Semiconductor Industry (1987) p. 77 ]
[73] A. G. Fischer; T. V. Pruss
Experiences with Crystal Growth using Liquid Encapsulation

ACCG Conference on Crystal Growth
Gaithersburg, Maryland, 11.-13. August 1969
Program and Abstracts; p. 32

Sponsored by
American Committee for Crystal Growth and
National Bureau of Standards, U.S. Department of Commerce

[ angeführt in: [80] 2nd edition p. 380 | Scriptum 14.15 | RCA Research Report 1969 p. 14, 113 ]


» An alternative process, originally proposed by Fischer [73], is the transport of phosphorus to
B2O3 encapsulated indium in a high pressure puller. In this arrangement a 4 kg polycrystalline ingot
can be synthesized in less than an hour, with the resulting material having a crucible shape that can
be used without any further processing in the growth of single crystals. This process has been
used at Crystacomm for over 25 years. «

[ G. A. Antypas - The Evolution of InP as a Key Semiconductor Technology (2006) p. 8 ]


Um 1968/1969 beherrschte RCA die Technik zur Halbleiterherstellung so weit, daß sie mit Aus-
nahme von ZnSe sämtliche III-V und II-VI Halbleiterkristalle selber herstellen konnten: » [...]
Except for ZnSe, which was purchased from GE, all other high purity III-V and II-VI compounds
were prepared by RCA. [...] The author is indebted to Dr. A. G. Fischer for providing the use of
the autoclave-melting apparatus. [...] «

[ W. Michael Yim - Solid Solutions in the Pseudobinary (III-V)-(II-VI) Systems and
Their Optical Energy Gaps (1969)
]


Ab Ende 1968 arbeitete Albrecht Fischer erneut an der Züchtung von III-V Halbleiterkristallen, diesmal
unter der Leitung von James Tietjen (Head of the Semiconductor and Luminescence Research group).

Seine Arbeiten setzten dort an, wo Leonard R. Weisberg 1961 mit [ High Temperature Semiconductor
Research - Contract No. AF19(604)-6152 - Scientific Report 8 - p. 1 (1961)
] scheiterte, denn die von Weis-
berg gezüchteten GaP Kristalle waren zum Teil hoch-polykristallin [siehe auch [80] p. 377]. Da Fischer
Erfahrungen mit dem Schmelzen von GaP hatte [21] [33], verbesserte und verfeinerte er das Kristallzucht-
Verfahren [ Mitteilung 12.11.2009 ].

Im Verlauf dieser Arbeiten mußte er die Kristallzucht-Apparatur wegen unklarer Vorgaben des RCA
Managements mehrmals aufbauen, einrichten und wieder abbauen:

» Anlage aufbauen und wieder abbauen. Das ging dreimal so, das war ein ständiges hin und her bis
ich sagte: Also was ist nun? [...] Nach langer Zeit bekam ich einen Assistenten [ T. V. Pruss ]. [...] Der
Deckel vom Autoklaven war etwas zu dünn bemessen, der hat sich schon bei den Kristallziehvorgängen
[ unter Druck ] nach außen gewölbt; bis irgendwann einmal Phosphordampf austrat, mein Assistent wollte
dann nicht mehr. Was mußte ich reden bis er [ Tietjen ] mir einen dickeren bewilligte. Die hatten immer
Angst, dass ich sie in die Luft sprenge; dabei haben sie mir die Kristalle aus den Händen gerissen. «

[ Mitteilung 12.11.2009 | Spur p. 6106 | Spur p. 2623 | siehe [63] ]

Letztlich waren diese Querelen der Auslöser für seinen Weggang von RCA: Trotz der Fortschritte [78]
[81] sollte Albrecht Fischer dieses Projekt zu Gunsten anderer Forschung zurückstellen. Überarbeitet,
gereizt und müde von den bis zu 18 Stunden-Tagen am Autoklaven überwarf er sich in dieser Sache
mit dem Management - James Tietjen und Fred D. Rosi (Staff Vice President, Materials and Device
Research) - und verließ daraufhin Ende 1970 die Laboratorien.
[74] A. G. Fischer
DC-Electroluminescent Flat Panel Display

Radio Corporation of America, Princeton, N. J.
U.S. Army Electronics Command (USAECOM), Fort Monmouth, N. J.,
Contract DAAB07-69-C-0290, Rep. 1-5 (1969-1970)

Startup: 01. July 1969

Second Quarterly Report, January 1970
Third Quarterly Report, June 1970
Fourth Quarterly Report, October 1970
Fifth Quarterly Report, January 1971

RCA maintained an affiliate Lab in Fort Monmouth. After Fischer left RCA in 1971 [81], this work had
been carried on by Joseph J. Hanak, P. Neil Yocom et al.: Final Report (August 1973).

[ siehe [PD26] | angeführt in: [79] [85] RCA Research Report 1970 p. 24 ]
1970    

[PD30] RCA Patent Disclosure
Docket No. 62670 (1970)

DC-EL Heterojunction Structure
[–] A. G. Fischer
Electroluminescence: Past, Present, Future

Presented at IEEE Chapter Pittsburgh, Pennsylvania;
Carnegie-Mellon-University; 05. February 1970

[ angeführt in: RCA Research Report 1970 p. 24, 142 ]
[75] A. G. Fischer
Electroluminescent II-VI Heterojunctions

Journal of the Electrochemical Society, Vol. 118, No. 6, pp. 139C-144C (June 1971)
Submitted 13. October 1970; revised 09. February 1971

The research for this paper was sponsored by the U.S. Army Electronics Command,
Fort Monmouth, New Jersey, under Contract DAAB07-69-C-0290 [74].

[ Publication | Scriptum 12.26; 12.34ff; 14.86 ]


Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Juni 1971 war er bereits zu den Westinghouse Research
Laboratorien gewechselt.


» [...] "Semibarrier-Electroluminescent-Junction" [75]. Hier erzeugen wir durch Mischkristallbildung
zwischen CdS [...] und ZnS [...] mit zunehmendem ZnS-Anteil eine sich aufspreizende Bandlücke.
Außerdem gehen wir von degeneriert-n-leitendem CdS:In zu isolierendem (aber lumineszenzfähigen)
ZnS über. Dies geschieht durch Vakuum-Aufdampfung aus zwei Quellen oder durch Sputtern von zwei
Targets. [...] Die Verwirklichung der Schichtstruktur ist mir zweimal kurz gelungen, jedesmal wurde das
Projekt von kurzsichtigen Managern unterdrückt, die mich lieber an p-n-Leuchtdioden arbeiten sehen
wollten. [...] «

[ Scriptum 12.26; siehe Kommentar zu [81] ]


» Bei den als Leuchtstoffen hervortretenden II-VI-Verbindungen, besonders also bei ZnS, ZnSe, CdS und
ihren Mischkristallen, können leider keine injizierenden p-n-Übergänge hergestellt werden (ich habe 10
Jahre meines Lebens daran gesetzt, vergebens!) wegen der bereits besprochenen, von mir als Erklärung
gefundenen Neigung dieser Stoffe zur "Selbstkompensation" von zugesetzten Donor- oder Akzeptorzen-
tren durch benachbart sich selbst ausbildende Gitterleerstellen, die als kompensierende Akzeptor- bzw.
Donorzentren wirken, damit der Kristall neutral bleibt. «

[ Scriptum 14.82 ]


» [...] AC EL powder panels are used extensively in the 'fixed legend' mode. They are used in aircraft
instrument lighting, remote runway lighting, control panel in automotive and marine application. The
use has been extended to back lighting in LCDs and membrane switches. As suggested by Fischer in
1971 [75], Brody and co-workers showed in 1975 that AC EL powders could be in large matrix arrays
[ ]. However, the experimental device had a considerable number of blemishes. At that time, TFTs were
still in the early stage of their development and amorphous silicon technology did not exist. [...] «

[ A. Vecht; S. S. Chadha - Powder EL Displays (1989) p. 2-27 ]


» [...] To our knowledge, however, most of powder EL products are currently used as backlights rather
than directly for information displays. The previous research work determined that ACPEL could be used
for medium or even high content information displays [ ] [ ] [75].
The first successful work on direct application of ACPEL to information displays was done by Fischer in
1971. It was reported that the incorporation of thin film transistors (TFTs) into the ACPEL device made
it possible to realize direct information display of powder EL. After that no further work was reported
possibly due to the high driving voltage leading to high fabrication cost of TFTs, or the other knotty
technical problems. In any case, it is obvious that, as only backlighting sources, the emissive nature of
the powder EL devices is not fully used. [...] «

[ Huang Zhaohong; Hu Zuoqi - Fabrication of Flexible ACPEL Display Panels (2002) ]


» [...] However, ACPEL has several significant challenges for display application: • Low discrimination
ratio, which is defines as the ratio of luminance at V to the luminance at V/2; • Low contrast ratio;
• Short lifetime at moderate to high luminance. The low discrimination ratio is due to the fundamental
physics of the light-emitting mechanism of the AC powder phosphor. This feature indicates that ACPEL
is not suitable for high resolution multiplexed displays. One way to overcome this issue is to incorpo-
rate a Thin-Film-Transistor (TFT) drive circuit into the ACTFEL display, as suggested by Fisher in 1971
[75] and explored by Brody [ ]. Unfortunately, experimental devices had a considerable number of ble-
mishes resulting from the poor quality of the TFTs. At that time, TFTs were in there early stages and
amorphous silicon technology did not exist. Hence this technology was soon abandoned. [...] «

[ Adrian Kitai - Electroluminescent Materials and Applications (2008) p. 254 ]
[76] A. G. Fischer
Electroluminescent II-VI Heterojunctions

Proceedings of the International Conference on Physics and Chemistry of Semiconductor Heterojunction
and Layer Structure
Budapest, (Akademiai Kiado, 1971) II-p. 71ff
Presented 16. October 1970

[ angeführt in: [79] ]
[77] A. G. Fischer
Design Considerations for a Future dc-Electroluminescent TV Panel

4. Mikroelektronik-Kongreß des "Internationalen Elektronik-Arbeitskreises eV" (INEA)
in München vom 9. bis 11. November 1970

Manuskriptdruck der Vorträge; Leo Steipe (Hrsg.)
R. Oldenbourg; München und Wien; pp. 364-372 (1971)

[ angeführt in: [79] [85] ]


Die Querelen mit dem RCA-Management über Fischers Forschungs-Schwerpunkte und -Inhalte began-
nen im Herbst 1970. Auf dem Kongress Mikroelektronik Anfang November 1970 in München war er be-
reits auf der Suche nach einer neuen Anstellung. Noch für RCA tätig, scheute er sich nicht mit » looking
for other employment « seinen Unmut über die internen Umstrukturierungen und Veränderungen bei
seinem bisherigen Arbeitsgeber kund zu tun.

Fischer bewarb sich vermutlich während des Aufenthalts in Deutschland bei Siemens in Erlangen:
Heinrich Welker verwies ihn jedoch an die Firma Heimann in Wiesbaden, die zusammen mit Siemens
in einem gerade eingegangenen Joint-Venture an CdS-Photoleitern arbeitete. Fischer lehnte diese
Anstellung jedoch ab (siehe [4]).

Nach seiner Rückkehr aus Deutschland verfasste Fischer Ende 1970 innerhalb von zwei Wochen zehn
Patentvorschläge. [PD39] nutzt dabei Eigenschaften von neuen Materialkombinationen, die auf dem
Kongreß in München vorgestellt wurden [ R. G. Neale; S. R. Ovshinsky - Development and Applications
of Amorphous Semiconductors (1970) [77] p. 519ff ]. Die drohende Arbeitslosigkeit konnte er damit letzt-
endlich nicht abwenden. RCA meldete von diesen Vorschlägen nur [PD38] zeitnah zum Patent. Fischer
reichte Ende 1972 als freier Mitarbeiter [PD35] und [PD39] für die U.S. Army ein (siehe [88] [89]). Da ihm
zu dem Zeitpunkt kein Labor für Untersuchungen zur Verfügung stand, ist davon auszugehen, dass die
dort beschriebenen Verfahren bereits zum Zeitpunkt der eingereichten Patentvorschläge dem Wesen
nach bekannt waren.

Fischer schrieb nach seiner Kündigung bei RCA und während seiner Suche nach einer neuen Anstel-
lung das Kapitel » Methods of Growing Crystals Under Pressure « für das Buch » Crystal Growth « [80].
Frustriert stellte er fest, dass das Buch erst vier Jahre später herauskam.

Bereits im April 1971 trat Fischer seine neue Stelle bei Westinghouse in Pittsburgh an (siehe [79]).
[PD31] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63379 (1970)

Elemental Addressing and Storage Circuits for EL Display Panels
[PD32] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63387 (1970)

Construction of DC-EL Flat Display System
[PD33] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63390 (1970)

Method of Preparing Multiple Pressure Contacts for Connecting LSI Circuits
[PD34] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63392 (1970)

Machine for Continous Liquid-Phase Epitaxy of Crystal Subtrates
[PD35] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63394 (1970)

Pocketable DC-Electroluminescent Display Device

Siehe (unsicher) [89]
[PD36] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63395 (1970)

DC-Electroluminescent Display Panel Addressed by LSI Transfluxor Circuitry


» [...] Eine billig in Großflächenform aus hysteretischem Fe-Ni-Blech zu ätzende Transfluxormatrix wurde
1970 vorgeschlagen [PD36], kam aber nicht mehr zur Ausführung. Die Wicklungen der Magnete sollten
mit einer Fotolacktechnik aufgebracht werden, die Matrix Niederspannungsleuchtdioden-Bildpunkte an-
steuern. [...] «

[ angeführt in: [131] p. 232ff ]
[PD37] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63396 (1970)

DC-Electroluminescent II-VI Heterojunction Sandwich Structure
[PD38] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63421 (1970)

Method for Synthesizing and Crystallizing III-V Compounds

(with S. Berkman) (filed); Siehe [78]
[PD39] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63437 (1970)

DC-EL Display Panel Using Amorphous Semiconductor Switches

Siehe [88]
[PD40] RCA Patent Disclosure
Docket No. 63438 (1970)

DC-EL Display Panel Using Photoconductive Switch
[78] Fischer, Albert George; Berkman, Samuel
Method and Apparatus for Forming Crystalline Bodies of a Semiconductor Material

Canadian Patent CA956867
Filing Date: 09. August 1971; Publication Date: 29. April 1974

[ Publication ]

All patent issues refer to the origin application filed 04. December 1970 in the United States,
but obviously no US patent was granted.

The German issue DE2142388 » Verfahren zum Herstellen von kristallinen Körpern aus III-V-
Halbleiterverbindungen « was filed 24. August 1971, published 08. June 1972 and refers in
common with CA956867 to RCA-Patent Disclosure No. 63421 [PD38].

Also published as: GB1353917, FR2117030, NL7112153
1971  

[79] A. G. Fischer
Design Considerations for a Future Electroluminescent TV Panel

IEEE Transactions on Electron Devices, Vol. 18, Issue 9, pp. 802-804 (September 1971)
Received 27. January 1971; revised 15. April 1971

Paper presented at the
IEEE Conference on Display Devices, New York, N. Y., 02.-03. December 1970

The research in this paper was sponsored by the U.S. Army Electronics Command,
Fort Monmouth, N. J., under Contract DAAB07-69-C-0290 [74]

He submitted this paper to the IEEE in January 1971 under RCA Laboratories. At publication time in
September 1971 he already was with Westinghouse.

[ Publication ]


» [...] From 1970 onwards it became increasingly clear that the TFT offered an ideal solution to the
problem of addressing large area display panels, in which each picture point required a controllable
switching element. As pointed out by Fischer [79], the fabrication method of vacuum deposition of the
TFT is compatible with laying down a matrix of light-emitting or passive display elements and inter-
connecting them. [...] «

[ J. C. Anderson - Thin Film Transistors - Past, Present and Future (1978) p. 25 ]


» Indeed, the RCA group who built the first TFT's were very much interested in the large area potential of
the device and even obtained some patents on TFT-addressing of displays. But they never got round to
actually trying it, and run out of time and support in the late 1960's. Their thinking was summerized in an
important review paper by Lechner et al., published in 1971 [ ], which gave us added confidence of being
on the right track. Fischer, also at RCA, published ideas very similar to ours at about the same time [79]. «

[ Brody1984: 1619 ]


» [...] Eine ideale Lösung der genannten Beschränkung wäre eine Niedrigenergie-Emissionsanzeige, die
ohne Hintergrundbeleuchtung auskäme. Eine besonders attraktive Möglichkeit sind Dünnschichttransistor-
Elektrolumineszenzanzeigen (TFT-EL). In Dünnschichttransistor-Elektrolumineszenzanzeigen (TFT-EL)
lassen sich zur Lichtemission die einzelnen Pixel addressieren, ohne dass eine zusätzliche Hintergrund-
beleuchtung notwendig wäre. Dünnschichttransistor-Elektrolumineszenzanzeigen wurden von Fischer
1971 vorgeschlagen (siehe [79]). In der Beschreibung von Fischer dienen ZnS-Leuchtstoffe als EL-Medium.
[...] In jüngster Zeit wurden organische EL-Materialien entwickelt. Diese Materialien kommen als Kandida-
ten für Anzeigemedien in TFT-EL-Vorrichtungen infrage [...]. Organische EL-Medien besitzen zwei wichtige
Vorteile: die haben einen hohen Wirkungsgrad und einen geringen Spannungsbedarf. [...] «

[ Ching Wan Tang; Biary Cheng Hseih - Verfahren zur Herstellung eines TFT-EL Pixels (1994) pp. 3-4 ]


» [...] As pointed out by Fischer [79], vacuum deposition of TFT is compatible with laying down a matrix of
light-emitting or passive display elements and interconnecting them. The first attempt of constructing a
thin film transistor addressed liquid crystal display (TFT-LCD) was reported in 1973 by the Westinghouse
group led by Brody [ ] which demonstrated the switching ON and OFF of one row of pixels in a 6 × 6 inch
20 line-per-inch (lpi) panel. It was followed by the report of video performance results of a 6 × 6 30 lpi
TFT-LCD panel in 1978 [ ], all using CdSe film as an active layer. [...] «

[ Feng Yuan Gan - Thin Film Transistors with Chemically Deposited Active Channels (2001) p. 26 ]
[80] A. G. Fischer
Methods of Growing Crystals Under Pressure

in: Crystal Growth
Brian Randall Pamplin (Ed.)
Pergamon Press, Oxford
First edition 1975, pp. 521-556 (Paper submitted 15. March 1971)
Second edition 1980, pp. 357-393 (Paper upgraded February 1979)

[ Publication | Scriptum 5.41; 14.07; 14.13a; 14.14; 14.45; 14.47; 14.50ff ]


» Zinc Selenide (ZnSe) has a wide band gap of 2,7 eV at room temperature and is one of the materials for
practical use in blue light-emitting diodes. Many studies on growth of bulk ZnSe crystals by the Bridgman [ ]
[ ] and liquid encapsulated Czochralski [80] techniques have been reported, however, twins due to phase
transformation at 1425 °C have been observed. [...] «

[ Yasunori Okano; Keigo Hoshikawa; Tsuguo Fukuda - Growth of Zinc Selenide Crystals by the
Liquid Encapsulated Vertical Bridgman Technique (1992) p. 185
]


» [...] Horizontal Bridgman (HB) and Liquid Encapsulated Czochralski (LEC) are two representative growth
methods of III-V compound crystals. The HB method is favorable for reducing the dislocation density and is,
therefore, used in providing substrates for optical devices, The LEC method is advantageous for incrising
the crystal diameter and is, therefore, used in providing substrates for electronic devices. Incorperating
the advantages of both growth methods, practical applications of early hot wall crystal growth techniques
[80] such as Vertical Gradient Freeze (VGF)[ ], Verztical Bridgman (VB)[ ] and Liquid Encapsulated Vertical
Bridgman (LEVB) [ ] have recently tried. The basic objectives in the development of crystal growth techno-
logy are larger crystals (diameter and length), reduction of crystal defects (such as dislocation) and higher
purity. In addition, stoichiometry control is important in the case of compound crystals. [...] «

[ Shin-ichi Akai; Masamichi Yokogawa - Bulk Crystal Growth; in: Handbook of Compound Semiconductors:
Growth, Processing, Characterization, and Devices - Paul H. Holloway; Gary E. McGuire (Eds.) (1995) p. 1 ]
[81] A. Fischer
Toward Automated GaP Crystal Growth

Third International Conference on Crystal Growth
Marseille, France, 05.-09. July 1971

[ angeführt in: [80] 2nd edition p. 391ff; [83] p. 173ff ]


Da Albrecht Fischer wegen interner Querelen die RCA Laboratorien Ende 1970 verließ und bereits ab April-
Mai 1971 für Westinghouse arbeitete, hielt er diesen Vortrag vermutlich nicht in persona. Die Proceedings
der Konferenz enthalten eine Auswahl von 159 der insgesamt 321 Konferenzbeiträge, die im Journal of
Crystal Growth 13/14 (1972)
und in Buchform "R. A. Laudise; J. B. Mullin; B. Mutaftschiev - Crystal Growth
1971; North-Holland (1972)" veröffentlicht wurden. Da der oben genannte Beitrag nicht in den Proceedings
enthalten ist, bleiben nur wenige Spuren:

» [...] This experience led to the conception of new unified synthesis and growth method [ ] where the
reaction between gallium and phosphorus no longer depends on slow diffusion but on direct injection,
resulting in considerable time savings. Preliminary experiments [81] proved that this method is feasible.
[...] During these experiments a new method was discovered which removes the most common flaw of
pulled crystals - imperfections caused by strain. [...] Mixed [Ga] arsenide-phosphide crystals can probably
also be grown by this method [...] «

[ [80] 2nd edition p. 391 ]

» [...], a novel growth method has been developed which yields defect-free crystals [81]. [...] A gallium
melt is kept below the melting point of GaAs, in a gradient such that the bottom, where it covers the
seed crystal, is coolest. A carefully controlled stream of arsenic is fed to the hot top surface, thereby
continuously saturating the hot Ga with GaAs. By convection currents in Ga, this saturated solution is
circulating down to the seed crystal. Since the solubility of GaAs in Ga decreases with temperature, the
solution becomes supersaturated near the bottom, and a epitaxial GaAs layer deposits continously on
the crystal face. The temperature at the growth interface is adjusted in such way that the growing crystal
does not touch the walls of the vessel (which can introduce strain, i.e., lattice imperfections) but is sepa-
rated from it by a layer of liquid gallium. This method is called "continuous liquid phase epitaxy". Crystal
grow at 1/2" per hour. [...] «

[ [83] p. 173ff, 185 ]

» [...] Zu Beginn war dieser Prozeß nur dazu beabsichtigt, das Ausgangsmaterial für den nachfolgenden,
getrennt durchgeführten Kristallziehvorgang [...] zu liefern. Bald stellte sich jedoch heraus, daß sich
diese Methode zu einer kombinierten GaP-Synthese- und Bridgeman-Kristallisationsmethode erweitern
ließ, in einem Arbeitszyklus des Autoklaven, vollautomatisch.
Der erste Beweis (erbracht in Nacht- und Sonntagsarbeit), daß dies möglich ist, wurde geliefert [81], aber
das Program wurde vom Management unterbrochen.
Gleichzeitig hatte ich auch entdeckt (während eines an sich wegen eines Fehlers mißglückten Wachstums-
experiments), daß man versetzungsfreie GaP-Kristalle brauchbarer Größe aus der Gallium-Schmelze er-
halten kann ([...], diese Methode wird heute bei IBM und bei Sony verwendet). «

[ Scriptum 14.12; 14.15 ]
  Exkurs: The Decline of the RCA Laboratories

RCA war ursprünglich mit der Forschung und den Patenten zu Rundfunk und Fernsehen groß geworden.
An den RCA Laboratorien wurde jedoch in großer Bandbreite nach dem Grundsatz » [...] It was the firm
belief that research would help the core business anyhow. [...] « [ Knop2001 ] [ Kilbon1964: i, 1-12 ] [ Radio
Age (January - March 1956) p. 20
] geforscht. Die Forschungen an den Laboratorien waren daher nur locker
an die anderen Divisions von RCA gebunden. Regierungsaufträge trugen dazu bei, daß Forschung auf
breiter Ebene betrieben wurde. RCAs Vorsitzender David Sarnoff sah aufgrund dieser Diversifikation die
Schwierigkeit, den Laboratorien eine systematische Forschungsrichtung vorzugeben. Mitte bis Ende der
50er Jahre meinte man diese in dem immer stärker aufkommenden Computersektor gefunden zu haben,
weshalb zunehmend Personal in diesem Bereich forschte und arbeitete. Zudem wurde verstärkt anwen-
dungsbezogene Forschung betrieben, so daß sich die Firmenstrategie der späten 60er und frühen 70er
Jahre auf die kurze Formel bringen ließ: » [...] the center [ turned toward ] increased cooperation with RCA's
other divisions amid rising Asian competition in consumer electronics and investments fund's demands for
short-term corporate profits. [...] « [ Magoun2003: 95 ]

Lothar Hack beschreibt und analysiert sehr ausführlich die Verlagerung der Forschungsschwerpunkte:

» [...] Während des Zweiten Weltkriegs gehöhrten RCA und das Forschungslabor zu den wichtigsten Trägern
der Rüstungsentwicklung in den USA. [...] RCA [ hatte ] Schwierigkeiten [...], sich auf die Nachkriegsbedin-
gungen einzustellen; an die Stelle der Regierungsaufträge, mit denen die RCA in den Kriegsjahren sehr gut
gelebt hatte, traten nun die Anforderungen der Konkurrenz auf den Konsumgütermärkten. [...] 1964 wurde
von der Leitung (Hillier) eine zwei Jahre anhaltende Anstrengung gestartet, die RCA Laboratorien umzu-
strukturieren und die Forschung in Richtung auf "entrepreneurial strategy" umzuorientieren. Unter der Labor-
leitung von W. Webster wurde 1968 die Forschungsorganisation der RCA, die bis dahin "hybrid" auf Funktion
und Endprodukte fokussiert war, ganz auf Endprodukte ausgerichtet. [...] Die RCA Laboratorien seien bereit
gewesen, dem neuen System eine Chance zu geben, aber die divisions seien gegenüber ihren Produktvor-
schlägen indifferent und die corporate headquaters hätten diktieren wollen, welche Forschungsprojekte
gefördert werden sollten, unabhängig davon, in welchem Stadium diese sich befanden. [...] « [ Hack2007:
156ff ]

Die Vorgaben zur Neuausrichtung sorgten für Mißmut: Trotz der Fortschritte [75] [81] sollte Fischer das Pro-
jekt zu Gunsten anderer Forschung zurückstellen. Zudem überarbeitet, gereizt und müde von den bis zu 18
Stunden-Tagen am Autoklaven überwarf er sich in dieser Sache mit dem Management und verließ Ende
1970 die Laboratorien. Dieser Konferenzbeitrag [81] aus dem Juli 1971 basiert daher auf seinen letzten
Forschungsarbeiten zur Kristallzucht nicht nur bei RCA sondern generell: Mit dem Weggang von RCA
beschäftigte er sich nie wieder mit der Züchtung von Einkristallen, wohl aber mit der Herstellung lumines-
zenzfähiger Filme.

Im Herbst 1971 zog sich RCA - entgegen ursprünglicher Zusagen an Kunden - überraschend aus dem jahre-
lang verlustreich arbeitenden Computergeschäft zurück. Vorausgegangen war eine immer stärkere Bindung
von Kapital und Personal an die Computer-Division zu Lasten der anderen profitablen Abteilungen. Neben
den eingefahrenen Verlusten (250 Mio. $) und der Sonderabschreibung nach Veräußerung (412 Mio. $)
[ Hack2007: 160ff ] war ein Imageschaden geblieben, von dem sich RCA nie wieder ganz erholen sollte.
Den Ausstieg aus dem Computergeschäft kommentierte William Webster später mit den Worten: » We shot
a whole generation of research engineers on computers and starved the real cash-cow - color television - to
do it « [ Sobel1986: 179 ] [ Peter1985: 94 ].

Nicht ohne Grund riet Fischer daher später seinen Studenten: » [...] Wenn's Ihrer Firma schlecht geht, und
wenn Sie zu wenig Einfluß darauf haben, springen Sie rechtzeitig ab! [...] « [ Scriptum 5.71 ], zudem warnte
er immer wieder vor den Folgen » kurzfristigen Profit-Denkens «.


Nicht nur RCA, auch viele andere große Firmen der Branche hatten seinerzeit Schwierigkeiten, die in ihren
Forschungslaboren entwickelten Innovationen in marktfähige Produkte umzusetzen: Als einen der Gründe
für diese Entwicklung wurde die fehlende Kopplung der Labore an das Tagesgeschäft angesehen. Von den
produzierenden Firmenzweigen wurden die Labore als » country club « gesehen: losgelößt, mit unprakti-
kablen Lösungsvorschlägen und verschwenderisch. Tatsächlich herrschte nicht nur im RCA Forschungslabor
eine Atmosphäre wie an Universitäten, bei weitaus besserer Ausstattung, größerem Etat und höherem
Prestige [ Graham1988 ] [ Florida1990: 28-29 ] [ Johnstone1999: 103 ].

Fischer gab seinen Studenten, die mit dem Gedanken an Selbständigkeit liebäugelten, daher ganz prag-
matisch den Rat mit auf dem Weg: » [...] Die Gefahr besteht, [...] den Kontakt zur realen Basis zu verlieren
und dann unrichtige Entscheidungen treffen. Deshalb: Verbringen Sie mindestens die Hälfte des hellen
Tages "vor Ort", wo Ihr Produkt entsteht. Die andere Hälfte des hellen Tages verbringen Sie mit wichtigen
Personen. Die dritte Hälfte des Tages sitzen Sie in Ihrem Büro. [...] « [ Scriptum 8.20 ]
  Unter ähnlichen Umständen gab RCA - obschon » der « LCD Pionier - bereits 1969 die weitere Entwicklung
und Forschung zu Flüssigkristallen und darauf basierenden Anzeigen auf.

» [...] RCA's dropping the ball "was a shame," says Heilmeier [...]. "But our wounds were self-inflicted."
Like Xerox Corp., which failed to exploit some of its key inventions at Xerox PARC, RCA may have been
blinded by its earlier triumph in color TV. "Once you have a success of that magnitude," he says, "it's
difficult to convince people that [ a new technology ] could be the long-term future." Frustrated, Heilmeier
left RCA in 1970, never to return to LCD research. [...] «

[ Business Week - George Heilmeier: Flat-Panel Pioneer (12. December 2005) - retrieved 02. Augustt 2014 ]

George Heilmeier verließ RCA in Richtung Regierung: Department of Defence. Mit einem Mal saß er am
anderen Ende des Tisches und hatte mit darüber zu entscheiden, welche Schwerpunkte das Verteidigungs-
ministerium bei Entwicklungen und Forschungen setzen sollte. Von dieser Neuausrichtung betroffen waren
auch Forschungsprogramme zu LCD-Anzeigen, die zum Teil eingestellt wurden (siehe [87] Anmerkung).


Bernhard Lechner , der bei RCA an der Entwicklung der TFT-Ansteuermatrizen für die LCD-Anzeigen
arbeitete, äußerte sich dazu [ Lechner2008: 30 ]:

» During 1969, RCA abandoned entirely the objective of making a liquid-crystal TV display [...]. By 1969
RCA's color-TV-receiver business was mature and the smallest consumer product of significance was a
13-in. color set. Because we could not promise to compete with such a product in any foreseeable time
frame, management had no interest in investing further. I tried to keep our effort alive by writing a pro-
posal for a government contract to continue work [...], but I do not recall that I ever got management
permission to shop it with various government agencies. [...] «


Wie schnell RCA das Feld räumte, ist auch an [88] erkennbar: Obwohl Fischer ein gleichlautendes Patent
Docket Disclosure bei der RCA Patentabteilung einreichte, wurde dieses dort nicht weiter verfolgt und er
konnte das Verfahren später für die US Army patentieren lassen.


Die Forschungsarbeiten zu den Flüssigkristallen und -Anzeigen wurden um 1964 als "Company Private" ein-
gestuft, die Fortschritts-Berichte nummeriert und deren Verteiler eingeschränkt. Diese Forschungen wurden
ohne staatliche Auftraggeber direkt aus dem RCA-internen Forschungsbudget bestritten. Demgegenüber
wurden die Forschungen zu Elektrolumineszenz-Anzeigen, an denen Albrecht Fischer arbeitete, zum Teil
aus Verträgen mit der U.S. Army finanziert (siehe z. B. [74]), die letztlich langfristig deren Weiterentwicklung
sicherstellen konnten. Trotz dieser Perspektive verließ Albrecht Fischer die RCA Laboratorien in Princeton
wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Management: Er sollte das GaP Material-Forschungsprojekt
[81] zugunsten anderer Projekte zurückstellen (siehe [75]).


Ohne Job Anfang 1971 erhielt er ein Angebot von dem ehemaligen RCA Wissenschaftler Zoltan Kiss, an
Dynamic-Scattering LCD-Anzeigen in Zoltan's neu gegründeter Firma Optel zu arbeiten. Optel startete als
RCA-Spinoff mit $700.000 Startkapital von schweizer Uhrenherstellern im Rücken [ Johnstone1999: 100 ]:

» [...] Optel began in early 1970, after a restless employee named Zoltan Kiss had made his way through
the company's labs the previous year looking for potential colleagues for his own business. He didn't even
have a particular product in mind, but he recruited a staff and put almost everyone to work on his own re-
search project. Only a couple of technicans worked on liquid crystals, but that effort flourished by drawing
on fundamental research that had been done at RCA. [...] «

[ Barbara Figge Fox, Michele Alperin - Solar Power for Have-Nots (2006) ]

Er lehnte Zoltan's Angebot ab - » das war so eine Garagenfirma, der wußte gar nicht, wie er die Leute
bezahlen sollte « [ Mitteilung 12.11.2009 ] [ Johnstone1999: 100-103 ] - und ebenso ein Angebot von
Ex-RCA Forscher Egon E. Loebner bei Hewlett-Packard (Kalifornien) weiterhin an der GaP-Kristallzucht
[81] zu arbeiten. Stattdessen entschied er sich, an erfolgversprecherenden Twisted-Nematic LCD-
Displays und Elektrolumineszenz-Displays bei den Westinghouse Research Laboratorien in Pittsburgh
zu arbeiten.
  Anfang der achtziger Jahre arbeiteten die RCA Laboratorien bereits als » Dienstleistungsarm « für die Pro-
duktionsabteilungen. Dennoch betrugen allein die Einnahmen aus den Patent-Lizenzen der RCA Labora-
torien zu dem Zeitpunkt 250 Mio. $. Das war mehr, als zur Finanzierung der Labs gebraucht wurde [ Hack
2007: 163 ]. RCA wurde 1985 an General Electric verkauft. GE hatte an den renomierten RCA Laboratorien
mit seinen 1200 Wissenschaftlern und Ingenieuren (Stand 1986) kein Interesse, unterhielten sie doch weit-
aus größere eigene Labore in Schenectady [ Hack2007: 170 ] [ Kressel2007: 117 ] .

General Electric gab 1987 die RCA Laboratorien auf Initiative des Lab-Vorstandsvorsitzenden James
Tietjen an das Stanford Research Institute International (SRI International), einer unabhängigen wissen-
schaftlichen nonprofit Forschungs- und Entwicklungsorganisation mit Sitz im Menlo Park (Californien).
Diese betrieben die Laboratorien über 20 Jahre als eigenständiges Tochterunternehmen, ab 1997 unter
dem Firmennamen Sarnoff Corporation. Anfang 2011 ist die Sarnoff Corporation in der Muttergesellschaft
SRI International aufgegangen [ Press Release 24. March 2010 ] [ Maguon2003: 117 ].
1971   April / May - Advisory Scientist at Westinghouse Research Lab, Pittsburgh

  James Fergason untersuchte in den Jahren 1957 bis 1966 an den Westinghouse Laboratorien die physika-
lischen, chemischen und elektrischen Eigenschaften von cholesterischen Flüssigkristallen. Ziel der Entwick-
lung waren thermische Sensoren an zum Beispiel Reaktor-Kühlwasserrohren. Der Farbumschlag der am
Messkörper anhaftenden Flüssigkristalle sollte direkt auf dessen Temperatur hinweisen. Das Program wur-
de als vertraulich eingestuft. Veröffentlichungen und der Gedankenaustausch mit anderen Wissenschaftlern
wurden von Westinghouse nicht unterstützt.

James Fergason schrieb frustriert von dieser Situation einen Artikel » Liquid Crystals: They behave mecha-
nically as liquids but have optical characteristics of crystals « für die Zeitschrift Scientific American (Vol. 211,
No. 2, August 1964, pp. 76-86), was » seinem Arbeitsverhältnis nicht gerade dienlich war « [ Mitteilung
12.11.2009 ]. » [...] He started to see many uses, but he didn't have the support to move forward with product
development at Westinghouse. [...] « [ Linda Hamilton - Liquid Crystals - American Heritage of Invention
& Technology 2002 ] Unter anderem sah er Anwendungsmöglichkeiten im Bereich von Anzeigen, nicht
zuletzt auch wegen Richard Williams Veröffentlichungen [ R. Williams - Domains in Liquid Crystals (1963) |
R. Williams - Liquid Crystals in an Electric Field (1963) ]. Ein solches Produkt passte allerdings nicht in das
Produktsortiment von Westinghouse, die zu dem Zeitpunkt vorwiegend mit Reaktor-Kraftwerken und Trans-
formatoren ihr Geld verdienten.

James Fergason verließ 1966 die Westinghouse Laboratorien, um an dem Flüssigkristall-Institut der Ohio
Kent State University zu arbeiten [ Johnstone1999: 99 ]. Um diesen Zeitpunkt herum wurden die Forschungs-
arbeiten zu den Flüssigkristallen bei Westinghouse wieder eingestellt.

Nachdem Fergason zusammen mit anderen an der Universität erste Erfolge bei der Entwicklung von Twisted
Nematic Flüssigkristallen erzielten - ab 1968 zusammen mit Alfred Saupe (dort p. 621) [ Kawamoto2002:
474 ] (siehe [19]) - wiederholte sich ein Mißgeschick mit einer Veröffentlichung: Zusammen lancierten sie im
Januar 1970 in dem Handelsblatt Electro-Technology den Artikel » Liquid Crystals and their applications «
[ J. A. Fergason; T. R. Taylor; T. B. Harsch - Liquid Crystals and their applications - Electro-Technology (Janu-
ary 1970) pp. 41-50 ]. Darin beschrieb Fergason seine Ideen noch bevor die Patentlage für deren Nutzung
geklärt war. Ein erstes Patent hierzu wurde von ihm erst ein Jahr später im April 1971 eingereicht.

In der Zwischenzeit rief das andere auf den Plan: Wolfgang Helfrich, der zusammen mit George Heilmeier
an Flüssigkristallen bei RCA arbeitete, zog dort bereits 1969 die Möglichkeit der Herstellung von Twisted
Nematic Flüssigkristallen in Betracht. In der Veröffentlichung von Fergason erkannte er das Potential der
neuen Flüssigkristalle, konnte aber George Heilmeier nicht von derem Einsatz überzeugen [ Kawamoto2002:
471, 474 ], da das Projekt bei RCA bereits auslief. Die Zeit drängte: Wie viele andere verließ auch Wolfgang
Helfrich RCA. Zusammen mit Martin Schadt arbeitete er an der Entwicklung der Twisted Nematic Flüssig-
kristallen bei Hoffmann-La Roche in der Schweiz. » Alle [ bei RCA ] waren in Aufruhr als Fergason in einem
Handelsblatt [ Electro-Technology ] seine Ideen veröffentlichte. Helfrich hat das erkannt und ist schnell weg-
gegangen und hat zusammen mit Schadt bei Hoffmann-La Roche weiter geforscht. Die haben später nicht
alle Quellen zu ihrer Arbeit angegeben und es kam zum Streit. « [ Mitteilung 12.11.2009 ]


Thomas Peter Brody initiierte die TFT-Forschung bei Westinghouse, kurz nach der ersten Veröffentlichung
von Paul Weimer über CdS-Dünnfilmtransistoren bei RCA im Jahr 1962 (siehe oben). Mehrere Male bekam
Brodys Forschungsgruppe von dem Management Fristen gesetzt für ihre » waste of corporate funds «-Arbeit,
die ursprünglich nicht im Bereich der Displaytechnik angesiedelt war.

Displays waren eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten für die Westinghouse-eigene TFT-Technik.
Die ganze Bandbreite von TFT-Einsatzmöglichkeiten wurde bei Westinghouse verfolgt, denn das TFT-
Programm kollabierte dort an den Kosten und in der Folge an mangelnden konkurrenzfähigen Produk-
ten. TFT-basierte Produkte, die vor allem kurzfristig Erfolg versprachen, lagen da eher auf der Hand als
die Display-Technik, die noch einen weiten Weg bis zur Marktreife vor sich hatte.

Erste Hinweise auf den Einsatz der TFT-Technik in Displays präsentierten T. P. Brody und D. J. Page
auf der zweiten Government Microcircuit Applications Conference (GOMAC) im September 1969 in
Washington: » Flexible Transistors, Large Scale Integration And Displays «. Beide arbeiteten seit 1968
an einem » activ matrix electroluminescent display that uses ferro-electric switches « [ Murtha2001: 65,
201 ].

Brody gab in » Thin Film Active Devices - Present and Future « auf der National Electronics Conference
07.-09. Dezember 1970 einen Überblick zum Stand der Technologie, eher beiläufig erwähnt er mit einem
Wort (sic!) die Displaytechnik: » [...] True mass-production outlets, from electronic postage stamps to domes-
tic computers would become available. On the side of novel functions, the large area capability of thin film
technology holds out the only realistic hope for solid state displays, while the flexibility of the circuits may
provide biological implants and prosthetic devices. [...] « [ T. P. Brody - Thin Film Active Devices - Present
And Future (1970) pp. 309-315 ] (zitiert in [79]).

Brody hatte nur diese zwei Veröffentlichungen zum Thema Solid State Display anzubieten. Mehrmals
hing das Fortbestehen seiner Westinghouse TFT-Forschungsgruppe am seidenen Faden. Glückliche
Umstände hielten die TFT-Forschung am Leben: Am 01. April 1971 erhielt er von dem Office of Naval
Research in Arlington den Contract » Thin Film Display Switches «, der bis zum 31. Mai 1973 lief und
in der Verlängerung nochmals vom 01. April bis zum 12. Dezember 1974. Diese Arbeiten betrafen aber
einen Teilaspekt eines speziellen TFT-Displays mit » Floating Metal Gate « - Transistoren.

» [...] early by 1968 we had a design for a TFT-driven electroluminescent display, « » since liquid
crystals at that time were just a laboratory curiosity.« » We could not sell these particular ideas to
any of our devisions and still less to our own management. [...] We kept peddling the display ideas
to all who would listen and made the rounds of the government agencies. « without success, so » We
had three lean years of selling with no buyers, from 1968 to 1971. « Finally » in 1971 two separate
agencies (U.S. Army Electronics Command and Wright-Patterson AFB) came out with solicitations that
were tailormade for us, and which, towards the end of the year resulted in two small contracts being
awarded to Westinghouse: one on a 6 × 6 in, 20 lines per inch TFT-addressed electroluminescent
display and a parallel contract (from the Air Force) [ annotation: $60.000 [ Magoun2007: 151 ] ] on
a liquid crystal display of the same size and resolution. Both contracts were based on a multilayer,
all-vacuum deposition approach similar to that used by RCA workers [...] « [ Brody1984: 1618ff ]

Nachdem sie drei Jahre vergeblich versucht hatten, für ihre Ideen Forschungsgelder zu bekommen,
fielen ihnen die beide Kontrakte nicht in den Schoß. Fischer kannte sich mit den Förderanträgen an
Regierungsstellen aus, denn er arbeitete bereits in Kontrakten mit dem U.S. Army Electronics Com-
mand [74] und der U.S. Air Force [33] [58] [82]. Fischer kommentierte knapp: » Die hatten mich ja ein-
gestellt, damit ich für sie Regierungsaufträge reinhole. « Fischer erhielt Ende 1971 - Anfang 1972
den EL-Display Kontrakt für Westinghouse [84]. Elliott Schlam war seitens der Regierung für diesen
neuen Kontrakt zuständig. Schlam jobbte in den frühen 60er Jahren in den RCA Laboratories bei
Fischer (sic!) als Sommer-Student und war mittlerweile bei der USAECOM in verantwortliche Positio-
nen aufgestiegen.

Fischer erkannte in den neu entwickelten Twisted Nematic Flüssigkristallen das Potential für ein LC-
Display, das technisch viel einfacher zu realisieren war als das EL-Display. Das LC-Display war ein
» Nebenprodukt « auf dem Weg zum EL-Display. Mitte 1972 brachte Fischer einen weiteren Förder-
antrag für ein LC-Display zusammen mit den Ausarbeitungen bei der U.S. Air Force auf den Weg,
als Ausgliederung aus seinem laufenden Kontrakt [82] und sehr wahrscheinlich ohne Rücksprache
mit Brody. Entgegen Brodys Darstellung erfolgten diese Anträge und ihre Zuteilung nicht zeitgleich.
» Ich erhielt [ für den LC-Kontrakt ] eine Gehaltserhöhung, und in der schriftlichen Begründung, die
ich noch heute besitze, wurde ich hoch gelobt. «

Laut Fischer befand sich die TFT-Vakuum-Anlage bei Westinghouse in einem » bedauernswerten
Zustand.« Schlechte Ergebnisse und magere Ausbeute waren die Folge. Fischer sah in Anbetracht
der nur schleppend langsamen Fortschritte bei Westinghouse seinen guten Ruf bei der U. S. Army
schwinden. Auch die bei Westinghouse sehr lax gehandhabte, sprich unpünktliche Berichterstat-
tung an die Auftraggeber waren ihm fremd. Fischer arbeitete — obschon weder in Brodys Team, noch
ihm unterstellt, und ohne dessen Einwilligung — schließlich in den Nachtstunden an der Vakuum-Auf-
dampf-Anlage und nahm daran selber Verbesserungen vor. So ist die Aussage » Both contracts were
based on a multilayer, all-vacuum deposition approach similar to that used by RCA workers « [ Brody
1984: 1618ff ] zu verstehen. Fischer rutschte damit als Co-Autor in den Quarterly Report No. 3 des EL-
Kontrakt [84] und drang so zusehends in Brodys Kompetenzbereiche ein, sehr zum Missfallen von
Brody. Deren Verhältnis zueinander wurde zunehmend schwieriger.

Fischer ist das » missing link « zwischen den Display-Forschungsarbeiten und -Entwicklungen bei
RCA und bei Westinghouse. Westinghouse hat dies niemals anerkannt, nur eine diffuse Formulierung
ist geblieben (siehe Abschnitt oben); Westinghouse sollte wohl keine unmittelbare Hilfe von RCA nö-
tig haben. Bei RCA geriet Fischer in Ungnade, weil er bei Westinghouse das machte, was Bernard
Lechner zuletzt bei RCA (s.o.) nicht mehr möglich war: Regierungsgelder für die Entwicklung eines
LC-Displays anzuwerben. Außerdem legte Fischer bei dem U.S. Army Electronics Command den
neuen Westinghouse-Kontrakt zum EL-Display in Konkurenz zu "seinem eigenen", dort laufenden
RCA-Kontrakt [74] an.
[82]
A. G. Fischer
Film Depositions of Multiple-Doped Phosphors:
Infrared Imaging Devices

Contract F33615-71-C-1853
Quarterly Reports No. 1-4 (30. June 1972)

Startup: 01. July 1971

Aerospace Research Laboratories
Air Force Systems Command
U.S. Air Force, Wright-Patterson Air Force Base, Dayton,
Ohio; Contract Officer: Dietrich W. Langer, D. C. Reynolds

[ Publication (Final Report 1974) | angeführt in: [85] [131] |
unsicher: Scriptum 7.26 (Dwg. 6181A85); 14.81
(Dwg. 6169A28) ]
 
  Fischer nahm im Juli 1971 seine Arbeit bei Westinghouse zunächst mit diesem Kontrakt [82] für die
U.S. Air Force - WPAFB - Aerospace Research Laboratories auf.
Es scheint so, als wäre er wegen diesem, möglicherweise schon bestehenden Kontrakt bei Westing-
house eingestellt worden, denn Forschungsarbeiten zu diesem Thema hätte er sich vermutlich nie-
mals selbst ausgesucht. Laut Fischer hat man ihm den Kontrakt » aufgenötigt «. Er hat versucht, für
sich das Beste daraus zu machen. Der Vertrag war auf 30 Monate bis Ende 1973 angelegt. Fischer
bezifferte das Budget für diesen Kontrakt auf knapp $160.000, was weitaus mehr ist, als die beiden
Display-Kontrakte zusammen.

» [...] The ideal device for personal use would be a pair of goggles or binoculars. [...] « ([85] p. 431):
Der Forschungsschwerpunkt lag ursprünglich bei speziell präparierten lichtempfindlichen Phos-
phoren, zum Beispiel für Direkt-Sicht-Geräte (Nachtsichtgeräte): Lichtempfindliche Werkstoffe, deren
Zusammenwirken und die Anordnung (Opto-Mechanik) von IR-Bildsensor, dem Verstärker und dem
Anzeigeschirm in einem Gerät.

Fischer machte keinen Hehl daraus, dass er eine militärische Nutzung dieser Forschung und letzt-
lich der Geräte ablehnte. Er suchte nach friedlichen Einsatzzwecke zum Beispiel im Bereich der
Flugsicherheit, denn Fliegen gehörte zu seinen Leidenschaften: Fluginstrumente, die Nebel durch-
dringen oder thermische Luftströmungen in der Atmosphäre sichtbar machen.

» [...] For aviation use, the ideal device should be compact and rugged, with the sensor installed
somewhere on the outside of the aircraft, and the flat display screen in front of the pilot (closed-
circuit television). [...] « ([85] p. 431): Die damit einhergehende Trennung von Sensor und Anzeige
verlagerte den Forschungsschwerpunkt mehr in die Mikroelektronik: das Auslesen des IR-Bild-
sensors und die Darstellung der Szene an einem geeigneten Display — vorzugsweise ein Flüssig-
kristall-Display. Fischer stellte sein Konzept dazu während einer seiner Quartalsreports [82] bei der
Wright-Patterson Air Force Base vor. Die nunmehr konzeptionell notwendige Entwicklung des
Displays wurde daraufhin aus diesem Kontrakt am Ende des vierten Forschungsquartals (30. Juni
1972) herausgelöst und eigenständig unter » Flat Panel Display « F33615-72-C-2013 (siehe [87])
als ein zu entwickelndes Fluginstrument für die U.S. Air Force - WPAFB - Avionics Laboratory
bearbeitet. Fischer erwähnte daher in [87] (p. 64), die Arbeit sei nur zum Teil -partially- unter dem
neuen Kontrakt entstanden, denn einiges war bereits unter diesem Kontrakt bearbeitet worden.

Die Arbeitsbelastung nahm nach Aussage Fischers » Mitte 1972 wegen der zusätzlich zu bearbei-
tenden IR-Technik extrem zu. « Fischer verlagerte schon während der ersten Monate des Kontrakts
[82] den Schwerpunkt kontinuierlich in Richtung Flüssigkristall-Display, denn er arbeitete nur sehr
widerstrebend an der militärisch motivierten IR-Technik. Der Vortrag und die Veröffentlichung
» Infrared Imaging Devices « [85] ist unter großem Zeitdruck erstellt worden. Fischer verweist in
Bezug auf die IR-Technik auf einen kurz zuvor erschienenen, sehr umfangreichen Artikel von
J. O. Dimmock, der ebenso für die U. S. Air Force arbeitete: » The reader is referred to the study
of the references, especially the listing in [ J. O. Dimmock - Infrared Detectors and Applications
(1972) ] «.

Der Kontrakt zum Flüssigkristall-Display [87] wurde aus [82] herausgelöst und ging an das dort an-
sässige WPAFB Avionics Laboratory. Das U. S. Army Electronics Command in Fort Monmouth N. J.
hatte zu dem Zeitpunkt bereits den Kontrakt zum Elektrolumineszenz-Display an Westinghouse
und einen LCD-Kontrakt an Texas Instruments vergeben (siehe [84]).

Zu dem Zeitpunkt wollte das » Electroluminescent Film Display Device « - Entwicklungsteam [84] bei
Westinghouse offensichtlich nichts von diesem zweiten Kontrakt zu einem Flüssigkristall-Display
wissen. Der LCD-Kontrakt war ähnlich angelegt, material-, schaltungs- und fertigungstechnisch aber
weitaus einfacher und schneller zu realisieren.

Fischer konnte das Patent [86] in persona auf den Weg bringen und den Vortrag auf der » Confe-
rence on Display Devices « 1972 [87] in New York City halten — auch wenn er zu dem Zeitpunkt
bereits bedrängt wurde und mehrere Autoren zu der Veröffentlichung mit hinzunehmen mußte.

Der Kontrakt wurde nach Weggang von Fischer von G. R. Wagner und Z. Szepesi weiter bearbeitet.
Lediglich der im Juli 1974 fertiggestellte Final Report für [82] ist verfügbar. Der Schwerpunkt lag
wieder bei den Werkstoffen, den speziell präparierten, IR-stimulierten Phosphoren.

1980 zitiert Fischer in dem Beitrag » Flache Fernsehbildschirme « alle drei, für die Entwicklung des
LC-Displays maßgeblichen Forschungs-Kontrakte [87] [84] und [82] ([131] Literaturhinweis 33).
[PD41] Westinghouse Patent Disclosure
Docket No. 43396 (1971) Res-No. 71-378

Transparent Thin Film Transistor

(with K. Gutknecht) (granted)


» [...] Aufbau mit transparenten Bildschirm-Moduln [...] Ein glasklar durchsichtiger TFT wurde zwar von
uns entwickelt, ist aber noch nicht ausgereift [PD41]. [...] «

[ angeführt in: [131] p. 231, 236 ]
[PD42] Westinghouse Patent Disclosure
Docket No. n.a. (1971) Res-No. n.a.

Infrared Image Converter
[PD43] Westinghouse Patent Disclosure
Docket No. n.a. (1971) Res-No. n.a.

Optical Survaillance System Using Infrared Stimulable Phosphors to Detect Motion in a Still Scene
[PD44] Westinghouse Patent Disclosure
Docket No. 43459 (1971) Res-No. n.a.

Photoconducting Films for Integrated Circuits (granted)


Siehe [99].
[PD45] Westinghouse Patent Disclosure
Docket No. n.a. (1971) Res-No. n.a.

A Simple Test for Lead Pollution


Möglicherweise auf [17] basierend, jedoch ohne nähere Angaben.
[83]
Albert G. Fischer
Electroluminescent Materials

4th Buhl International Conference on Materials
Carnegie-Mellon University, Pittsburgh, 16.-18. November 1971

in: Opportunities in Materials; Proceedings, pp. 170-194
Milton Clayton Shaw (Ed.)
Carnegie Press, Carnegie-Mellon University, Pittsburgh, 1971

[ Publication | Scriptum 14.09; 14.17; 14.26ff; 14.32; 14.35 ]
  Der Beitrag von Fischer zu der Konferenz basiert ausschließlich auf Arbeiten, die während seiner
Zeit bei RCA entstanden.

Auf dieser Konferenz berichtete Westinghouse ebenso über die Mikromechanik-Forschung [ Harvey
C. Nathanson - Micromechanics Provides Novel Function in Integrated Circuits (1971) pp. 206-223 ]:
Wolf-Dietrich Frobenius (siehe ab [105]) arbeitete dort an digitalen Accelerometern.

Gordon E. Moore berichtete vor Albrecht Fischers Beitrag über Large-Scale Integrated Electronics. Vor-
gestellt wurde » [...] as an example, a photomicrograph of the complete logic section of a sophisticated
desk calculator or small computer. [...] «: Der Intel 4004 war tags zuvor am 15. November mit einer An-
zeige in der Zeitschrift » Electronic News « mit den Worten » A new era of integrated electronics « der
breiten Weltöffentlichkeit vorgestellt worden [ Lojek2007: 361, 362 ]. Der Beitrag auf dieser Konferenz
dürfte somit überhaupt einer der ersten Vorträge über die Herstellung von hochintegrierten Schaltkrei-
sen mit Hinweis auf den Intel 4004 gewesen sein. Die sich anbahnende technische Revolution kam still
und fast unbemerkt in einem Nebensatz daher. Kaum jemand nahm davon Notiz, denn dieser Vortrag
wird in keiner anderen Veröffentlichung angeführt (Stand 16.05.2013). [ Gordon E. Moore - Large-Scale
Integrated Electronics (1971) pp. 131-169 ]
1972    

[84] Brody, Thomas P.; Fischer, Albert G.; Escott, William S.; Greeneich, Edward W.; Lehmann, Willie
Electroluminescent Film Display Device

USAECOM Contract DAAB07-72-C-0061 (1972)
Westinghouse Quarterly Report No. 3; 22. May - 22. August 1972 (July 1973)

Startup: 22. November 1971

U. S. Army Electronics Command
Fort Monmouth, New Jersey
Contract Officer: Elliott Schlam

[ Publication | Final Report (PDF) (1977) ]


Der Kontrakt mit U. S. Army Electronics Command in Forth Monmouth über die Entwicklung des » Electro-
luminescent Film Display Device « ist laut Anmeldenummer auf Anfang 72 datiert. Der Start ist jedoch auf
den 22. November 1971 rückdatiert. Die ersten drei Forschungsquartale bis 22. August 1972 fügen sich
nahtlos aneinander. Fischer arbeitete im dritten Forschungsquartal an diesem Kontrakt [84] mit. Nach seinem
Weggang Ende Oktober 1972 wurde unüblich das vierte Forschungsquartal komplett ausgesetzt. Das vierte
Forschungsquartal beginnt erst mit dem 22. November 1972 und endete am 22. Februar 1973. Ab diesem
Zeitpunkt führt der Kontrakt den Titel » Thin Film Transistor-Addressed Display Device « und wurde bei
Westinghouse bis Ende 1976 bearbeitet. (Im Anschluß daran erhielt Westinghouse den Kontrakt » Manu-
facturing Methods and Engineering for TFT Addressed Display « (DAAB07-76-C-0027) Final Report (PDF)
(1980)
.) Die Neuausrichtung des Kontrakts für das U. S. Army Electronics Command im Februar 1973 er-
folgte zeitgleich mit dem Wegfall des LCD-Kontrakts [87] für das U. S. Air Force WPAFB Avionics Laboratory.


Im April 1972 erteilte das U. S. Army Electronics Command in Fort Monmouth einen Kontrakt mit dem
Titel » Liquid Crystal Display Panel « DAAB07-72-C-0158 an Texas Instruments. Ziel der Entwicklung
von Allan Robert Kmetz, J. R. Pies und J. A. Lipman war ein LCD-Display auf Silizium-Matrix-Basis:

» [...] Another, rather more ambitious attempt to construct a silicon-matrix-based display was made by
Kmetz et al. Their objective was to build a 3-inch-square LC display, with 30 lines/inch resolution. The
display was to be assembled from four 1.7-inch-square wafers, each including addressing and drive
circuits as well as the matrix. Each matrix point consisted of a bistable flip-flop and enable devices (6
MOSFET's per cell) constituting a random addressible memeory (RAM) bit. Unfortunately, this task tur-
ned out to be too ambitious, and required too big an advance in silicon processing over very large
areas. In consequence, no operating circuits or displays were obtained. [...] «

[ T. P. Brody - Integrated Electrooptic Displays; in A. R. Kmetz; F. K. von Willisen (Eds.) - Nonemissive
Electrooptic Displays (1976) p. 325, 340 ]


Die Hughes Aircraft Company entwickelte zu dem Zeitpunkt auch Ideen zu Flüssigkristall-Anzeigen auf
Basis der Silizium-Wafer-Technik . Diese Technologie ist im Zuge von » A Study of the Application of
Reflective Displays to Synthetic Array Radar « (Technical Report AFAL-TR-73-155 Air Force Avionics
Laboratory, Air Force Systems Command, Wright-Patterson Air Force Base, Ohio; Kontrakt: F33615-72-
C-1415; 01. April 1972 - 01. April 1973) vorgeschlagen worden. Hieraus ging im März 1973 ein weiterer
Kontrakt F33615-73-C-1221 hervor (siehe [87]). Die gesamte Hughes Aircraft Company, von der Ent-
wicklung bis hin zur Fertigung stand hinter dem Kontrakt, so daß die Vergabe an eine Firma mit ent-
sprechender Reputation im Bereich Flugzeug-Technik und -Displays erfolgversprechend erschien.

Die Hughes Aircraft Company arbeitete während der oben genannten Studie auch an der Entwick-
lung von Flüssigkristall-Displays basierend auf TFT-Technik [ siehe US3824003A ].
[PD46] Westinghouse Patent Disclosure
Docket No. 44104 (1972) Res-No. 72-326

Flat, Matrix-Addressed Liquid Crystal Color TV Panel
and Ways of Manufacturing the Same (granted)


Siehe Patent [86]
[PD47] Westinghouse Patent Disclosure
Docket No. 44275 (1972) Res-No. n.a.

Super-Insulator using Composite Layers


» Überlegungen in diese Richtung führten mich zur Erfindung der Super-Isolator-Schicht: Trotz sperrender
Kathode, und trotz Wahl eines Isolators mit größtmöglicher Bandlücke (damit keine thermischen Elektron-
Loch-Paar-Erzeugung über die verbotene Zone möglich ist), gibt es wegen der Höhenstrahlung immer ein
paar Primärelektronen, die bei genügend hoher Feldstärke als Köpfe von Durchbruchslawinen fungieren
können. Man muß also dafür sorgen, daß sich die Lawinen nicht erst aufbauen können. Wie in den Alpen
gegen die Schneelawinen, muß man also 'Lawinenzäune' aufbauen. Dies geschieht erfindungsgemäß durch
Herstellung der Isolierschicht aus aufeinanderfolgend aufgebrachten Einzelschichten mit immer größer
werdender Bandlücke, und immer geringer werdender Elektronenaffinität. [...] Solche Schichten eignen sich
übrigens als photografische Schichten für UV-, Röntgen- und Elektronenstrahl-Photographie, da die im Film
gespeicherte elektrische Ladung mit 'Tonern', d.h. isolierenden schwarzen Pulvern ähnlich den beim Xerox-
Prozess verwendeten, sichtbar gemacht werden kann. «

[ Scriptum 15.04ff ]

Siehe auch [136].

[85]
A. G. Fischer
Infrared Imaging Devices

International Symposium on The Physics and Technology
of Semiconductor Light Emitters and Detectors
Pugnochiuso, Italy; 04.-10. September 1972
Presented 05. September 1972

in: Proceedings, pp. 427-448
A. Frova (Ed.)
North-Holland Publishing Company, Amsterdam, 1973

Reprinted from:
Journal of Luminescence, Volume 7, pp. 427-448 (1973)

[ Publication | angeführt in: [131] | Scriptum 7.26 ]
  Der Vortrag in Pugnochiuso stand nicht unter einem guten Stern: Am Morgen des 05. September
1972 überfiel ein palästinensisches Terrorkommando die israelische Mannschaft im olympischen
Dorf in München. Deutsche Sicherheitskräfte waren weder darauf vorbereitet noch im Stande, für
die Sicherheit der Sportler zu sorgen - der Traum von friedlichen-fröhlichen Spielen fernab der
Krisenherde der Welt war schnell ausgeträumt, die Bilder der rat- und tatlosen Deutschen gingen
um die Welt. Die Kritik an dem deutschen Krisenmanagement entlud sich auch auf der Konferenz
und Albrecht Fischer als emigrierter Deutscher und amerikanischer Staatsbürger bekam dies em-
pfindlich zu spüren. Er setzte sich gerade auch in diesem Vortrag vehement für eine friedliche Nut-
zung seiner Forschungsergebnisse ein. Doch solange der Staat durch Terrorakte erpreßbar ist,
nicht fähig ist, seine freiheitliche Grundordnung gegen Angriffe von Außen zu verteidigen, besteht
auch die Notwendigkeit, Forschungsergebnisse für militärische Zwecke zu nutzen, wenn nicht so-
gar militärische Forschung zu betreiben - das dürfte die Meinung vieler Teilnehmer des Sympo-
siums und damit ein Grund für die aufgetretenen Dissonanzen gewesen sein.

Umso mehr dürfte seine unmißverständliche Position zur militärischer Forschung auch Stein des
Anstoßes gewesen sein. Die in dem Beitrag beschriebenen Infrarot-Nachtsichtgeräte [82] legten
eine militärische Nutzung nahe, die Albrecht Fischer ablehnte. So findet sich in dem Abstract der
Hinweis » [...] present trends in materials development and device configurations are highlighted,
pointing towards promising future developments and peaceful applications. « In der Fußnote p.
431 erläutert er nachdrücklich seine Motivation, in dem Bereich zu forschen: » [...] Additional,
however, there are many peaceful applications which fully warrant the development of IR-imaging
systems. Some examples are: [...] (e) Direct visual detection of thermal updrafts in the atmosphere
for sustained flight by glider pilots, and for avoiding passenger-disturbing turbolences by airline
pilots. [ Footnote ] It is the persuit of this new idea [82] which motivates the author to work in this
field. [...] « Selbst Orwellsche Szenarien sah er durch die Möglichkeiten der Technik heraufziehen
(p. 440): » [...] The goal, a "big-brother eye" built into every living-room cable-TV set, will be
reached long before 1984. [...] «, um mit den Worten zu schließen (p. 446): » It is hoped that the
presently predominant military applications will soon fade into the background, and that infrared
vision will become available for valuable human applications. «

Fischer überzog auf dieser Konferenz mit seinem Beitrag die Redezeit und zog sich so den Un-
mut des Sitzungsvorsitzenden T. S. Moss (Royal Aircraft Establishment) zu, der ihn wirsch anfuhr:
» Er solle das Podium verlassen. « Fischer durfte als letzter Redner des Tages nach seiner Inter-
vention und Zustimmung der Zuhörer seinen Vortrag zu Ende bringen. Genervt von allem kom-
mentierte er die anschließenden Diskussion nur knapp: » Very interesting! «

Nach Rückkehr sah sich Fischer seitens des Managements von Westinghouse dem Vorwurf
des Geheimnisverrats ausgesetzt. Er stellte klar: » This work was done with support of the
U. S. Air Force, in cooperation with Dr. D. W. Langer, Aerospace Research Laboratories «
([85] p. 427). Der Vortrag in Pugnochiuso war durch Dietrich W. Langer, der ebenso als Gast an
der Konferenz teilnahm ([85] p. XII), vermittelt worden. Mit Sicherheit war der Inhalt des Vortrags
Langer bekannt und mit ihm abgestimmt. Außerdem hatte das Management in Kenntnis des
Manuskripts die Reise zuvor bewilligt (siehe auch [91]ff).

Fischer hat das Manuskript zu dieser Konferenz für die Veröffentlichung 1973 in dem Journal of
Luminescence unter Zeitdruck (kurz nach [87]) überarbeitet und erweitert.
Er wird darin statt » für Westinghouse tätig « nur noch mit der seinerzeit aktuellen Privatadresse
zitiert. Er formulierte seine Position zur friedlichen Nutzung der Ergebnisse wahrscheinlich noch
schärfer aus.

Einige Anführungen in [85] sind der schnellen Überarbeitung des Manuskripts zum Opfer gefal-
len oder sind eventuell gegen neuere Beiträge (zum Beispiel Elektrolumineszenz-Display Kon-
trakt [74] gegen Flüssigkristall-Display Kontrakt [87]) ersetzt worden: Referenzen, die der Text
nicht mehr anführt.

Aktuellere Anführungen sind zum Beispiel nur in Abbildungen referenziert. Auch verweist Fischer
in seinem Beitrag bereits auf seinen Vortrag auf die zu dem Zeitpunkt noch nicht stattgefundene
Display Conference in New York [87] (ohne Hinweis "to be published"; ohne Seitenangabe aber
mit den zusätzlichen Autoren). Er gab auf der Pugnochiuso-Konferenz keine signifikanen Details
aus dem Patent [86] bekannt, da er selbst mit der Patentanmeldung bis kurz vor Beginn der Kon-
ferenz [87] gewartet hatte.

Eine Verzweifelungstat: Fischer versuchte wegen der drohenden Arbeitslosigkeit und dem sich
abzeichnenden Rechtsstreits seine eigenen Arbeiten in diesen Beitrag einzubringen. Vor allem
wollte er noch einen Fachbeitrag zum Flüssigkristall-Display mit seinem Namen veröffentlicht
bekommen, um auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen zu haben.

Erst nach Ende des Rechtsstreits zwischen Fischer und Westinghouse (siehe [91]) zitierte er die-
sen Beitrag [85] und die drei Kontrakte, an denen er während der Zeit bei Westinghouse arbeitete:

» [...] Bild 2 zeigt die Auslegung eines Elementarspeichers für eine Flüssigkristall (LC)- und eine
Elektrolumineszenz (EL)-Zelle. Der erste komplette Gesamt-Matrix-Schaltkreis, welcher diese
Anforderungen erfüllt, wurde von uns veröffentlicht [85] und weiter verbessert [102] - sogar bereits
für Farbe. Seine Auslegung zeigt Bild 3. [...] «

[131] p. 82, 232
[86] A. G. Fischer
Liquid Crystal Image Display Panel with Integrated Addressing Circuitry

United States Patent US3840695
Filing Date: 10. October 1972; Publication Date: 10. August 1974

[ Publication | Scriptum 9.64ff ]

Das Patent wurde einen Tag vor der Conference on Display Devices [87] beim amerikanischen
Patentamt angemeldet.

Ebenso veröffentlicht in Kanada CA1005566 (zitiert [PD46]) und Japan JPS4974438.


» The Award of a prestigious Rank prize [ annotation: 1988 ] for pioneering work on liquid crystal TV
screen design has led to accusations that Japanese companies are infringing key patents held by
Westinghouse Electric financed by the US Government. [...] The key patent, USP 3 840 695 [86], was
filed in October 1972 by Albert Fischer of Westinghouse while working on LCDs under contract for the
US Air Force. [...] The breakthrough came when Fischer succeeded in coating glass with a thin film
matrix of transistors and liquid-crystal cells, and covering with a matching matrix of tiny red, green and
blue filters. The display gave a full colour image when viewed with transmitted white light, such as a
white flourescent back light. [...] «

[ Barry Fox - Rank winner sparks row over TV screens - New Scientist (07. April 1988) p 32 ]


» [...] The matrix circuit incorporating a field-effect transistor and a capacitor in every pixel element for
the addressing of an LC display, which is still widely used today, was first reported by Lechner [ ] in 1971.
Fisher [87] [86] et al reported on the design of an LC color TV panel in 1972. The first attempt of con-
structing a TFT-LC panel was reported on in 1973 by the Westinghouse group led by Brody [ ] which de-
monstrated the switching ON and OFF of one row of pixels in a 6" × 6" 20 line-per-inch (lpi) panel. [...] «

[ F. C. Luo - Active Matrix LC Displays - in: Birendra Bahadur - Liquid Crystals - Applications and
Use (1990) pp. 397-436 ]

Ebenso enthalten in:
[ F. C. Luo - Thin-Film-Transistor-Addressed Liquid Crystal Displays - in: P. Rai-Choudhury - Handbook of
Microlithography, Micromachining and Microfabrication (1997) p. 572 ]


» [...] Um mit solch einer Vielelement-Zelle eine Informations-Anzeige, im Grenzfall ein flaches Fernseh-
gerät, herzustellen, müssen die einzelnen Elemente multiplex angesprochen werden, d. h. von den
300000 Einzelelementen kann das einzelne nur jeweils 50 us (bei zeilenweisem Ansprechen) adressiert
werden und muß dann, bis zum nächsten Ansprechen, diese Information speichern bzw. mit dem einge-
stellten Leuchtwert leuchten. Dazu benötigt man hinter jeder Lichtzelle einen elektronischen Speicher-
kreis. Dazu eignen sich vorzüglich vakuum-aufgedampfte Dünnfilm-Transistoren [86]. [...] «

[ Scriptum 9.64 ]


Das Patent brachte bis dato 184 weitere Innovationen hervor, die zum Patent angemeldet wurden
(Stand 22.01.2013) und gilt laut Analyse von IPEXL als eines der für Westinghouse meistzitierten und
-angeführten Patente (Stand 05. Juli 2012). Unter den Namen derjenigen, die sich auf dieses Patent be-
ziehen, finden sich James L. Fergason (18 Patente für Manchester R & D Partnership sowie Talig Corp.),
Thomas P. Brody (8 Patente für Magnascreen Corp sowie unter eigenem Namen), Aoki Shigeo (2 Paten-
te für Hosiden Electronics Co.) (siehe [ Johnstone1999: 118ff ]) und Yutaka Ishii (1 Patent für Sharp KK).
[ Ishii2007: 352 ].

» Der Fergason sagte mir einmal frustriert, daß dieses Patent vermutlich das einzige unter den vielen
LCD-Patenten ist, das wirklich Geld einbrachte. « [ Mitteilung 12.11.2009 ] (Fergason: siehe [150])
[87]
Fischer, A. G.; Brody, T. P.; Escott, W. S.
Design of a liquid crystal color TV panel

IEEE Conference Record 1972
Conference on Display Devices, pp. 64-66
Papers presented at the United Engineering Center
New York, USA, 11.-12. October 1972

» Work partially supported by Contract
F33615-72-C-2013, Avionics Laboratory,
U. S. Air Force, WPAFB, Ohio « [87] p. 64
(siehe [82])

Contract Flat Panel Display
Final Report 01. May 1972 - 23. February 1973 (Nov. 1974)
Contract Officer: John O. Mysing

[ Publication | Publication | Contract (Final Report 1974) ]

Das Air Force Avionics Laboratory der Wright Patterson Air Force Base (WPAFB) richtete vom 10.-12. Okto-
ber 1972 zeitgleich mit der Conference on Display Devices in New York die Government Microcircuit Appli-
cations Conference (GOMAC) 1972
in San Diego aus. Obwohl das Air Force Avionics Laboratory den Con-
tract F33615-72-C-2013 finanzierte, sprach sich Fischer für die Conference in New York aus, die fachspezi-
fischer angelegt war. Auf der GOMAC präsentierte Westinghouse vor allem Arbeiten ihres Defence and
Electronic Systems Center aus Baltimore.


» Dieser Vortrag vor 800 interessierten Experten in einem großen Saal in New York war der Höhepunkt
meiner Karriere, so jedenfalls [...] behalte ich es im Gedächtnis. «


Josef G. Grabmaier von den Forschungslaboratorien der Siemens AG in München nahm sehr wahrschein-
lich an der Konferenz in New York teil. Dessen eigene Arbeiten - kurz zuvor im August 1972 auf der 4th
International Liquid Crystal Conference in Kent (Ohio) vorgestellt - betrafen die unidirektionale Vorbehand-
lung der Glasoberflächen mit feiner Diamantpaste, wodurch micro-Gräben entstehen, die den Flüssigkristall
in eine stabile, vorgegebene Ausgangslage bringt. Fischer zitiert und nutzt dieses Verfahren in [87] (Scrip-
tum 9.62, siehe auch [126] [147]). Laut Fischer ist dieses einer der » mysteriösen « Arbeitsschritte bei der
Herstellung eines LCD-Displays, denn diesem wichtigen Arbeitsschritt wird in der Regel wenig Beachtung
geschenkt.

» [...] Thin-film-transistor Matrix-addressed Transparent TV Panel Based on Twisted Nematic Liquid Crystal
Light Valves
A display with a twisted nematic liquid crystal layer represents an ideal light valve, which, between parallel
linear polarizers, a) is dark in the off-state, b) is bright in the on-state with less than 10 V, c) has usable
grey scale, d) had adequate response time and contrast ratio, e) has long life and can be made with normal
window glass.
By combining twisted nematic liquid crystal light valves with thin film transistors, Fischer [87] and Fischer et
al. [87] showed that a transparent TV panel can be built. The illumination by white light trough a mosaic
colour filter also makes color picturs feasible. [...] A 120 × 120 matrix on a 6" × 6" glass plate has been
made. [...]
In the meantime an integrated 14,000 picture element 2,3 dm2 (36 in2) flat screen display panel has been
constructed by Brody [ ] et al. by combination of thin film transistor an nematic liquid crystal technology. [...] «

[ J. G. Grabmaier - Medical and Technical Applications of Liquid Crystals; in: G. Meier; E. Sackmann; J. G.
Grabmaier - Applications of Liquid Crystals (1975) pp. 147-150 ]

Einige Abbildungen in Fischers Scriptum zu » Flüssigkristalle für Anzeigen « (9.49ff) sind diesem
Buch entnommen.


» [...] the work was completely successfull and resulted in the first operating active matrix liquid crystal
display, 6 in on the side, containing 12000 resolution elements and capable of both digital and grey scale
operation [87] [ ]. All this took place in 1972, and it is not inappropriate to point out that all present-day
active matrix LC displays still use identical design principles and layout. [...] «

[ Brody1984: 1620 ]


Lawrence E. Tannas war viele Jahre lang Vorsitzender der Society for Information Displays (SID). Auf
sein Bestreben hin wurde Fischer die SID - » Life Membership « (SID Life Member 102636) für seine
Beiträge zur Entwicklung von Anzeigen (siehe [165]) verliehen.

» [...] Extrinsic Matrix Addressing. [...] The most extensively studied approach to extrinsic matrix addres-
singis the use of polycrystalline thin-film transistors (TFTs) as proposed by P. K. Weimer [ ], T. P. Brody [ ],
G. Kramer [ ], A. G. Fischer [87], J. C. Anderson [ ] and others. The first successful polycrystalline TFTs
were made by Weimer using CdS. Their evolution to a successful product has been slow. During the
1960s, the advances in [...] «

[ Tannas1985: 113 ]


» [...] On the other hand, the history of TFT is old. It was in 1961 when P. K. Weimer (RCA) prepared the
first thin-film transistor by using CdSe [ ]. Weimer and his group first applied this transistor to a solid-state
image device. It was T. P. Brody and his group (Westinghouse) that strenously promoted this application
to displays [87] and they successfully trial manufactured the TFT-LCD panel in 1978 [ ]. [...] «

[ Toshihisa Tsukada - Active Matrix (2)-TFT Addressed Active Matrix Liquid Crystal Display (1991) p. 37 ]


» DSTN displays can reach hundreds but not thousands of pixels. For that, it's necessary to use some
kind of active switch. A Thin Film Transistor (TFT) LCD does this with the same addressing scheme as
a DRAM memory [...], where the capacitor becomes the pixel electrodes [87] [...]. This brings the contrast
up from around 10:1 to 100:1, and the switching time down from about 100 ms to 10 ms. «

[ N. Gershenfeld - The Physics of Information Technology (2000) p. 182 ]


» The first serious attempt to achieve an AM [Annotation: Active Matrix] display was reported in 1972
[87]. [...] In 1973, they achieved the first operating AM TFT (still picture) 6-in×6-in having 14000 dots [ ].
Though the results were not perfect by present standards, it is worth mentioning that all the elements
of a modern AM TFT display were present. «

[ Kawamoto2002: 493 ]


» Later, Westinghouse Electric Corporation persued precisely that idea. In 1972, a group headed by
A. G. Fis[c]her from Westinghouse published the basic concept that a color TV would be possible by
combining a red-green-blue mosaic color filter and a liquid crystal device to act as an optical shutter
[87]. In 1976, Fis[c]her proposed a flat TFT active-matrix TV [106]. Meanwhile, for the TFT semiconduc-
tor layer, a team, headed by T. P. Brody of Westinghouse Research Laboratories, was energetically
engaged in R&D for TFT using cadmium selenide (CdSe) [ ], and it proceeded to make a TFT-LCD
prototyp having video capability [ ]. «

[ Ishii2007: 352 ]


» In the early stage, passive matrix LCDs were found useful in electronic calculators and wristwatches [ ].
With the advance of TFTs [ ], color filters [87] and low-voltage LC effects, active matrix LCDs have gradually
penetrated into the market of notebook computers, desktop monitors and TVs. Today, LCDs have found
widespread uses in everyday life, [...] «

[ J. H. Lee; D. N. Liu; S. T. Wu - Introduction to Flat Panel Displays (2008) p. 7 ]


Siehe auch:
[ D. Cristaldi; S. Pennisi; F. Pulvirenti - Liquid Crystal Display Drivers: Techniques and Circuits (2009) p. 61 ]


» [...] Transition from Color LCDs with Color Filters to Color Filterless FSC-LCD [...] Color LCDs with color
filters was first suggested by A. Fischer et al [87]. Nine years later Professor T. Uchida demonstrated color
LCD with color filters [ ]. However, it is well known that optical loss by the color filter can reach 70%. For
this reason we are interested in trying to fabricate a color filterless LCD. [...] «

[ Shunsuke Kobayashi - Introduction: Memories of 43 Years of Liquid Crystal Research
in: Hoi-Sing Kwok; Shohei Naemura; Hiap Liew Ong - Progress in Liquid Crystal Science and
Technology (2013) p. 16 ]


» [...] Liquid Crystal Chronology - LC Milestone Chart [...]
1971   [...]
1972   4 × 4 matrix to model LCD configuration - D. W. Berremann [ ]
1972   Alignment by oblique evaporation - J. Janning [ ]
1972   Concept of mosaic color filters for color LCDs - A. G. Fischer [87]
1973 [...] «

[ Naoyuki Koide (Ed.) - The Liquid Crystal Display Story - 50 Years of Liquid Crystal R & D that lead
The Way to the Future (2014) p. 412
]



Die » Special Issue on Display-Devices « der IEEE Transactions on Electron Devices November 1973
(Volume ED-20 Number 11) ist die » fortgeschriebene « Ausgabe der Proceedings zu [87]. In der Keynote
zu dieser Ausgabe wirbt George Heilmeier (s.o.) in » Displays - A Pentagon Perspective « für die Neu-
ausrichtung der militärischen Forschung im Bereich der Displaytechnik, hin zu einer bedarfsgerechteren
Entwicklung. » [...] If one classiefies display technology into four categories: media, addressing, storage
and transformation, perhaps I'm saying that our needs seem to be in the latter three categories while our
program emphasis has been in the former. [...] « [ George H. Heilmeier - Display - A Pentagon Perspec-
tive (1973) p. 923 ]

In den Transactions präsentierte Westinghouse ihr » 6 × 6 Inch 20 Lines-per-Inch Liquid-Crystal Display
Panel « [ T. P. Brody; Juris A. Asars; G. Douglas Dixon - A 6 × 6 Inch 20 Lines-per-Inch Liquid-Crystal
Display Panel (1973) - pp. 995-1001
(eingereicht: 15. März 1973) ]. In wenigen Monaten gelang es Westing-
house den, von Albrecht Fischer auf der 72er Konferenz angekündigten Prototypen des LC-Displays fertig
zu stellen und zu testen. Den Beitrag und mehr noch das erste Funktionsmuster sehen viele als Meilenstein
auf dem Weg zum TFT-LCD-Display. » [...] My pioneering paper, entitled "A 6 × 6 Inch 20 Lines per Inch
Liquid Crystal Display Panel" was published in the IEEE Transactions on Electron Devices in 1973 and is
generally credited with forming the basis of today's worldwide expansion of liquid crystal technology. [...] «
[ T. Peter Brody - Another Founding Father of Flat Panels - Businessweek (15. January 2006) ]


Die U.S. Air Force hatte jedoch drei Wochen vor dem Einreichen des Artikels den Forschungsauftrag aufge-
löst [ Magoun2009: 151 ] [ Johnstone1999: 124 ]. Das Ende kam abrupt: Mit dem 23. Februar 1973 endete
der Kontrakt unüblich vorzeitig mitten im vierten Forschungsquartal [87], zeitgleich mit der Neuausrichtung
des bestehenden Electroluminescence-Display-Kontrakts [84]. Unter der von George Heilmeier angestreb-
ten Neuausrichtung war kein Platz für einen Kontrakt zu einem general-purpose » media « Flat Panel
Display.

Ohne die finanzielle Absicherung durch einen Kontrakt ruhten die Arbeiten an dem TFT-LCD-Display. Wes-
tinghouse hatte nicht die Absicht, die Weiterentwicklung aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Lediglich ein
weiterer bereits angekündigter Bericht über die Eigenschaften der Flüssigkristalle wurde verfasst. Erst
1 1/2 Jahre später wurden die Untersuchungen zum Betriebsverhalten der Dünnfilm-Transistoren des
LCD-TFTs nachgereicht; vermutlich aber erst im Zuge des zu verfassenden Final Reports, der 1 3/4 Jahre
nach Ende des Kontrakts fertiggestellt wurde (AFAL-TR-74-301).

Brody macht in seinem Rückblick aus 1984 [ Brody1984: 1620 ] das militär-beratende Komitee Advisory
Group on Electron Devices (AGED) für den Richtungswechsel bei der TFT-Technik (nicht der LCD-Technik)
verantwortlich. Den LCD-Kontrakt traf es, da laut Brody der Verbindungsoffizier John O. Mysing sich nicht
so vehement für das Projekt einsetzte wie dieses Elliot Schlam für den EL-Kontrakt tat. Vor allem verlor der
LCD-Kontrakt mit dem Weggang von Fischer seinen größten Protagonisten bei Westinghouse. Das Funk-
tionsmuster des Displays und der Bericht darüber für die Transactions (s. o.) war nur drei Wochen nach
dem abrupten Ende des Kontrakts fertig gestellt worden. Wie Bob Johnstone wohl zurecht anmerkt, sei
zwar Brodys rückblickende Aussage » "completely successful" [ ] something of an overstatement to de-
scribe his group's TFT-LCD « [ Johnstone1999: 124 ]: Das Display war nicht mehr als ein erstes Funktions-
muster — aber mit dem Funktionsmuster im Gepäck hätte man sicherlich mehr bei der U. S. Air Force er-
reichen können, wenn man dazu bereit gewesen wäre, denn der Weg zum EL-Display im weiterhin be-
stehenden Kontrakt war technisch weitaus anspruchsvoller. Das deckt sich mit Fischers Aussage, Brody
hätte während seiner Zeit bei Westinghouse keinerlei Interesse an dem LCD-Display gezeigt und sich
nur für das EL-Display eingesetzt [ Mitteilung 12.11.2009 ]. » Most of the effort of the group at that time
was in fact focused on TFT/electroluminescent displays « [ W. E. Howard - Thin-film-transistor/liquid
crystal display technology - An introduction (1992) p. 6
] [ Howard2003: 23 ]. Fischer arbeitete deshalb
das Patent [86] in persona aus und trug erste Ergebnisse auf der Konferenz [87] vor.

Westinghouse stand mit ihrer TFT-LCD-Technik zu dem Zeitpunkt bereits im Wettbewerb mit der Silizium-
Wafer-LCD-Technik der Hughes Aircraft Company (siehe [84]). Außerdem lief bei dem U.S. Army Electro-
nics Command in Fort Monmouth ein Kontrakt über ein Silizium-Wafer-LCD mit Texas Instruments, der
jedoch nicht erfolgreich war (siehe [84]).

Die Einsatzmöglichkeiten von LCDs wurden am Avionics Laboratory der Wright Patterson Air Force Base
nach Aufkündigen des Kontrakts F33615-72-C-2013 Ende Februar 1973 weiter verfolgt. Die Hughes Air-
craft Company erhielt noch im März 1973 einen Kontrakt zu einem » Liquid Crystal Airbone Display «
F33615-73-C-1221 von dem Air Force Avionics Laboratory [ AFAL-TR-77-18 Final Report (1977) ], hervor-
gegangen aus der zeitgleich mit diesem Kontrakt laufenden Studie (siehe [84]). Im Verlauf dieses Kontrakts
arbeitete John Mysing zunächst als Projekt Ingenieur und später als Projekt Direktor des Flüssigkristall-Pro-
gramms an LCD-Anzeigen für Flugzeug-Cockpits und an Head-up Displays [ Wristband TV Sets Feasible
Now, Researcher Reports (11. January 1976)
] [ Flight International 14. March 1974 ]. Für die Kombination
» Liquid Crystal "Heads-Up" Transparent Display Panel « hatte Fischer bereits Ende 1971 in einer der
Präsentationen zu dem Forschungsprojekt [82] bei der Wright Patterson Air Force Base geworben (Slide
DWG 2959A24).
[88] Albert G. Fischer
Direct Current Electroluminescent Panel using Amorphous Semiconductors for
Digitally Adressing Alpha-Numeric Displays

United States Patent US3807036
Filing Date: 30. November 1972; Publication Date: 30. April 1974

[ Publication ]


Die Patente [88] und [89] meldete Albrecht Fischer weder für RCA noch für Westinghouse an. Anmelder
beider Patente war die » United States of America as represented by the Secretary of the Army «.

Die Ideen stammen aus dem bereits zu RCA Zeiten im November/Dezember 1970 eingerechten Patent-
Disclosure Dockets [PD35] [PD39], deren Patentierung RCA zwischenzeitlich nicht weiter verfolgte (siehe
[77] [81]). Albrecht Fischer notierte handschriftlich an der Seite der [ Scriptum 7.46 ] diese RCA-Patent
Disclosure Docket Nummer 'RCA 63437'. RCA gab die Patentierung dennoch in [ RCA Engineer - August-
September 1974 p. 93
] bekannt: Fischer lehrte und forschte zu dem Zeitpunkt bereits an der Universität
Dortmund.


Albert G. Fischer
Direct Current Electroluminescent Panel using Amorphous Semiconductors for
Digitally Adressing Alpha-Numeric Displays

United States Patent US3913090
Filing Date: 28. November 1973; Publication Date: 14. October 1975

Divisional of prior US Pat. No. 3807036

[ Publication | Scriptum 7.46 ]

» Etwa zur gleichen Zeit entdeckte man die 'glasigen Halbleiter' ('vitreous semiconductors'). Eine
häufig untersuchte Zusammensetzung ist 'STAG' Si12 Te48 As30 Ge10, ein schwarzes Material, das
leicht durch Vakuum-Aufdampfen oder Sputtern als Film aufzubringen ist. Die Besonderheit der glasigen
Halbleiter ist, daß man mit ihnen auf die allerbilligste Weise kleine elektrische Schalter mit Einrastver-
mögen herstellen kann. Bei niedrigeren Spannungen sind sie zunächst isolierend. Bei steigender
Spannung wird die Schicht örtlich plötzlich leitfähig, und erst beim Zurückgehen des Stroms auf nahezu
null wird sie wieder isolierend. Empirisch optimierte Materialien halten Millionen von Schaltvorgängen
aus. Damit lassen sich auf einfachste Weise Rechenspeicher oder Schaltmatrizen für Anzeigeschirme
mit über 105 Bildelementen herstellen [88]. «

[ Scriptum 7.42 ]
[89] Fischer, Albert G.
Pocketable direct current electroluminescent display device addressed by MOS or MNOS circuitry

United States Patent US3807037
Filing Date: 30. November 1972; Publication Date: 30. April 1974

[ Publication ]

Fischer; Albert G.
Pocketable direct current electroluminescent display device addressed by MOS or MNOS circuitry

United States Patent US3885196
Filing Date: 28. November 1973; Publication Date: 20. May 1975

Divisional of prior US Pat. No. 3807037

[ Publication ]
[–] Fischer, Albert G.
N.N.

Display Update 1973
Conference sponsored by the San Diego Chapter of the Society for Information Display
San Diego; Sheraton Inn-Airport; 08. December 1972

[ SID Journal Vol. 10 Number 2 (March April 1973) picture p. 14 | angeführt in [92] ]
[90]
Albert G. Fischer
Electroluminescence

in: The Encyclopedia Americana, Vol. 10 (Egypt to Falsetto)
International Edition, pp. 153-154 (1974)
Americana Corporation, New York

Dieser kurze, allgemein gehaltene Artikel wurde in der
Encyclopedia Americana unter den Westinghouse Research
Laboratorien veröffentlicht. Erstveröffentlichung demnach
sehr wahrscheinlich vor 1974. Mindestens bis zur 1978er
Ausgabe findet sich dieser Beitrag in der Encyclopädie.
[91] A. G. Fischer
Electroluminescence

in: The Encyclopedia of Chemistry
Clifford A. Hampel; Gessner G. Hawley (Eds.)
Van Nostrand Reinhold, New York, Third Edition 1973, pp. 647-648

[ Publication ]


Den Beitrag für die » Encyclopedia of Chemistry « verfasste Fischer bereits zum Ende seines RCA-
Engagements um 1970, da dieser im RCA Research Report 1970 p. 24 zitiert wird.
Dieser Beitrag findet sich auch in der » Encyclopedia of Electronics «, ebenso erschienen bei Van
Nostrand-Reinhold Publishing Co.

Nach der Lektüre seines Belegexemplars sah Fischer seinen Ansatz zu einem D-D Fusionsreaktor aus
1956 [6] durch den Artikel » Nuclear Fusion « von J. Rand McNally ([91] pp. 481-484 | Scriptum 1.84),
dort jedoch mit Li6D als Brennstoff, bestätigt. Er griff dieses Thema daraufhin erneut auf [94] [95] [96].
  Das Symposium in Pugnochiuso - Italien [85] sollte für Fischer noch einen böses Nachspiel haben. Nach
der Rückkehr nach Amerika wurde ihm seitens des Managements unterstellt, in seinem Vortrag Firmenge-
heimnisse ohne Rücksprache preisgegeben zu haben. » Ich hatte zuvor aus Zeitnot nur meinen Entwurf
vom Vortrag beim Management eingereicht, die hatten daraufhin die Reise bewilligt « [ Mitteilung 12.11.
2009 ]. Fischer mußte wegen dieses Vorwurfs - nicht wegen seiner Arbeiten - Ende Oktober 1972 die
Westinghouse Laboratorien in Pittsburgh verlassen.

Für ihn kam Fang Chen Luo von der Nortwestern University in das Entwicklungsteam. David H. Davies
übernahm zeitgleich das Management der Abteilung » Thin Film Materials «. Er war unter anderem ver-
antwortlich für das Dünnfilm-Display Programm, an dem Brody mit seinem » Thin Film Devices Depart-
ment « arbeitete [ Hart1992: 62 ] [ IEEE Transactions on Electron Devices (September 1975) Contribu-
tors p. 808
]. Kurioserweise hatte Davies trotz der übergeordneten Management-Aufgabe - und anders
als Brody - einen Full-Time-Job bei den Entwicklungsarbeiten zu dem Kontrakt [84] [ Thin Film Tran-
sistor Addressed-Display Device - Eleventh Quarterly Report (1977) p. 22
], der ab dem achten Quar-
talsreport nur noch schleppend abgeschlossen werden konnte.

Das Zerwürfnis zwischen Fischer und Westinghouse führte zu einem langjährigen Rechtsstreit (un-
sicher: Spur). Ab Mitte 1973 setzte bei Westinghouse eine » damnatio memoriae « seiner Person
und seiner Arbeiten ein. Letzte Verweise auf ihn und Quellen finden sich in dem Beitrag [ T. P. Brody;
Juris A. Asars; G. Douglas Dixon - A 6 × 6 Inch 20 Lines-per-Inch Liquid-Crystal Display Panel (1973) -
pp. 1000-1001
(eingereicht: 15. März 1973) ]: » [...] The authors wish to thank A. G. Fischer for discus-
sions leading to the present panel concepts. [...] «. Ab diesem Zeitpunkt verlieren sich seine, bei
Westinghouse hinterlassenen Spuren zusehends. Westinghouse versuchte ‐ letztlich erfolgreich ‐
Fischers Arbeiten an der Universität Dortmund, die auf Gelder der Deutschen Forschungsgemein-
schaft angewiesen war, in Mißkredit zu bringen (siehe [150]).

Von den Umständen, dem Rechtsstreit selbst und dessen Folgen erholte sich Fischer Zeit seines
Lebens nicht mehr. Er äußerte sich seinen Studenten gegenüber sehr zurückhaltend, eher beiläufig
über Westinghouse und seine Arbeit dort; tief saß die Enttäuschung über das ihm Angelastete und
Widerfahrene. Bei meinen Besuchen spürte ich jedesmal seine innere Anspannung, wenn wir uns
über seine Zeit bei Westinghouse unterhielten. Geblieben war » ein gewisser psychischer Schaden
und nicht zuletzt eine Verletzlichkeit, die sich durch seine Persönlichkeit zog wie eine geologische
Bruchlinie, die bereits bei der kleinsten Erschütterung zutage tritt. «

Brody vermittelt in seinem 1984 erschienenem Aufsatz zur Entwicklungsgeschichte des Dünnfilm-
Transistors [ Brody1984: 1619, 1620, 1622 ] den Eindruck, Fischer habe sowohl bei RCA und später
an der Universität Dortmund an Flüssigkristall- und Elektrolumineszenz-Displays gearbeitet. Brody
lässt den Leser darüber im Unklaren, daß Fischer in der Zeit dazwischen für Westinghouse tätig war
und dort die Entwicklung der Displays vorangetrieben hat. Lediglich die zitierten Quellen sind stumme
Zeugen seiner Urheberschaft dort. In den persönlichen Erinnerungen von Thomas Brody aus dem
Jahr 1996 [ Brody1996: 118-119 ] sind keine Spuren mehr zu finden. Schließlich sind in [ Brody2010 ]
einige Entwicklungsschritte und ihre zeitliche Abfolge anders beschrieben. Brody wurde nicht müde, in
mehreren Leserbriefen darauf hinzuweisen, dass das "Active Matrix Liquid Crystal Display" in den
1970er Jahren unter seiner Regie bei Westinghouse in den USA entwickelt wurde [ New York Times
22.07.1990 | New York Times 08.01.1991 | New York Times 15.09.1991 | Businessweek 16.01.2006 ].

Erst in den 90er Jahren hat Fang-Chen Luo, als er längst nicht mehr für Westinghouse tätig war, die
Verhältnisse ein wenig zurechtgerückt (siehe Anmerkung zu [86]). Vermutlich Mitte der 90er Jahre
verlieh die Society for Information Displays (SID) Albrecht Fischer die » Life Membership « (SID Life
Member 102636) als Anerkennung für seine Beiträge zur Entwicklung von Anzeigen (siehe [165]).


Gedemütigt von der Wissenschaftsmaschinerie in Großfirmen und getrieben von seinen erfolglosen Be-
mühungen, eine neue Anstellung zu finden, schrieb Fischer frustriert einen Leserbrief an die Zeitschrift
IEEE Spectrum als Reaktion auf die dort zuvor erschienenen Beiträge » 'Winning' and 'Losing' at work «
von Michael Maccoby (Section: Career; IEEE Spectrum Vol. 10, Issue 7; July 1973) und » The corporation:
just a granfalloon? «: eine harsche Kritik an Großfirmen und deren Umgang mit Mitarbeitern von James
S. West (Pseudonym eines ehemaligen RCA-Angestellten; Section: Opinion; IEEE Spectrum Vol. 10,
Issue 6; June 1973): Albert G. Fischer - Homo corporationis; IEEE Spectrum Vol. 10, Issue 11; November
1973; p. 20
, in dem er die Mißstände in Großfirmen und in Hierarchien anprangerte und wissenschaft-
liche Integrität einforderte — eine Abrechnung mit den Umgangsformen in amerikanischen Firmen und
Organisationen.


Fischer knapp zu seinen Studenten [ Scriptum 5.71 ]: » [...] Nicht die Fähigsten, Fleißigsten, Fairsten,
Objektivsten setzen sich nach oben durch, sondern die Raffiniertesten, Skrupellosesten, von seltenen
Ausnahmen abgesehen. Wollen Sie nur durch Leistungen vorankommen (wie es an sich das Anstän-
digste wäre), nicht durch Beziehungen und Machenschaften, dann seien Sie auf viele Frustrationen
gefaßt. Nur die Häfte Ihrer Kollegen sind anständig. Ideenklau geht um und gegen subtile Verleum-
dungen ist man machtlos, Beschwerden machen es nur schlimmer. Um im scharfen Konkurrenzkampf
mit positiven Ergebnissen hervorzustechen, müssen Sie nicht nur besser und klüger arbeiten wie die
anderen, sondern mehr, viel mehr. [...] «


Ohne Job bei einer Arbeitslosenunterstützung von $70 pro Woche sowie einem anlastigen teuren Arbeits-
rechtsstreit waren die Reserven schnell aufgebraucht, so dass er im Sommer 1973 den Entschluß fasste,
ohne feste Anstellung die USA in Richtung Deutschland zu verlassen. Erst bei Vorsprache im Deutschen
Konsulat fiel ihm eine Broschüre der in Gründung befindenden Abteilung Elektrotechnik der Universität
Dortmund in die Hände, die eine Professur für Werkstoffe der Elektrotechnik zu besetzen hatte. Nach
Bewerbung und Dank Fürsprache des späteren Gründungsdekans Bernd Höfflinger erhielt er die
ausgeschriebene Professur.

Um nicht erneut Gefahr zu laufen, dem schwebenden Rechtsstreit mit Westinghouse durch weitere wis-
senschaftliche Veröffentlichungen unnötig weitere Nahrung zu verschaffen, beschäftigte er sich in der
Folgezeit 1973 bis Mitte 1975 - zumindest nach außen hin - mit der weiteren theoretischen Ausarbeitung
und Patentierungen rund um das bereits 1956 veröffentlichte Patent » Periodisch arbeitender thermo-
nuklearer D-D-Fusionsreaktor « [6]. Hierzu bemerkte er:

» [...] Man muß für schlechte Zeiten immer einige Projekte im Hinterkopf auf Lager haben, an die man sich
klammert, die man unbedingt noch durchführen möchte, weshalb man also weiterkämpfen möchte. [...] «
[ Scriptum 8.21 ]


Als Folge aus dem Rechtsstreit mußte er 1975 nachträglich das bereits 1972 bei Westinghouse ent-
wickelte Verfahren zur schnellen Herstellung fotoleitender Schichten für integrierte Schaltungen als
Erfinder für Westinghouse patentieren lassen [99]. Resigniert notierte er: » Ich bin vertraglich zur Ko-
operation gezwungen. « [ Scriptum 14.44 ].


Die Erfahrungen bei Westinghouse verarbeitete er später auch in einer, seiner, im Script eingestreuten,
» Meine persönliche Meinung «:

» [...] Mit spätestens 40 - 45 müssen Sie im Management sitzen - das heißt, jetzt sind Sie nicht mehr
vorwiegend Ingenieur, sondern Kaufmann, Spediteur, Organisator, Menschführer, Wirtschaftler,
Politiker. Sollten Sie darauf bestehen, als Ingenieur mit der Materie arbeiten zu wollen, werden Sie
seitlich oder nach unten abgeschoben und müssen sich von jungen Aufsteigern, die weniger wissen,
herumschubsen lassen. [...] « [ Scriptum 5.71 ]
1973    

[F2] Albert Georg Fischer
Semi-Rigid Aircraft Wing

United States Patent US3987984
Filing Date: 09. April 1973; Publication Date: 26. October 1976

[ Publication ]
[92]
A. G. Fischer
Design of a Liquid Crystal Color TV Panel

Colloque International sur les Dispositifs et Systèmes
d'Affichage Alpha Numérique

Paris, 09.-10. April 1973, Unesco
Proceedings, pp. 261-269

[ Publication | angeführt in: [100] ]
  » Work done at Westinghouse Research Laboratories, Pittsburgh, under Contract F33615-72-C-2013,
Avionics Laboratory, U.S. Air Force, WPAFB. Presented at the IEEE Display Conference, New York,
Oct. 10, 1972, and at the SID Update 73 Display Conference, San Diego, Dec. 8, 1972. This work was
begun at RCA Laboratories, Zurich and Princeton. [...]

Future Prospects
The preliminary results indicate that the concept proposed here is realistic. [...] It is believed that such
panels can ultimately be produced less costly than present shadow mask tubes. However, before
attacking the ultimate goal of a TV receiver, much less demanding applications with immediate payoff
are amply available. «

[92] p. 261, 264

Fischer präsentierte als letzter Vortragender der Tagung das LCD-Display in der "Session F: Cathode
Ray Tubes and Electronic Devices" – unglücklicherweise lag der Fokus dieser Session sehr spezifisch
auf Kathodenstrahlröhren und nur wenig spezifisch auf elektronische (Anzeige-)Geräte. In der "Ses-
sion B: Variable Transparency Devices" wurden bereits tags zuvor Teilaspekte von Flüssigkristallen
diskutiert. Anders als dort, zeigte Fischer hier, das auf dieser Tagung mit Abstand fortschrittlichste und
weitgediegenste Gesamtkonzept, einen daraus entwickelten Entwurf und erste Fertigungsergebnisse
zu einem universellen Flüssigkristall-Display auf Basis einer TFT-Punktmatrix – und dies unbeachtet,
ohne jede Reaktion: ein erster Vorgeschmack auf das, was ihn später in Deutschland über viele Jahre
noch erwarten wird.

Hinter ihm standen aber nicht mehr die großen Namen RCA oder Westinghouse. Er versuchte als frei-
schaffender "Consultant, Electro-Optical Materials and Devices" Kontakt mit europäischen Forschungs-
zentren und potentiellen Arbeitgebern aufzunehmen. Die Teilnehmer dieser Konferenz kamen aus
Frankreich, England, Japan, der Niederlande, der Schweiz, Kanada und den USA – deutsche Beiträge
gab es nicht. Deutschland hatte bereits zu diesem Zeitpunkt den Anschluß an die neusten Entwicklun-
gen in der Displaytechnik verpasst.
1973   08. November 1973 — Universität Dortmund, Professor für Elektronische Werkstoffe, Optoelektronik
oder "Wenn Sie nichts zu tun haben, tun Sie es nicht hier!" Schild in Fischers Labor im Geschoßbau 3

Fischer übernahm an der neugegründeten Abteilung Elektrotechnik der Universität Dortmund das
Arbeitsgebiet Halbleiterbauelemente [ Vorlesungsverzeichnis SoSe 1974 p. 85 ], das 1980 präziser
in Arbeitsgebiet Optoelektronik umbenannt wurde [ Vorlesungsverzeichnis WiSe 1980/1981 p. 221 ].

Im Herbst 1973 wurde Fischer zum C3-Professor ernannt. Als solcher hatte er ständig mit Proble-
men bei der Personal- und Mittel-Beschaffung für sein Arbeitsgebiet zu kämpfen: [ Klemme - Die
Lehrstuhlbesichtigung - AG Stromrichtertechnik (1990/1991) p. 7
] [150]

Laut Aussage von Fischer stellte die Universität 200 000 DM für seine Labor-Erstausstattung zur
Verfügung.

Weitere Mittel flossen nach Bewilligung nur für kurze Zeit, manchmal auch nur sporadisch. Dieser
schwebende Zustand zehrte an seinem Personal, das sich in der Regel schon nach kurzer Zeit
nach einem sichereren Arbeitsplatz umsah. Auf dem Gebiet arbeitete zum Beispiel auch das Labor
für Dick- und Dünnschicht in Stuttgart:

In Deutschland warb vor allem das Institut für Netzwerk- und Systemtheorie der Universität Stuttgart
unter der Leitung von Ernst Lüder ab Mitte der 70er Jahre Gelder von Bund (BMFT) und Land für
deren neu aufgebauten Dünnschicht-Technologie an (Anschubfinanzierung 1971: 3 bis 4 Millionen
DM; siehe z.B. auch [113]). Die Entwicklung am Institut-angegliederten » Labor für Dick- und Dünn-
schichttechnik « zielte ab diesem Zeitpunkt immer mehr in Richtung Dünnschichttransistoren und
damit auf die Herstellung von Flüssigkristall-Bildschirmen. » Ab Mitte der 1980er Jahre wurden die
Dünnschichttransistoren und die Ansteuerelektronik für die Bildschirme zum Hauptarbeitsgebiet «
[ Webel2013 ]. Lüder im Interview: » In Deuschland [ hat ] niemand [ parallel zu uns gearbeitet ]. Da
waren wir die einzigen « [ Webel2008:18 ]. Als erneute Ausgliederung wurde das Labor für Bild-
schirmtechnik ab 1987 mit nahezu 50 Millionen DM gefördert [ Webel2013 ]. Bernd Höfflinger (s.o.)
leitete dieses Institut in den Jahren 1985 bis 2005. 2011 ist das Labor in Institut für Großflächige
Mikroelektronik (IGM)
umbenannt worden. 1999 wurde unter der Federführung des Instituts für Mikro-
technik in Mainz eine Initiative gestartet, eine Flat-Panel-Display (FPD) Industrie in Deutschland zu
etablieren [ Strategie zum Ausbau der deutschen Position auf dem Flachdisplay-Weltmarkt ]. Das war
ein letztes Aufbäumen, denn bereits ab Mitte der 90er Jahre zeichnete sich ab, dass die Entwicklung
und Produktion großflächiger LCD-TFT-Displays nicht mehr in Europa stattfinden werden würde [ Wie
ein Bild an der Wand (Spiegel 25/1997, 16. Juni 1997) pp. 104-105
]. Aus der Initiative ist das Deut-
sche Flachdisplay-Forum e.V.
hervorgegangen.

In Anbetracht dieser Fördergelder blieb für Fischers Arbeitsgebiet Optoelektronik (Displaytechnik) an
der Universität Dortmund faktisch nichts (zum Forschen) übrig, und das 1975, trotz technologischem
Vorsprung und gutem internationalem Renommee (siehe [100] [101] [113]). Unabhängige finanzielle
Unterstützung warb Fischer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an: Diese bewilligten
Forschungsgelder im niedrigen 5stelligen DM-Bereich. Darüber hinaus konnte er die Firma BBC für
seine Arbeiten gewinnen. Fischer fehlte in Deutschland vor allem eines: die Vernetzung in Industrie
und Politik. Fischer betrieb ein ehrgeiziges, aber minimalistisches Programm in Dortmund. Aus dieser
Situation heraus bewarb er sich auch in Stuttgart, jedoch vergebens.
[93] A. G. Fischer
Electroluminescence

in: The Encyclopedia of Physics
Robert M. Besançon (Ed.)
Van Nostrand Reinhold, New York, Second Edition 1974, pp. 267-268

[ Publication ]


Ebenso in der dritten Auflage (1990) enthalten.
[94] Fischer, Albert George
Pulsierender Kernfusionsreaktor

Deutsches Patent DE2329409
Filing Date: 08. Juni 1973; Publication Date: 28. November 1974

[ Publication ]

Fischer fand in seinem Belegexemplar der Encyclopedia of Chemistry [91] zufällig einen Abschnitt über
Nuclear Fusion, der überwiegend Li als Brennstoff propagiert. Fischer griff daraufhin seine Idee zu dem
D-D Fusionsreaktor [6] aus 1956 auf. In der Folge beschäftigte er sich erneut mit der Konstruktion und
Verbesserung des Kernfusionsreaktors [6]. In kurzer Zeit reicht er meherer Patente dazu ein. Die erste
Ölkrise im Herbst 1973 verstärkte mit Sicherheit seine Suche nach alternativen Energiequellen (siehe
DE2402779). Vielleicht, so seine Hoffnung, würden vor diesem Hintergrund neue Forschungsvorhaben
zur Energiegewinnung gefördert werden.


Albert G. Fischer
Pulsed nuclear fusion reactor

United States Patent US4182650
Filing Date: 03. December 1973; Publication Date: 08. January 1980

[ Publication ]


Eine kurze Notiz in der Focus 05/2014 » [...] Lawrenceville Plasma Physics (LPP), ansässig im US-Staat
New Jersey, leitet den Brennstoff in den Raum zwischen zwei zylindrischen Elektroden. Elektrische
Entladungen aus großen Kondensatoren komprimieren das Gas und setzen so die Fusion in Gang. [...] «
[ Michael Odenwald - Wer zündet das Sonnenfeuer zuerst? (Focus 5/2014, 27. Januar 2014) p. 96 ]
führt direkt zu dem Patent US2007201598 der Lawrenceville Plasma Physics (Anmelder) und zu Fischer:

» [...] Another approach is the pulsed nuclear fusion reactor taught in U.S. Pat. No. 4,182,650 issued to
Fischer, which relates to a nuclear fusion power plant for producing useful electrical energy by nuclear
combustion of deuterium and lithium to helium. A large concentric plate capacitor is discharged rapidly
through a mass of molten LiD that is situated at its center. Before this discharge, a conducting path had
been thermally preformed between the electrodes by an alternating current pulse and the high-tempera-
ture, high-pressure plasma is confined by the LiD liquid in a narrow channel. Neutrons are generated,
partly by thermonuclear fusion, partly by superthermal collisions which result from the well-known
sausage instability. The escaping neutrons are absorbed by the surrounding liquid where they produce
heat. The heat, radiation and mechanical shock are absorbed in the liquid which flows through the heat
exchanger in order to energize the associated turbogenerator power plant. [...] «

Siehe weiter auch [117].
[95] Fischer, Albert George
Verbesserter Pulsierender Kernfusionsreaktor

Deutsches Patent DE2352451
Filing Date: 19. September 1973; Publication Date: 30. April 1975

[ Publication ]



Albert George Fischer
Improvements in or relating to Pulsed Thermonuclear Reactors

Great Britain Patent GB1432896
Filing Date: 22. February 1974; Publication Date: 22. April 1976

[ Publication ]
1974    

[96] Fischer, Albert George
Pulsierendes Deuterium-Lithium Kernkraftwerk II

Deutsches Patent DE2401488
Filing Date: 12. Januar 1974; Publication Date: 17. Juli 1975

[ Publication ]

Das Funktionsprinzip dieses pulsierenden Deuterium-Lithium Kernkraftwerk bezeichnet Fischer
hier erstmalig als » Fiscatron «, da der Aufbau dem griechischen Buchstaben Φ (Phi) ähnelt:

» Bei der Zügelung der Wasserstoffbombenenergie für friedliche Zwecke ist nur wenig Fortschritt zu
verzeichnen. Da diese gewaltigen Naturkräfte gezämt die Grundlage für die blühende Weiterent-
wicklung der menschlichen Zivilisation für künftige Jahrmillionen sein könnte, sollte die Suche nach
Lösungen das Anliegen jedes Ingenieurs sein. Neue Ideen werden hier benötigt!
Das technische Problem kann in zwei Teile zerlegt werden: I) Die periodische Zündung von Mikro-
explosionen in dichten Kleinplasmen auf elektrischem Wege anstatt durch Benutzung eines Pluto-
nium-Detonators, der nur eine Makroexplosion auslöst, und II) die Konstruktion eines Behälters, der
Millionen von Mikroexplosionen ohne Abnutzung aushalten kann, in Analogie zum chemischen
Verbrennungsmotor (), und welcher es gestattet, die entstehende Hitze als nutzbare Elektroenergie
wiederzugewinnen.
Riesige Summen von Steuergeldern werden jährlich zur Lösung Teils I ausgegeben, unter fast aus-
schließlicher Beschränkung auf die D-D-Fusionsreaktion, die ja nur ein Teil des in einer explodieren-
den Wasserstoffbombe ablaufenden Kernprozesses darstellt. Aber selbst wenn Kernreaktionen von
technischem Ausmaß in den komplizierten bis jetzt gebauten Maschinen () erzielt werden könnten,
würden diese Versuchsapparate wohl kaum mit dem damit einhergehenden intensieven Neutronen-
fluß (der die Umwelt radioaktiv macht), und der Knallwelle (die ja die Explosivkraft eines Kilogramms
TNT hat) fertig werden.
Auch wird bisher nur wenig Notiz genommen von Teil II, dem Behälterproblem. Wie müßte ein Gefäß
konstruiert sein, daß es Millionen von kleinen Kernexplosionen unbeschädigt aushalten kann? Wie
kann man die Sprengenergie ohne Umweltgefährdung in nützliche Elektroenergie umwandeln?
[...]
Um diese Erfindung vor privatem und nationalem Eigennutz zu schützen, hat der Erfinder seine
internationalen Patentrechte den Vereinten Nationen zur Obhut angeboten. [...] «



Fischer, Albert George
Pulsierend arbeitendes Deuterium-Lithium-Kernkraftwerk III

Deutsches Patent DE2402779
Filing Date: 22. Januar 1974; Publication Date: 24. Juli 1975

[ Publication ]

» [...] Auch kurzfristig gesehen ist die Bedeutung [ Anmerkung: dieser Energiequelle ] eklatant; das
in einem Liter Wasser enthaltene Deuterium enthält soviel Energie wie 300 Liter Heizöl. [...] «

Das Patent enthält ein detailiertes » Arbeits- und Kostenprogramm zur Verwirklichung des
"FISCATRON"- Kernreaktors « (p. 25ff).



Fischer, Albert G.
Kernreaktions-Raketenantrieb

Deutsches Patent DE2405003
Filing Date: 02. Februar 1974; Publication Date: 07. August 1975

[ Publication ]

» [...] Unter der Annahme. daß 1018 Neutronen pro Puls mit einer durchschnittlichen Energie von 1 MeV
den Reaktor verlassen, ist der pro Puls erzeugte Rückstoß in der Größenordnung 109 kp. Dies ist zum
Antrieb von Fahrzeugen und Schiffen, insbesondere aber Flug- und Raumschiffen geeignet. Ferner hat
der Elektronenstrahl Eigenschaften als vernichtende Waffe, was jedoch nicht im Sinne des Erfinders
liegt. [...] «



Fischer, Albert George
Pulsierender Deuterium-Lithium Kernreaktor V

Deutsches Patent DE2411667
Filing Date: 12. März 1974; Publication Date: 18. September 1975

[ Publication ]



Albert George Fischer
Pulsed thermonuclear reactor and method for generating useful electrical energy and heat thereby

Israel Patent IL44836
Filing Date: 15. Mai 1974; Publication Date: 31. März 1977

[ Publication | angeführt in: [117] ]



Albert G. Fischer
Pulsed deuterium lithium nuclear reactor

United States Patent US4182651
Filing Date: 10. Juni 1974; Publication Date: 08. Januar 1980

[ Publication | Scriptum 1.80 ]

» [...] As early as 1950 Ulrich Jetter has published what goes on in an exploding H-bomb: It is by no
means the simple process that was assumed by Hans Thirring, who in 1946 invented the H-bomb by
suggesting that a plutonium fission bomb enclosed in a blanket of lithium hydride so that the p,7Li
reaction could take place. Jetter recognized the fact (already known to the military) that in the dense,
hot plasma that is created by the Pu-detonator, neutrons from this detonator fission 6Li into energetic
tritons and alphas, which can react with other deuterons, tritons and 6Li nuclei, thereby releasing
more energetic nucleons, so that multiplicative chains are started. There is as published later by
McNally, a phletora of propagating and proliferating two-staged and three-staged reactions that can
go on in a hot plasma consisting of 6Li, D and T, quite differently from the few direct thermonuclear
fusion reactions that occur in a deuterium plasma. [...] «


Fischer sah das Funktionsprinzip seines D-D-Fusionsreaktors [6] aus 1956 durch den Artikel von
McNally (siehe [91] pp. 481-484), dort jedoch mit Li6D als Brennstoff, bestätigt. McNally bestätigt
die Richtigkeit der Annahmen in den Quellen [ Thirring1946 ] und [ Jetter1950 ] ebenso wie
[ Winterberg1981: 1 ] und [ Petermann2007: 329 ].

Edward Teller griff möglicherweise einen Vorschlag ähnlich Thirring-Jetter (Verbrennung von D bei
hoher Dichte) auf, da die ersten Berechnungen zu dem ursprünglich angedachten klassischem Kon-
zept (Verbrennung von D bei geringer Dichte) auf dem Eniac Anfang 1950 belegten, daß es dabei
nicht zu einer Kettenreaktion kommt. » Soon Johnny von Neumann, Stan Ulam, and Cornelius
Everett had independently showed that the original Super would not work, « [ Libby2009: 23 ]
[ Dyson2007: 13 ]. Um die hohe Dichte von Deuterium zu erreichen ist eine Atombombe als Zünder
notwendig: die Implusion verdichtet das Deuterium und setzt die Kettenreaktion in Gang. Dieses
Funktionsprinzip wird seit Februar 1951 als Teller-Ulam Design bezeichnet [ Dyson2014: 305, 308-
313 ]. (siehe auch Literaturverzeichnis [ Bird2014 ])


Vieles von den zugrundeliegenden Ideen und Ergebnissen obliegt noch immer der Geheimhaltung.
In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts opponierte die » Fusion Energie Foundation « gegen
diese Geheimhaltung:

» [...] Some form of inertial-confinement fusion will ultimately produce the most efficient and useful
output of fusion energy, in all likelyhood. Inertial fusion therefore defines one of the most important
frontiers of civilian and military science about which citizens must be adequately informed. This is
not possible at present, however, because many of the basic ideas and results in inertial fusion are
still classified. For many years we of the Fusion Energy Foundation have fought to change this situ-
ation. It is intolerable that the theoretical underpinnings of the science that, in the judgement of
most knowledgeable individuals, will determine the future of the world should be classified. It is
intolerable that the leading edge of human thought has deliberately been made inaccessible, not
only to the layman, who needs to be informed, but also to the working scientist, to whom this situ-
ation poses the unacceptable choise of surrendering an independant role as a civilian scientist or
being cut off from access to the prinzipal data that relate to this most important area of research.
[...] « [ Winterberg1981: V-VI ]

Eine Haltung, die zuvor auch andere Prominente wie zum Beispiel Oppenheimer vertraten [ J. R.
Oppenheimer - Schicksalhafte Entscheidung (12. Februar 1950); in: Physikalische Blätter (1950)
p. 240 ] [ Samual K. Allison - The State of Physics; or the Danger of Being Important (1950); in:
Physikalische Blätter (1950) p. 193 ]

Robert Duff - Director of Classification (DOE) kommentierte daraufhin das Buch mit den Worten:
» Our policy is not to comment on things like this for publication, because if it does contain some-
thing classified, then we are revealing what is classified. «

» Die US-Regierung produziert seit Jahren mehr klassifizierte als unklassifizierte Informationen -
und weil sogar die Frage, wie viel klassifizierte Information es gibt, der Geheimhaltung unterliegt,
werden wir vielleicht nie erfahren, wie viel dunkle Materie existiert, « [ Dyson2014: 488 ]


siehe [97] [107] [110] [117]
[97] A. Fischer
Design of a pulsed deuterium lithium nuclear reactor
Atomkernenergie, Vol. 23, No. 1, pp. 66-68 (1974)

[ Publication | Scriptum 1.77 ]
[98] A. G. Fischer
Destriau Electroluminescence Models: A Rebuttal

Lettere Al Nuovo Cimento 12, pp. 309-314 (March 1975)
Received 12. September 1974

[ Publication | Scriptum 5.59 ]


Anfang der 70er Jahre erschienen in der Zeitschrift Lettere Al Nuovo Cimento mehrere Artikel, die
das von Fischer aufgestellte Erklärungsmodel zur Elektrolumineszenz der Destriau-Zelle als un-
zutreffend, wenn nicht sogar als falsch, herauszustellen versuchten, zum Beispiel: G. Busca; C.
Cortese; V. Maxia - An Experiment Providing Evidence against the Fischer Model for the Electro-
luminescence Process (1971) | G. Busca; C. Cortese; V. Maxia - An experiment which undermines
the Fischer model for the ZnS a.c. electroluminescence (1972) | V. Maxia; C. Muntoni; M. Mugia - A
further experiment which belies the fischer model for the electroluminescence process (1972) | C.
Cotese; V. Maxia; M. Mugia - Again an experiment which conflicts with the Fischer model for electro-
luminescence (1973) .

Fischer schrieb daraufhin eine Gegendarstellung:

» [...] Recent papers in this journal [ ] criticizing the model concepts of the a.c. E L in ZnS-Cu-type,
resin-embedded powders, which I proposed in 1962 with the intent to aid the clarification of the
then very confused situation [38][39], require a reply which is given briefly in the following. The full
scope of the type of arguments involved can be appreciated by the reader only after thorough
perusal of the publications cited above. [...]
One must gain the impression that this model is inconsistent and unrealistic, despite the attempts
to make it look respectable by garnishing it with formulae. In conclusion, then, it can be stated that
my model concepts of 1962 remain intact. They were a straightforward extension of my first-hand
phosphor, semiconductor and metallurgical experience and were based on thorough digestion of
all known experimental and theoretical facts. They still provide the simplest fit to all known data.
As I have always readily conceded, they are not yet definitive. The weak areas were always
pointed out frankly. For example, [...] «

[98] pp. 309, 313-314
1975    

[99] Fischer, Albert Georg
Verfahren zur schnellen Herstellung fotoleitender Schichten für integrierte Schaltungen

Deutsches Patent DE2535507
Filing Date: 08. August 1975; Publication Date: 04. March 1976

[ Publication ]


Fischer, Albert G.
Method for rapidly forming photoconductive layers for integrated circuits

United States Patent US4069356
Filing Date: 22. December 1975; Publication Date: 17. Januar 1978

[ Publication ]


Die fotoleitende Bauelemente waren ein Nebenprodukt aus dem Kontrakt [82] [PD44]:

» Ich habe 1972 bei Westinghouse eine Methode erfunden, mit der man Photoleiter auf Polyimid-Plastik-
streifen im kontinuierlichen Prozess 'kilometerweise' herstellen kann, wobei der Preis pro Element unter
einem Pfennig liegt:
Zunächst setzte ich dem CdS-CdSe-Pulver ein Prozent Kupferdichlorid-Pulver CuCl2 zu und preßte aus
der Mischung auf einer Tablettiermaschine Aufdampftabletten. [...] Westinghouse hat Weltpatente darauf
angemeldet. [...] «

[ Scriptum 14.43ff ]
[100] A. G. Fischer
Thin Film Applications in Flat Image Display Panels

Third International Conference on Thin Films,
"Basic Problems, Applications and Trends"
Budapest, Hungary, 25.-29. August 1975

in: Proceedings, Vol. 3, Paper 12-03, pp. 469-474
J. Giber; J. F. Pócza (Eds.)
Elsevier Sequoia S. A., Lausanne, 1976

Reprinted from:
Thin Solid Films, Vol. 36; Issue 2, pp. 469-474 (August 1976)
Received 25. August 1975

[ Publication | angeführt in: [101] [102] [105] ]


Fischer vermied in der ersten Veröffentlichung zu der TFT-Technik aus Dortmund jeden Hinweis zu
Brody als auch Westinghouse: » [...] This technique, begun in the U.S.A. in 1970, is now continued
in Dortmund. [...] »
[101]
A. G. Fischer
Progress Toward TFT-Addressed TNLC Flat-Panel
Color Television

in: Nonemissive Electrooptic Displays
Proceedings of the fourth Brown Boveri Symposium on
Nonemissive Electrooptic Displays
Brown Boveri Research Center, Baden, Switzerland
29.-30. September 1975
A. R. Kmetz and F. K. von Willisen (Ed.)
Plenum Press; New York, 1976, pp. 342-348

Also cited as "Progress Toward Flat-Panel TV"

[ Publication ]
  » We also heard rumours that IBM (in England) and Thomson-CSF in France had started similar work
[ in 1974 - 1975 ]. Fischer at the University of Dortmund and Anderson at Imperial College in London
had groups working on CdSe TFT's for display applications and the Hughes Si single crystal matrix
work was also continuing, so there was indication of growth of interest in the active matrix idea. «

[ Brody1984: 1622 ]
  Es war schwierig, die Fachwelt für das Forschungsvorhaben in Dortmund zu sensibilisieren. Fischer
konnte dennoch die Firma Brown, Boveri & Company (BBC), die zusammen mit Hoffmann-La Roche
ein Flüssigkristall-Forschungsprogramm unterhielt und dieses Symposium ausrichtete, für seine
Arbeiten gewinnen. In der Folge reichte er mehrere Patente für BBC ein [104] [112] [120] [121] [126]
[127] [129] [130]. BBC zog sich jedoch im Laufe der Zeit zunehmend aus dem LCD-Forschungs-
programm zurück und gab schließlich 1984 das LCD-Geschäft ganz auf.

Trotz der Fortschritte war es ein langer Weg hin zu marktfähigen Anzeigen: » [...] However, the potential
of TN-LCDs and the use of liquid crystals in electronic devices continued to be questioned by many for
years to come. One of the skeptics of the Roche LC-project was a new manager of its Central Research
Labs. He declared liquid crystals to be "überflüssige Kristalle" (superfluous crystals) and ordered to stop
liquid crystal research. The collaboration with BBC was terminated; [...] « [ Schadt2014 ]

Einen Einblick in das Engagement von BBC (Brown, Boverie & Cie) und Hoffmann-La Roche im Bereich
der LCD-Technik gibt [ Wild2015 ] [ Wildi1998: 79ff ].


Das Echo auf seinen Beitrag [101] war in Deutschland sehr verhalten. Der Zeitschrift Laser + Elektro-
Optik, der » ersten deutschsprachigen Fachzeitschrift für Laser, Elektro-Optik und Strahlentechnik «,
war es ein besonderes Anliegen, in der Buchbesprechung zu [101] speziell auf die Flüssigkristall-
Arbeiten in Dortmund hinzuweisen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Buchbesprechnung
waren allerdings schon wieder eineinhalb Jahre seit dem Vortrag ins Land gegangen:

» [...] Die Beiträge umfassen sowohl Anzeigen mit Flüssigkristallen als auch ferroelektrische und elektro-
chrome Systeme. Probleme der Adressierung ist der zukommende Raum gewidmet, und auch für die
Praxis wichtige Frage der Temperaturabhängigkeit bleibt nicht unbehandelt. Besondere Erwähnung
verdient der Beitrag von A. G. Fischer (Universität Dortmund) über Bestrebungen zur Entwicklung eines
Farb-TV Schirms auf Flüssigkristallbasis. «

[ Buchbesprechung in: Laser + Elektro-Optik 04/1977 p. 44 ]


» [...] Flat television screens or monitors have recently been proposed. One such type of flat television
screen or display panel which utilizes a liquid crystal image display panel with integrated addressing
circuitry is disclosed in U.S. Pat. No. 3840695 [86]. Advances have also been made in addressing liquid
crystal flat panel colored television display devices by utilizing a thin-film transistor matrix. See, for
example, the article, A. G. Fischer, "Progress Toward TFT-Addressed TNLC Flat-Panel Color Television",
pp. 342-348. "Nonemissive Electrooptic Displays" Plenum Press 1976. However, color reproduction in
such devices has proven less than completely satisfactory. [...] «

[ Tomio Sonehara - Color display device using light shutter and color filters (1996) USRE36792E ]
[102] Fischer, A. G.
White-emitting a.c. electroluminescent powder layers for flat-panel television

IEE Electronics Letters, Vol. 12, Issue 1, pp. 30-32 (08. January 1976)
Submitted 19. November 1975

[ Publication | Scriptum 9.70 ]


» [...] The rewards of developing thin-film active device (TFAD) IC technology apear to be particularly
great for display applications where it is possible to merge the electronics and display functions to
achieve a higher level of system integration than is currently possible. Liquid crystal, electroluminescent
(powder and thin-film) and electrochromic displays are made with methods similar to or compatible with
those used to fabricate TFIC's and would seem to be the best candidates for such a merged technology
display. Brody and his associates [ ], [ ], Fischer [102], [111] and Fugate [ ] have reported work on
developing matrix-type displays combining electroluminescent or liquid-crystal display elements with
thin-film active device control circuitry. [...] «

[ James C. Erskine; Paul Snopko - A Thin-Film-Transistor-Controlled Liquid-Crystal
Numeric Display (1979) p. 802
]
[103] A. G. Fischer
White-emitting high-contrast low-voltage ac-electroluminescent multi-element display panels

Applied Physics A: Materials Science & Processing, Vol. 9, No. 4
Springer-Verlag; Berlin, Heidelberg, April 1976, pp. 277-282
Received 12. December 1975

[ Publication ]


» [...] A thin layer of powdered phosphor particles can be embedded in a high-dielectric resin. This
layer can then be driven by an ac voltage on the order of 50 V. An ingenious scheme for an
inexpensive multicolor high-contrast ac EL panel has been proposed by Fischer [105]. [...] «

[ J. I. Pankove - Topics in Applied Physics: Display Devices (1980) p. 15 ]
1976    

[104] Fischer A. G.
Information display panel with zinc sulfide powder electroluminescent layers

United States Patent US4143297
Filing Date: 19. August 1976; Publication Date: 06. March 1979

Priority Date: 08. March 1976

[ Publication ]
[105] Fischer, A. G.; Herbst, D.; Koger, K.; Knüfer, J.; Frobenius, W. D.
Hinterbeleuchtung von TNLC-Anzeigen mittels ZnS-Pulver-Elektrolumineszenz-Leuchtplatten

6. Freiburger Arbeitstagung Flüssigkristalle; Paper 11
2. April 1976

[ Proceedings Content ]
[106] A. G. Fischer
Flat TV Panels with Polycrystalline Layers

Microelectronics Journal, Vol. 7, No. 4, pp. 5-15 (June 1976)
Mackintosh Publications Ltd.; Luton


» [...] Für tragbare, batteriebetriebene EL-Anzeigen wie z.B. das flache Taschenfernsehgerät haben
wir bereits einen einfachen LC-Resonanz-Schwinger, bestehend aus einem Transistor, einem Wider-
stand und einem Ferrit-Schalenkern mit 3 Windungen, und einer EL-Kapazität angegeben [106].
Dieser wandelt den Batteriestrom effizient in sinusförmige audiofrequente Wechselspannung um,
[...] «

[ angeführt in: [141] ]


» After describing the addressing requirements of thin-film transistor matrices for electroluminescent
powder layers and for liquid crystal layers, the preparation and properties of suitable matrices, and
of ac-El powder layers and twisted nematic liquid crystal laxers, are reviewed, with many new detailed
results. The merits of the various structural designs are compared and the most likely ones highlighted. «

[ Microelectronics Reliability (1976) p. 526 ]


» [...] Brody et al. [ ] have reported a working 6 in x 6 in TV-type display based on EL elements. Fischer
[106] has developed a plant capable of producing either EL or TNLC displays to TV standards with
provision for colour. [...]
The technology involved in the sequential deposition, through accurately registered masks, of all the
elements of the display system is complex. Fischer [106] has described a variable-aperture mask
system which is susceptible to automated production of the whole flat-panel display. [...] «

[ J. C. Anderson - Thin Film Transistors - Past, Present and Future (1978) p. 29ff ]


» [...] The a.c.-operated powder-electroluminescent panel has been mainly exploited by Fischer [106]
and stemmed from the discovery by Lehmann [ ] that if the standard ZnS-Cu electroluminescent phos-
phor was fired and cooled in a vapour of sulphur, the output no longer decayed with time, even when
operated at high frequencies. Fischer has obtained long-lifetime devices by immersing the phosphor
powder in liquid sulphur under high pressure. The sulphur treatment is thought to supress harmful
diffusion of the copper activate from the particles.

In his panel fabrication, Fischer uses a monograin layer that is held between thermoplastic layers. This
electroluminescent layer is deposited on a glass substrate that has the tin/indium-oxide electrode pat-
tern covered by a 50/µm thick insulating layer of TiO2 or Al2O3. The back electrode and encapsulating
layer is black. An exploded view of the panel is shown in Fig. (). Fischer has examined a range of phos-
phors to give different colours. In particular, he prepared a white-emitting phosphor by combining
ZnS0.5Se0.5-CuBr (yellow) with ZnS-Cul (blue). Further colours could be obtained by dyeing the em-
bedding resin with fluorescent pigments. The layers are addressed by 50V 10kHz signals, and the
possibility of matrix addressing with thin-film transistors has been examined. Brody and his colleagues
have also applied his thin-film-transistor technology [ ] to a.c. electroluminescent-powder display
panels. [ ] [...] «

[ G. F. Weston - Alphanumeric Display (1978) p. 1090 ]


» Later, Westinghouse Electric Corporation persued precisely that idea. In 1972, a group headed by
A. G. Fis[c]her from Westinghouse published the basic concept that a color TV would be possible by
combining a red-green-blue mosaic color filter and a liquid crystal device to act as an optical shutter
[87]. In 1976, Fis[c]her proposed a flat TFT active-matrix TV [106]. Meanwhile, for the TFT semiconduc-
tor layer, a team, headed by T. P. Brody of Westinghouse Research Laboratories, was energetically
engaged in R&D for TFT using cadmium selenide (CdSe) [ ], and it proceeded to make a TFT-LCD
prototyp having video capability [ ]. «

[ Ishii2007: 352 ]
[107] Fischer, A. G.
The FISCATRON fusion reactor concept

in: 9th Symposium on Fusion Technology
Garmisch-Partenkirchen, West Germany, 14.-18. June 1976
Proceedings; E.2 Systems and Conceptual Studies - Poster Session; pp. 465-470
Oxford, Pergamon Press, Ltd., 1976

[ Publication (PDF) | Euro Abstracts p. 119 | Scriptum 1.77 ]


» It is proposed that a simple reactor, initially capable of delivering about 100 kW, can be built using
electrically-induced periodic microexplosions within a melt of the ionic salt 6Li2DT (hydrogen bomb
material). This reactor consists of a large, up-transforming concentric plate capacitor of about 10 m
(annotation: has to be read 1 m [117]) diameter which is impedance-matched to the melt-filled, elec-
troded reaction vessel at its centre. In the tiny discharge channel through the melt (about 5 cm long,
2 mm diameter) Jetter-McNally-type self-propagating fusion chain reactions can be started at tempe-
ratures significantly lower than the DT fusion temperature in low-density gas since high-density effects
will lower the nuclear potential barriers and plasma degeneracy will reduce its stopping power. The
chain reactions are confined by the self-magnetic field and by tamper action much longer than required
red by the Lawson rule, allowing time for avalanche buildup. Each microexplosion will be extinguished
at the end of the pulse by desintegrating into the much larger mass of surrounding cold material so that
a macroexplosion is impossible. For each new pulse the melt automatically forms the new plasma as
well as the tamper around it, the tritium breeder, and the heat conveyor, so that there is no first inner
wall problem.
A multi-stepped program to reduce this concept to practice is available. «
[108] A. G. Fischer; K. Koger; D. Herbst; J. Knüfer
Advances in AC-Electroluminescent Powder Layers

3rd European Electro-Optics Conference and Exhibition
SPIE Proceedings Vol. 99, pp. 202-207
Geneva, Switzerland, 5.-8. October 1976

Electrochemical Society Meeting, Las Vegas 1976
Extended Abstracts p. 577

[ Publication | Proceedings Content | angeführt in: [116] ]
[109] A. G. Fischer; W. D. Frobenius; K. Koger; J. Knüfer
Automated Deposition of a Complete Thin-Film Transistor Matrix Circuit
for Flat Panel Television on One Glass Plate in One Pumpdown

6th European Solid State Device Research Conference ESSDERC 1976
Munich, 15. Sept. 1976, Late News Paper

7th International Conference on Microelectronics
Munich, 29. Nov. 1976, Post Deadline Paper
Proceedings, pp. 273-276

[ angeführt in [123] ]
1977    

[–] A. G. Fischer
Über das Lernen

[ angeführt in: Bärbel Könekamp - Erfolg, Anerkennung und Geschlecht in den Natur- und Ingenieur-
wissenschaften; in: Felizitas Sagebiel (Hg.) - Organisationskultur und Macht - Veränderungspotentiale
und Gender (2013) p. 41
| Scriptum Vorwort p. 9 (1986) ]


Fischer revidierte später sein 1977er Vorwort — in dem 1986er Vorlesungsskript ist dieser Wortlaut
nicht mehr enthalten — und wahrscheinlich auch seine persönliche Meinung » Die Soziologie des
Ingenieurberufs « [ Scriptum 5.71 ]: Nach Protesten einer, wie er es nannte, fundamentalistischen
Feministinnengruppe der Pädagogischen Hochschule Dortmund, die das Podium während einer
seiner Werkstoff-Vorlesungen besetzte und eine Rede hielt (vor Ende 1982), nahm er die strittige
Passage aus seinem Vorlesungsskript heraus. Diese persönliche Anekdote hat sich im Laufe der
Zeit mehr und mehr zu einer Legende entwickelt.

Der ganze Vorfall erinnert stark an » Feynman, Machoschwein! « in [ Richard P. Feynman - Kümmert
Sie, was andere Leute denken? (1991) p. 67 ], dessen Hergang aus dem Jahr 1972 in [ James Gleick -
Richard Feynman - Leben und Werk des genialen Physikers (1992) p. 600ff ] beschrieben ist.
[110] Fischer, A. G.
Erste Schritte zur Verwirklichung des FISCATRON-Konzepts

2. Colloquium on plasma physics with a view towards fusion
Juelich, Germany F. R.; 25.-26. April 1977

[ Spur ]
[111] A. G. Fischer; W. D. Frobenius; K. Koger; J. Knüfer; D. Herbst
Progress toward flat panel television

World Electrotechnical Congress; Paper No. 7, 89
25. June 1977, Moscow, USSR

[ angeführt in [116] [123] ]
[112] Fischer Albert George
Informationsanzeigeplatte mit elektrolumineszierenden Elementen sowie Verfahren zur Herstellung derselben

Deutsches Patent DE2737269
Filing Date: 18. August 1977; Publication Date: 23. February 1978

[ Publication ]
[–] A. G. Fischer; W. D. Frobenius; K. Koger; J. Knüfer
Thin-Film-Transistor Circuit for Bar-Graph Displays

3th European Solid State Circuits Conference ESSCIRC 77
20.-22. September 1977, Ulm
[113]
A. G. Fischer; W. D. Frobenius; K. Koger; J. Knüfer, D. Herbst
Fabrication of Thin-Film-Transistor Matrices for
Addressing Multielement Display Panels

International Conference on Thin- and Thick-Film Technology
Augsburg, Germany, 28.-30. September 1977

in: NTG-Fachberichte Band 60
Ernst Lüder (Hrsg.)
VDE-Verlag, Berlin, 1977, pp. 136-141

[ angeführt in [140] ]
  In der Session I: Thin Film Transistors dieser Tagung berichteten lediglich Paul K. Weimer (RCA Princeton),
Fischer et al (Universität Dortmund) und J. C. Anderson (Imperial College London). Die Beiträge aus dem
Labor für Dick- und Dünnschichttechnik in Stuttgart (s.o. 1973) betrafen zu dem Zeitpunkt (aktive) RC-Netz-
werke, die Bildschirmtechnik sollte dort aber immer mehr an Bedeutung gewinnen.
[114] A. G. Fischer; W. D. Frobenius; K. Koger; J. Knüfer, D. Herbst
Automated Fabrication of Large-Area TFT Matrices for Flat Display Panels

Enlarged Abstracts Vol. 77-2, Abstract No. 329
152nd Electrochemical Society Meeting October 1977
Atlanta, Georgia

[ angeführt in [125] ]
[115]
Albrecht G. Fischer; W. D. Frobenius; K. Koger; J. Knüfer; D. Herbst
Fortschritte zum flachen Fernsehgerät

in: Jahrbuch 1976/1977
Gesellschaft der Freunde der Universität Dortmund e.V. (Hrsg.)
Dortmund, pp. 57-73

» Erweiterte Fassung eines Vortrages, gehalten auf dem Welt-Elektrotechnik-Kongreß in Moskau am 25. Juni 1977. «
[116]
A. G. Fischer; W. D. Frobenius; K. Koger; J. Knüfer; D. Herbst
Fortschritte zum flachen Bildschirm

Funkschau, Vol. 49, Issue 21, pp. 962-966 (07. October 1977)
Funkschau, Vol. 49, Issue 22, pp. 1041-1043 (21. October 1977)
Funkschau, Vol. 49, Issue 23, pp. 1095-1096 (04. November 1977)

[ angeführt in [123] | Scriptum 9.68; 9.70 ]
  Die Fachartikel im Jahrbuch der Gesellschaft der Freunde der Universität Dortmund und in der
Funkschau sind nahezu identisch. An einigen wenigen Stellen ist das Jahrbuch etwas ausführlicher.

Der Beitrag [131] » Flache Fernsehbildschirme « für die Nachrichtentechnische Zeitung ntz ist eine
Neufassung und enthält an einigen Stellen knappe persönliche Details von Fischer: Nach Ende des
Rechtsstreits mit Westinghouse gab er seine Sicht auf die Entwicklungsvorhaben der (LCD-)Flat Panel
Displays bei Westinghouse aus dem Jahr 1972 preis ([131] p. 82, 232).
[117] Albrecht G. Fischer
The Fiscatron fusion reactor concept

Kerntechnik (Independent Journal on Energy Systems and Radiation), Vol. 20, Issue 4, pp. 182-184 (1978)
Received 27. December 1977

[ angeführt in: Rick B. Spielman - Z-Pinch Fusion for Energy Applications (2000) p. 232 | Scriptum 1.75 ]


Fischer überarbeitete für diese Veröffentlichung seinen Vortrag, den er auf dem 2ten Kolloquium "Fusion-
Oriented Plasma Physics" [110] gehalten hatte. Er führt hier das Funktionsprinzip der » Neutron Bomb
(1963) tentative principle « als Bestätigung dafür an, daß das » Fiscatron fusion reactor concept « aufge-
hen könnte:

» [...] The only nuclear fusion device that functions beyond any doubt at this time is the so-called hydrogen
bomb. Yet few people know what reactions occur in it during the first nanoseconds, even through these pro-
cesses are already mentioned in textbooks [ ] and encyclopedias [91]. Some authors hold [ ] that the fission
detonator (see Fig. 1, top) heats the dense, DT-containing material that surrounds it (see Fig. 1, center) all
the way up to 108 K fusion temperature for the time required by the Lawson condition (10-9 s).
It is doubtful, however, that a small tactical detonator can produce this high temperature, in view of the many
highly radiative electrons and high-Z nuclei around. Reports containing measurements of the temperature
in exploding fission bombs speak of a few million Kelvin only. [...]
That the full 108 K are not needed is proven by the existence of neutron bomb. This device does not pro-
duce fission-generated fallout but only fusion neutrons. One has to assume that in it the Pu detonator does
not really explode but that it becomes nearly critical only for a very short time, thereby generating a strong
flash of fission products that is sufficient to ignite the burn in the 6Li deuteride-tritide (see Fig. 1, bottom).
[...] «

[ [117] p. 182, 183 | Scriptum 1.74 ]

Laut Fischer brachte ihm diese Veröffentlichungen statt der erhofften finanziellen Unterstützung vor allem
viel Ärger mit Geheimdiensten ein; und das zählte bald auch zu den Legenden, die sich um seinen Namen
zu ranken begannen. Trotz all seiner Anstrengungen war die Resonanz darauf so gering, daß er schließlich
entmutigt aufgab. Seitdem äußerte er sich nur noch gegenüber seinen Studenten in der Vorlesung » Werk-
stoffe der Elektrotechnik « zu dem Thema: » Das Fiscatron-Konzept (Dies ist kein eigentlicher Lehrstoff und
soll nur ihren Geschmack am Erfinden anreizen.) « [ Scriptum 1.78 ] [4] (siehe auch 1986).



» [...] In the United States, plasma focus development culminated in 1974 with a device called "DPF 6 1/2"
which produced ≈1020 DT-fusion neutrons at a repetition rate of about four pulses per hour. If such dis-
charges could be generated at a higher rate and over long periods of time, a hybrid system could be built,
producing tens of kilograms of plutonium (or hundreds of grams of tritium) per year [117][ ]. While this
possibility seems to be relatively remote at present, and will almost certainly never be cost effective, it
should not be excluded as a simple path to a nuclear weapon capability, similar in kind to the "calutron"
enrichment route taken by Iraq in the 1980s. [...] «

[ Andre Gsponer; Jean-Pierre Hurni - ITER: The International Thermonuclear Experimental Reactor and
the Nuclear Weapons Proliferation Implications of Thermonuclear-Fusion Energy Systems (2008) p. 52
]


» [...] 4.7 Pure-fusion explosives [...] Further advance in plasma focus technology could result from the use
of a solid DT or LiD fiber between the electrodes, an idea that was suggested in 1978 already [117] and
first demonstrated in 1987 in a Z-pinch device [ ]. [...] «

[ Andre Gsponer; Jean-Pierre Hurni - The physical principles of thermonuclear explosives, inertial
confinement fusion, and the quest for fourth generation nuclear weapons (2009) p. 143
]


Mit dieser letzten Veröffentlichung in der Zeitschrift Kerntechnik schließt Fischer das Kapitel Energiege-
winnung durch Kernfusion für sich ab. Er hatte dieses Konzept über Jahre beworben und - gedanklich -
weiterentwickelt, stieß aber letztendlich nur auf Unverständnis und auf Ablehnung; nach dem Motto,
was nicht sein kann, das nicht sein darf:

» Mir wurde gesagt: Wenn Sie Recht hätten mit diesem Versuch, dann ständen wir ja alle als arme
Narren da, indem wir schon seit 20 Jahren dem verkehrten Projekt hinterherlaufen. [...] Ich habe das
Ganze in alle Richtungen durchgedacht, durchgerechnet, Kostenrechnungen aufgestellt, sämtliche
einflußreichen Leute auf dem Gebiet kontaktiert. Keiner hat mir gesagt, es könnte nicht gehen, aber
leider nur allgemeines Achselzucken; andere Leute bauen riesige Tokamaks für 800 Mio [DM] und
die dulden nicht, wenn einer daherkommt und für ein Projekt, das nur 1 Mio [DM] kostet, etwas ab-
knappst. [...] «

» Selbst beim Edward Teller war ich, aber seine Sekretärin hat mich natürlich nicht zu ihm reinge-
lassen. « Ob das Zitat den wahren Ereignissen entspricht oder ob Fischer dies nur als Bonmot nutzte,
um überspitzt die eigene verlassene und abgekanzelte Situation, in der er sich befand, zu beschreiben,
bleibt ungewiss.

Die fehlende Unterstützung sah er vor allem lobbyistisch-politisch motiviert. Eine Einschätzung, die
50 Jahre nach den ersten Anfängen zur Kernfusion auch von anderen noch immer geteilt wird:

» After 50 years of intensive research, it appears to me now that the realization of nuclear fusion as a
reliable energy source is no longer mainly a problem of physics or technology, but is rather a psycholo-
gical and most of all a political issue. For me the crucial question, therefore, is whether society - in
particular the politicians and financial administrators - will be ready to support the efforts towards a
nuclear fusion demonstration power plant in the flexible and unbureaucratic manner that is necessary
for success. «

[ Interview with Professor Eduard Hintz - in: Fifty Years of Magnetic Confinement Fusion Research -
A Retrospective (2008) pp. 10-15
]


Fusionsexperimente, die nicht nach den klassischen Stellerator- oder Tokamak-Prinzip ablaufen, also
nicht bei hohem Druck und extrem hohen Temperaturen stattfinden, stehen immer noch in einem denkbar
schlechten Ruf, ihnen haftet der Makel der unseriösen Forschung und mangelnder Ernsthaftigkeit an.

Jürgen Schaefer rollt in [ Schaefer2012:70ff ] eine kurze Geschichte der kalten Fusion seit dem Fleisch-
mann-Pons-Experiment auf und zeigt, mit welchen Schwierigkeiten Querdenker auf dem Gebiet zu käm-
pfen haben: Immer steht auch die eigene wissenschaftliche Reputation und nicht zuletzt auch die eige-
ne Person auf dem Spiel. » Wer ein bestehendes Paradigma herausfordert, riskiert den ökonomischen
und wissenschaftlichen Suizid. « [ Schaefer2012:65 ] Fischer kommentierte seine eigenen Erfahrungen
damit trocken mit » Erfinden ist gefährlich! « Siehe auch [163].
[118] A. G. Fischer
DFG Jahresbericht 1977

Forschungsvorhaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Az. Fi 228/1/3/4

[ angeführt in: Wolf-Dieter Frobenius - Beiträge zur Entwicklung von flachen Informationsanzeigen -
Dissertation - Universität Dortmund (1980) ]
1978    

[119] Fischer, A. G.
Stäbchenförmige metallische Kolloid-Suspensionen als
elektro-optische Wandlerschichten für flache Bildschirme

8. Freiburger Arbeitstagung Flüssigkristalle; Paper 4
6. und 7. April 1978

[ Proceedings Content ]
[120] Fischer, Albrecht George; Frobenius, Wolf-Dietrich
Serien-Parallel-Umsetzer

Deutsches Patent DE2820328
Filing Date: 10. May 1978; Publication Date: 15. November 1979

[ Publication ]

Frobenius, Wolf-Dietrich; Fischer, George Albrecht
Series-Parallel Converter

International Patent WO1979001043
Filing Date: 11. April 1979; Publication Date: 29. November 1979

[ Publication ]
[121] Albert G. Fischer
Process for the production of electroluminescent powders for display panels and
coating the powders with zinc phosphate

United States Patent US4181753
Filing Date: 17. May 1978; Publication Date: 01. January 1980

[ Publication ]
[122] A. G. Fischer
Werkstoffprobleme bei der Konstruktion des flachen Fernsehgeräts und ihre Lösung

Vortrag vor der Fakultät Elektrotechnik
Universität Hannover; 25. Mai 1978

[ angeführt in: Wolf-Dieter Frobenius - Beiträge zur Entwicklung von flachen Informationsanzeigen -
Dissertation - Universität Dortmund (1980) ]
[–] A. G. Fischer
Electroluminescence Technologies

Gordon Research Conference
Thin Films and Solid Surfaces
Tilton School; Tilton, New Hampshire
31. July 1978
[123]
W. D. Frobenius; A. G. Fischer; K. Koger
Ultra-simple Thin-Film Transistor Shift Registers for Integration
with Flat Multielement Display Panels

4th European Solid State Circuits Conference ESSCIRC 78
Digest of Technical Papers; pp. 181-183
18.-21. September 1978, Amsterdam

[ Publication ]
[124] A. G. Fischer
Langlebige Zinksulfid-Elektrolumineszenz-Leuchtstoffschichten
für Informationsanzeige-Leuchtplatten

Tätigkeitsbericht der Forschungsförderung des Landes NRW
Kennzeichen II B5-FA 6954, 1978

[ angeführt in: Wolf-Dieter Frobenius - Beiträge zur Entwicklung von flachen Informationsanzeigen -
Dissertation - Universität Dortmund (1980) ]
1979    

[125]
W. D. Frobenius; T. R. N. Kutty; B. Tierock; B. Hasse;
W. Gross; F. Böhme; R. Wollenberg; A. G. Fischer
Thin-Film Transistor Matrix-Addressed Liquid Crystal Image
Display Panel with Rear Illumination: a Status Report

Fachtagung Bilddarstellende Systeme und Technologien
für neue Kommunikationsformen
Berlin, Germany, 13.-15. March 1979

in: NTG-Fachberichte Band 67
Karl Heinrich Vöge (Hrsg.)
VDE-Verlag, Berlin, 1979, pp. 135-142

[ Publication ]
[126] Kutty, T. R. N.; Fischer, Albrecht G.
Verfahren zur Herstellung von Flüssigkristall-Anzeigen

Deutsches Patent DE2916670
Filing Date: 25. April 1979; Publication Date: 06. November 1980

[ Publication ]
[127] Kutty, T. R. N.; Fischer, Albrecht G.
Verfahren zur Randversiegelung von Flüssigkristallzellen

Deutsches Patent DE2916722
Filing Date: 26. April 1979; Publication Date: 06. November 1980

[ Publication ]
[128] T. R. N. Kutty; B. Tierock; A. G. Fischer
Liquid Crystal Layers for Flat TV

9. Freiburger Arbeitstagung Flüssigkristalle; Paper 20
26. und 27. April 1979

[ Proceedings Content ]
[129] Fischer, Albrecht; Frobenius, Wolf D.
Schaltungsanordnung zur Ansteuerung einer Informationsanzeigeplatte

Deutsches Patent DE2917322
Filing Date: 28. April 1979; Publication Date: 13. November 1980

[ Publication ]


Fischer, Albrecht; Frobenius, Wolf D.
Circuitry for controlling an information display panel

European Patent EP0019709
Filing Date: 10. April 1980; Publication Date: 12. October 1980

[ Publication ]
[130] Albert G. Fischer
Process for the production of electroluminescent powders for display panels

United States Patent US4263339
Filing Date: 25. June 1979; Publication Date: 21. April 1981

[ Publication ]
1980    

[131] Albrecht Fischer
Flache Fernsehbildschirme

ntz Nachrichtentechnische Zeitschrift
Teil 1: Vol. 33, Issue 2, pp. 80-88 (Februar 1980)
Teil 2: Vol. 33, Issue 3, pp. 162-169 (März 1980)
Teil 3: Vol. 33, Issue 4, pp. 230-236 (April 1980)

Organ der Nachrichtentechnischen Gesellschaft im VDE (NTG)

[ angeführt in: [152] ]
[132] Kutty, T. R. N.; Fischer, Albrecht G.
Thermoplastisches hydrophobes Kunstharz mit hoher Dielektrizitätskonstante

Deutsches Patent DE3009235
Filing Date: 11. March 1980; Publication Date: 05. May 1983

[ Publication | Scriptum 9.59 ]
[133] Tierock, Bernhard; Fischer, Albrecht G.
Herstellungsverfahren für Vakuumaufdampfmasken

Deutsches Patent DE3009579
Filing Date: 13. March 1980; Publication Date: 22. October 1981

[ Publication ]
[134] Kutty, T. R. N.; Fischer, Albrecht G.
Flüssigkristalldisplay-Herstellung mit Partikel-Abstandshaltern

Deutsches Patent DE3010287
Filing Date: 18. March 1980; Publication Date: 24. September 1981

[ Publication | Scriptum 9.59 ]

» Wir haben kürzlich eine neue Zellenherstellungsmethode entwickelt (Patentanmeldung), bei der der
Plattenabstand von 8 µm durch runde Partikel aus Silika-Gel dieser Größe, die in geringer Konzentration
dem Randversiegelungsharz und dem Flüssigkristall zugesetzt werden, auf einfachste Weise erzwungen
wird: Die heiß zusammengesetzte Zelle (Kunstharz ist thermoplastisch) wird an den Rändern mit Klam-
mern solange zusammengepresst (die Partikel halten den Abstand), bis sie kalt ist.
Der Flüssigkristall wird auf die untere heiße Platte gegeben, der Überschuß quetscht sich seitlich heraus,
die Kunstharzschichten auf der oberen und unteren Platte verschmelzen miteinander, obwohl sie vom
Flüssigkristall benetzt waren. [...] «

[ Scriptum 9.59; 9.59a ]
[135] Fischer, Albrecht G.
Vereinfachtes Herstellungsverfahren für Dünnfilmtransistor-Schaltkreise

Deutsches Patent DE3010340
Filing Date: 18. March 1980; Publication Date: 24. September 1981

[ Publication ]
[136] Fischer, Albrecht G.
Vakuumaufgedampfte Dünnfilm-Isolatorschicht

Deutsches Patent DE3010341
Filing Date: 18. March 1980; Publication Date: 01. October 1981

[ Publication ]
[137] Fischer, Albrecht G.
Gallium-gekühlte Elektronenstrahl-Drehtiegel-Vakuum-Aufdampfanlage

Deutsches Patent DE3010925
Filing Date: 21. March 1980; Publication Date: 01. October 1981

[ Publication ]
[138] Fischer, A. G.; Demmer, Udo
Langlebige blauleuchtende Zinksulfidpulver-Elektrolumineszenz-Anzeigeplatten

Deutsches Patent DE3011815
Filing Date: 27. March 1980; Publication Date: 01. October 1981

[ Publication | Scriptum 12.19 ]
[139] Fischer, Albrecht G.
Herstellungsverfahren für Dünnfilmtransistor-Großmatrizen für flache Bildschirme

Deutsches Patent DE3015936
Filing Date: 25. April 1980; Publication Date: 29. October 1981

[ Publication ]
[140] Fischer, Albrecht G.
Optimale Materialkombination für vakuumaufgedampfte Dünnfilmtransistor-Schaltkreise

Deutsches Patent DE3019331
Filing Date: 21. Mai 1980; Publication Date: 26. November 1981

[ Publication ]
[F3] Fischer, Albrecht G.
Ultraleichtes Entenflugzeug

Deutsches Patent DE3024951
Filing Date: 02. July 1980; Publication Date: 28. January 1982

[ Publication ]


Hinweis: Als Entenflugzeug wird ein Flugzeug bezeichnet, bei dem das Höhenleitwerk vor,
statt hinter der Tragfläche angebracht ist.
[141] Fischer, Albrecht G.
Einfacher Pulsgenerator zum Betrieb von Wechselspannungs-Elektrolumineszenz-Anzeigen

Deutsches Patent DE3026572
Filing Date: 12. Juli 1980; Publication Date: 04. February 1982

[ Publication ]
1981    

[142] Fischer, A. G.; Tizabi, D.; Gross, W.; Golz, H.; Frobenius, W. D.; Zheng, B. Y.
Flat Liquid Crystal TV (II)

11. Freiburger Arbeitstagung Flüssigkristalle; Paper 20
8. bis 10. April 1981

[ Proceedings Content ]
[–] A. G. Fischer; T. R. N. Kutty; U. Demmer; W. D. Frobenius
Progress in AC-Powder-Electroluminescence

International Conference on Luminescence 1981
Berlin (West); Paper No. P XIII-5
24. July 1981
[F4] Albrecht Fischer
Some aerodynamic aspects of hang gliding

Endeavour, Vol. 5, Issue 4, pp. 152-157
unsicher: Dezember 1981

[ Publication | Spur (NASA) ]
1982    

[143] A. G. Fischer; D. Tizabi; K. Krusch; H. Teves
Mass-producible TFT-LC modules for square-meter-sized or pocket-sized flat TV panels

Conference Record of 1982 International Display Research Conference SID-IEEE, 19. October 1982,
Cherry Hill, N. J.; pp. 161-165

[ Publication | angeführt in: [153] ]
1983    

[144] Fischer, Albrecht G.
Dünnfilmtransistoren mit vakuumaufgedampften, kupferdotierten p-Typ-Germaniumfilmen

Deutsches Patent DE3328150
Filing Date: 04. August 1983; Publication Date: 21. February 1985

[ Publication ]
[145] Fischer, A. G.; Tizabi, D. J.; Blanke, H.
P-type Thin-Film Transistors with Vacuum-Deposited Crystallized Copper-Doped Germanium Films

IEEE Electron Device Letters, Vol. 4, Issue 12, pp. 447-448 (December 1983)
Received 09. August 1983; revised 23. September 1983

[ Publication ]
[146] A. G. Fischer; D. J. Tizabi; R. H. Ye; T. R. N. Kutty; H. Teves
TFT-Matrix-Addressed TV-Panel: A Status Report

Electronic Displays 83 Conference; September 1983 Frankfurt
Proceedings, Vol. 2, p. 13

[ angeführt in: [148] ]
[F5] Fischer, Albrecht G.; Bleidiesel, Wilhelm Friedrich
Ultralight motorized hangglider with power steering

Deutsches Patent DE3343079
Filing Date: 29. November 1983; Publication Date: 05. June 1985

[ Publication ]
[147] T. R. N. Kutty; A. G. Fischer
Planar Orientation of Nematic Liquid-Crystals by Chemisorbed Polyvinyl-Alcohol Surface-Layers

Molecular Crystals and Liquid Crystals, Vol. 99, Issue 1, pp. 301-318 (1983)

[ Publication ]
1984    

[F6] Fischer, Albrecht G.
Foldable, variable high-lift slotted wing for hang-gliders and ultra-light aircraft

Deutsches Patent DE3411425
Filing Date: 28. March 1984; Publication Date: 20. December 1984

[ Publication ]
[148] R. H. Ye; H. Teves; A. G. Fischer
DC Electroluminescent II-VI-Film Display with Cermetic Injector Electrodes
Addressed by Matrix of p- and n-type Thin-Film Transistors made of Germanium

Eurodisplay 1984; Fourth Display Research Conference
Paris, 18.-20. September 1984
Proceedings, pp. 257 - 260

Contribution for the Poster Special Session: Active Addressing

[ Proceedings Content ]
1985    

[149] Dj. Tizabi; A. G. Fischer
Simplified TFT Matrix Fabrication

Conference Record of 1985 International Display Research Conference; pp. 40-42
Hyatt Islandia; San Diego, California; 15.-17. October 1985
Published by the Society for Information Display

[ Publication | angeführt in: Broder Wendland; Hartmut Schröder - Fernsehtechnik - Band II: Systeme und
Komponenten zur Farbbildübertragung (1991) p. 440 ]
1986    

[150] Djamshid Tizabi; Albert George Fischer
Toward Wall Panel TV

Optoelectronics - Devices and Technologies
Mita Press, Tokyo
Vol. 1, No. 1, pp. 85-96 (June 1986)
Received 30. April 1986

[ Spur ]


» Abstract: We describe further detail solutions of our overall concept of a mass-producible large-area liquid
crystal color wall TV panel addressed by a coextensive TFT matrix composed of interconnected modules
which are rear-illuminated through mosaic color filters by white light. For the square-millimeter-sized pixels
only low resolution is required; hence the simple WEIMER TFT fabrication method of one-pumpdown vacuum
deposition through perforated metal masks is perfected and automated. For the complementary TFT stages
needed in the integrated "on board" shift registers, novel polycrystalline p-type germanium TFTs were
developed which are process-compatible with the n-CdSe TFTs, enabling us for the first time to deposit
complementary transistor circuits in one run. Easy material combinations and processing methods were
also developed for the superimposed liquid crystal cell. Thus a novel technological path toward mass-
producible wall-panel TV has been worked out.

[...] For the past 14 years we have tried to find the best possible technological path toward this goal. This
is the latest account of our intermittend 1½-man effort (which is presently stagnant again due to lack of
sponsors). Already in 1971 it was realized [...]

Acknowledgements: Our thanks is due to so many coworkers and students who contributed to this project
over the past 11 years in Dortmund. From abroad we received important help from Dr. Fergason, USA, from
Dr. T.R.N. Kutty (DAAD and DFG-funded) of the Indian Institute of Science, Bangalore (India), and from Bao
Juan Zheng (DAAD) and Ru Hua Ye (PRCh) of the Chinese Academy of Sciences, Changchun. Most of this
work was supported from 1975-1984 (with interruptions) by Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn. «

[150] p. 85, 95


» Diese Steuerschaltung [ Anmerkung: aus [150] ] wurde von R. H. Ye von der "Chinese Academy of
Science" entworfen und durch die Gruppe um Prof. Fischer in Dortmund veröffentlicht. Dies ist über-
haupt der erste Treiber aus poly-CdSe und poly-Ge. [...] «

[ Herbert De Smet - Poly-Ge/poly-CdSe dunne-filmcircuits voor op glas geïntegreerde aanstruring
von vlakke beeldschermen (1993) p. 47 ]
[F7] Fischer, Albrecht George
Trimming device for hang gliders having a tail motor (engine)

Deutsches Patent DE3621823
Filing Date: 28. June 1986; Publication Date: 14. January 1988

[ Publication ]
[151] Heinz Teves; Joachim Hüggenberg; Albert G. Fischer
AC-EL Thin-Film Structure For Low-Voltage Operation

Optoelectronics - Devices and Technologies
Mita Press, Tokyo
Vol. 1, No. 2, pp. 217-223 (December 1986)
Received 05. September 1986


» [...] Exploiting quasi-rheotaxy we demonstrated that the phosphor exhibits a columnar structure exempt
from the very fine grained and disordered region, roughly 200 nm thick, which drastically reduces the
intensity of one of the electroluminescent peaks when the device is driven by alternating applied voltage.
Thanks to these promising characteristics we first fabricated metal-insulator-semiconductor-metal (MISM)
type electroluminescent devices which produced, when driven by alternating voltage, good luminosity
and two symmetrical peaks [151]. Despite these positive characteristics the lifetime of this type of device
was too variable. This behaviour, which has been observed [151] [ ] can be ascribed to the following three
causes: [...] «

[ N. Romeo; F. Fermi; R. Tedeschi; A. Bosio; V. Canevari; S. Cozzi - Large grain electroluminescent
ZnS:Mn thin films grown by quasi-rheotaxy on insulating materials (2001) p. 138
]
[–] Albrecht G. Fischer
Werkstoffe der Elektrotechnik I

Teil 1: Ursprung und Aufbau der Materie, subatomare Prozesse
» Korrigieren Sie Ihre Übungen selbst! «

Universität Dortmund; HG I, HS 3 (November 1986)
Audio-Aufzeichnung der Fiscatron-Vorlesung (unveröffentlicht)
1987    

[F8] Fischer, Albrecht
Wing for ultralight aircraft

Deutsches Patent DE3708445
Filing Date: 16. March 1987; Publication Date: 29. September 1988

[ Publication ]
[152] N. G. Patel; A. G. Fischer
Conducting luminescent ZnS films formed by plasma-assisted metal-organic chemical vapour deposition

Thin Solid Films, Vol. 162, pp. 263-271 (August 1988)
Received 29. September 1987

[ Publication ]


»
[...] Because of there large and direct band gaps, the II-VI compounds ZnO, ZnS and ZnSe (listed here in order
of increasing covalency and tendency to become p type) have been our prospects for light-emitting diodes (LEDs)
in the visible region for more than 30 years. It is more difficult to prepare them as p type by high temperature
methods such as vapour phase reactions or melt growth, than n type, since under thermal equilibrium conditions
the so-called self-compensation of doping impurities by vacancies takes place. [...] Metal-organic chemical va-
pour deposition (MOCVD) is of interest because it allows films to be prepared at such low temperatures, that the
compensating vacancies cannot form. [...]

The photoluminesccence and cathodoluminescence of all our films was consistently found to be less than that
of comparable films by vacuum evaporation, or by reactive sputtering, or by molecular beam epitaxy and post-
annealing [...]. This low luminescence efficiency of the internally light-scattering, milky films of 1-2 μm thickness
disappointed us very much but an unexpected explanation was found.
[...] Clear evidence of chromium contamination in the order of a few parts per million was found. Chromium ions
(Cr3+) are well known "killers" of luminescence, much like iron, nickel and cobalt, and are entirely unacceptable
in luminescent materials. This is to our knowledge the first mention of this risk which is probably universal since
all organometallic liquids are contained in stainless steel vessels and conducted through stainless steel pipes,
and hence tend to be chromium contaminated. [...]

Hence the efficient blue LED has eluded us once more for the present. [...]
«

[152] p. 263, 269ff


Fischer nutzte 1987 die richtige Technik, aber das » falsche « Halbleitermaterial, denn ...


1989 begann Shuji Nakamura bei Nichia Chemicals mit der Entwicklung von blau leuchtender LEDs auf der Basis
von GaN. Er nutzte ebenso die MOCVD-Technik, verfeinerte sie sukzessiv bis ihm die p- und n-Dotierung von GaN-
Filmen gelang und damit der Durchbruch auf dem Weg zur effizienten blauen LED. Nichia Chemicals investierte
$3.3 Millionen (1,5% des Jahresumsatzes) auf pragmatische aber auch vertrauensvolle Art und Weise: » "Unless
you let your young researchers do whatever they like, they cant do research," Nichia's president [ Ogawa ] would
later explain. "So if they ask you for a machine, then you have to give it to them." [...] "We're not like a big company
with a fixed R&D budget. [...] Of course it was a big risk, [...] but risk is synonymous for research. [...] My policy was,
if I let [ Nakamura ] go on with it, he'd probably be able to come up with the goods" [...] « [ Johnstone1999: 337ff ]

Shuji Nakamura erhielt zusammen mit Isamu Akasaki und Hiroshi Amano für die Entwicklung
der blauen LED auf GaN-Basis den Nobelpreis in Physik 2014.

Siehe auch [20] [29].
[153] Tizabi, Djamshid; Fischer, Albert G.
Herstellungsverfahren für quadratmetergroße Dünnfilm-Elektronikmatrizen auf Glas für Flüssigkristall-Flachbildschirme
durch stückweises schrittweises Vakuumaufdampfen durch kleine perforierte Metallfolienmasken

Deutsches Patent DE3734770
Filing Date: 14. October 1987; Publication Date: 03. May 1989

[ Publication ]


Tizabi, Djamshid; Fischer, Albert G.
Process for step and repeat vacuum-deposition of large-area thin-film transistor
matrix-circuits on monolithic glass panels through perforated metal masks

European Patent EP0312170
Filing Date: 10. November 1988; Publication Date: 12. January 1993

[ Publication ]
1988    

[F9] Fischer, Albrecht George
Aerodynamisch-aktive Endscheiben für Flugzeugflügel- und Propellerblatt-Spitzen
[ Aerodynamically active end plates for aircraft-wing and propeller-blade tips ]

Deutsches Patent DE3819145
Filing Date: 04. June 1988; Publication Date: 14. December 1989

[ Publication ]
[154] Tizabi, Djamshid; Fischer, Albrecht
Dünnfilm-Varistor

Deutsches Patent DE3826204
Filing Date: 02. August 1988; Publication Date: 08. February 1990

[ Publication ]
[F10] Fischer, Albrecht
Motorisierungszusatz für laufstartfähige Hängegleiter und Ultraleichtflugzeuge

Deutsches Patent DE3832697
Filing Date: 27. September 1988; Publication Date: 05. April 1990

[ Publication ]
[155] A. G. Fischer; D. Tizabi
P- und n-Type Poly-Si TFT LC Matrix

ED 88 - Electronic Displays Conference
Wiesbaden, 27.-29. September 1988
Session 3.1

[ Proceedings Content ]
[156] M. Zhu; A. G. Fischer
Low-Voltage DC-Electroluminescent Thin-Film Display
for Automobile Cockpit Panels

ED 88 - Electronic Displays Conference
Wiesbaden, 27.-29. September 1988
Session 4.3

[ Proceedings Content ]
1989    

[157] A. G. Fischer; D. Tizabi; D. Staib-Tizabi; Z. Tian; D. Zhang
Large liquid-crystalline displays addressed by vitreous varistor switches

Journal Liquid Crystals, Vol. 5, Issue 5, pp. 1365-1372

[ Publication ]
[158] Fischer, A. G.; Tian, Zh.; Staib-Tizabi, D.; Tizabi, Dj.
Problems with Active Matrix Addressing of Large FELC TV Displays

18. Freiburger Arbeitstagung Flüssigkristalle; Paper P13
15.-17. März 1989

[ Proceedings Content ]
[F11] Fischer, Albrecht
Motorisierungszusatz für laufstartfähige Nurflügel-Hängegleiter

Deutsches Patent DE3916535
Filing Date: 20. May 1989; Publication Date: 05. October 1989

[ Publication ]
1990    

[159] A. G. Fischer
Material Advances in Vacuum-evaporated TFTs for AM Displays

Microelectronics International, Vol. 7, Issue 3, pp. 70-72
[–] A. G. Fischer
Advances in Large CdSe Matrix Fabrication by Vacuum Evaporation

1st International CdSe Workshop
Gent (Belgium); 01. October 1990
1991    

[160] Albrecht Fischer
Leserbrief zu dem Artikel

» In Tschernobyl versagte die Technik -
Katastrophe war unausweichlich «
VDI-Nachrichten Nr. 17 vom 26.04.1991

(5 Jahre nach dem katastrophalen Reaktorunfall in
Tschernobyl am 26.04.1986)

in den VDI-Nachrichten Nr. 20 vom 17.05.1991, Seite 2:

» Tschernobyl war kein GAU, keine Kernexplosion, sondern eine simple Knallgas-Explosion.
Warten Sie erst mal auf einen echten GAU. Bei diesem kombiniert mit Wasser und Graphit
moderierten Reaktor wurde infolge der bedienenden Narren örtlich der Graphit so heiß, daß
er das Wasser zu Knallgas zersetzte. [...] Deshalb gehören alle solche Reaktoren sofort abge-
schaltet, es gibt deren viele. Auch der HTR [ Anmerkung: Hochtemperaturreaktor in Hamm-
Uentrop ] benutzte Graphit; bei zufälligem Luftzutritt wäre in Hamm dasselbe passiert. Ich bin
zum Glück schon alt und habe mein Leben gelebt. Aber die nächste große Reaktor-Katastro-
phe kommt bestimmt, gemäß Murphy, Ihr jüngeren Lemminge. «

[ Leserbrief | Scriptum 1.53b (1986) ]
[161] Tizabi, Djamshid; Fischer, Albert G.
Process and machinery for step and repeat vacuum-deposition of large-area thin-film-electronics
matrix-circuits on monolithic glass panels through small perforated metal masks

United States Patent US5186975
Filing Date: 24. Juli 1991; Publication Date: 16. February 1993

[ Publication ]
1992    

[162] Fischer, Albert G.
Flacher Matrix-Farbfernseh-Bildschirm mit Lichtpunkten aus individuellen II-VI-Quantenschicht-
Laserdioden und fehlertolerantes Herstellungsverfahren

Deutsches Patent DE4234293
Filing Date: 12. October 1992; Publication Date: 08. April 1993

[ Publication ]


Aus seinem letzten Patent zu Flachbildschirmen ist mehr die Quintessenz dessen herauszulesen,
woran er ein Großteil seines Lebens teils vergebens arbeitete.

Fernab von Fischers letztem Patent sind aus Quantenschicht Laserdioden mittlerweile Quanten-
Dots geworden, die aus kurzwelligem Licht angeregt werden und deren Schichtdicke farbbestim-
mend ist. Ein solcher "Quantum-Dot Enhancement Film" sitzt zwischen der "Backlight-Unit" und
dem "Liquid Crystal Module" und ersetzt den Farbfilter, den Fischer in [86] [87] einführte.
Anders als der passive Filter, der Licht absorbiert, wird hier in den Quanten-Dots Licht in exakt
aufeinander abgestimmten Farben erzeugt, was zu einer leuchstarken, brillianten Farbwieder-
gabe führt. Eine solche Technik ist mit den bestehenden LCD-Fertigungsprozessen kompatibel.
[ Jian Chen; Veeral Hardev; Jeff Yurek - Quantum-Dot Displays: Giving LCDs a Competitive Edge
through Color (2013)
]

Samsung z.B. kündigte derartige Bildschirme bereits an (Stand: November 2014).
[163] Albrecht Fischer
Erfinderleiden und -freuden

Musikalisch-wissenschaftliche Matinee
15. November 1992
Ilmenauer Uni-Nachrichten; 35. Jahrgang Nr. 16; 1992

[ Spur | Spur ]
1993   31. Juli 1993 — Universität Dortmund, Emeritus [ Vorlesungsverzeichnis SoSe 1993 p. 110 ]

  » [...] Prof. Dr. Albrecht G. Fischer geht als C3-Professor in den Ruhestand. Er hat im Fachbereich
Elektrotechnik das Arbeitsgebiet Optoelektronik aufgebaut und geleitet. Fischer, der nach seiner
Promotion Ende der 50er Jahre bis in die 70er Jahre in unterschiedlichen Forschungslabors der
USA tätig war, ist Experte für Elektrolumineszenz, beschäftigte sich aber auch mit dem Entwurf
eines Deuterium-Lithium-Kernfusionsreaktors. [...] «

[ unizet 235 - 19.07.93 - Zeitung für die Universität Dortmund ]
1998    

[164]
Albrecht Fischer, Helmtraud Fischer, Michael Fischer
Glaswerk Gustav Fischer (1907 - 1978)

in: Glas in Ilmenau
Beiträge zur Geschichte der Glaserzeugung in der Region Ilmenau
herausgegeben vom Förder- und Freundeskreis
Ilmenauer Glasmuseum e.V.
1998, pp. 66-73, 138

2008    

[165] Albrecht Fischer
My life for flat display research, reminiscences

Fraunhofer Institut Angewandte Optik und Feinmechanik
SID-ME Chapter Spring Meeting 2008
Microdisplays Applications and Optics
13.-14. March 2008
Abbe Center, Beutenberg Campus, Jena, Germany

Beitrag für die Poster Session


Das ganze Leben auf einem DIN-A4 Blatt — Fischer addiert hier noch einmal im Schnelldurchgang
seine wichtigsten Stationen, Veröffentlichungen und Patente auf: [1] [2] [4] [8] [25] [38] [39] [80] [86].



Epilog

Osamu Oda führt in dem Buch » Compound Semiconductor «
viele Arbeiten von Albrecht Fischer an, und schreibt im Vorwort
(dem ich nichts zuzufügen habe):

» [...] It however should be noted that this increasing prosperity
of compound semiconductors did not arise suddenly in a short
period of research and development. In fact, the study of most of
them started more than 50 years ago. Many researchers devoted
most of their lives in research and development of compound semi-
conductor materials, by dreaming and believing in the realization
of useful devices based on these materials even at the time when
there was no evidence and proof for their future success.
And finally, we are now convinced that their belief was true and
the existence of these materials has proved of value in this society.
We should not forget the efforts of these pioneering scientists and
engineers. This success could not be achieved without their
convinced belief and effort. [...] «

[ Osamu Oda - Compound Semiconductor - Bulk Materials and
Characterizations (2007) p. VII
]


Der Firmengrundsatz der RCA Laboratorien (1947) war letztlich genau darauf ausgerichtet [ Kilbon1964: 7 ]:

» [...] In striving for its broad objectives, RCA Laboratories is concerned not only with research that has obvious
practical applications, but also with research whose usefulness has not yet become evident. Its leaders believe
that the difference is only a matter of time, that all additions to our store of knowledge eventually prove worthwhile
even from the most utilitarian point of view. [...] «


Henry Kressel beschreibt seine Zeit bei RCA mit den Worten [ Kressel2007: 11-12 ]:

» [...] It was my good fortune to be in the right place to make [...] contributions. I was at RCA at a time when that
company prided itself on fostering electronic innovations and was willing to invest the money necessary to take
them to market.
At RCA Laboratories, I was surrounded by remarkable researchers. In the 1960s and 1970s, my friends down
the hall there developed the modern MOSFET (metal oxide semiconductor field-effect transistor), CMOS (com-
plementary metal oxide semiconductor) integrated circuits, the solid-state imager, and the first liquid crystal dis-
plays. These inventions are the heart of the digital devices and systems we use every day.
We knew that those were remarkable times. But none of us could have predicted where our work and that of
others in our nascent fields would lead. Our industry conferences focused on technical developments, not on
multi-billion dollar industries that would change the world's economic order. The business impact came much
more slowly than the technical breakthroughs. [...] «





Literatur
[ Achilles1996 ] Manfred Achilles
Historische Versuche der Physik
Funktionsfähig nachgebaut
Edition Wötzel; Frankfurt/M; 1996
[ Ardenne1986 ] Manfred von Ardenne
Mein Leben für Forschung und Fortschritt
Ullstein; Frankfurt/M, Berlin; 1986
[ Bird2014 ] Kai Bird, Martin J. Sherwin
J. Robert Oppenheimer
Die Biographie
List; Berlin; 2014


Naturgemäß kommt Edward Teller in der Biographie über J. Robert Oppenheimer nicht
gut weg: Er galt in Los Alamos als schwierig. Obwohl sein Talent für den Bau der Fissions-
bombe gebraucht wurde, sperrte er sich zunehmend dagegen und beschäftigte sich - und
andere - nur noch mit dem Bau einer Fussionsbombe, ein » abenteuerliches Programm [ ... ]
auf Grundlage von Berechnungen, deren eklatante Unvollständigkeit ihm bewusst gewesen
sein musste « [ Dyson2014: 305 ]. Teller erwirkte durch sein Verhalten schließlich eine Frei-
stellung von allen Pflichten im Zusammenhang mit der Fissionsbombe [ Bird2014: 278f ]
[ Hans A. Bethe – Comments on The History of the H-Bomb (1982) p. 44, 47 ]. Das gestörte
Verhältnis zwischen Oppenheimer und Teller wird später noch Gegenstand der Anhörung
im Untersuchungsausschuß der AEC (Atomic Energie Commission) sein. Tellers Aussage
zu Oppenheimers » Clearance « wird eines der Schlüsselmomente des Untersuchungs-
ausschuß werden [ Bird2014: 512ff ].

Randbemerkung:

Trotz aller Bemühungen um Geheimhaltung des Manhatten-Projekts in Los Alamos gelang
eine vertrauliche Meldung über den Transozean-Informationsdienst auf Umwegen und un-
zensiert in die Physikalischen Blätter [ Noch eine Utopie - Physikalische Blätter - 1 Jahrgang
1944 Heft 8 (August 1944) p. 118
], jedoch ohne jegliche Resonanz und ohne ernsthafte Aus-
wirkungen. Erst zwanzig Jahre später wurden amerikanische Historiker auf diese Veröffent-
lichung der Meldung aufmerksam. Die Physikalischen Blätter unternahmen daraufhin den
Versuch, den Hergang und die Umstände dieser Meldung zu rekonstruieren [ Ernst Brüche -
Was wußte man 1943/44 in Deutschland von der Atombombe? - Physikalische Blätter - 20.
Jahrgang 1964 Heft 5 (Mai 1964) pp. 220-225
]. Dennoch bleibt unklar, wie und durch wen
diese Meldung in die Hände der » Physikalischen Blätter « gelangen konnte.
Die kurze Meldung » Noch eine Utopie « findet sich nicht in dem Inhaltsverzeichnis des Hef-
tes (wohl aber des Jahrgangs) und ebenso wenig in dem General-Register 1944 - 1954. Die
Meldung wurde trotz seiner Brisanz seinerzeit schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen.
[ Brody1984 ] Thomas Peter Brody
The Thin Film Transistor - A Late Flowering Bloom

IEEE Transactions on Electron Devices
Volume 31, Issue 11; November 1984; pp. 1614-1628

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[ Brody1996 ] Thomas Peter Brody
The birth and early childhood of active matrix - A personal memoir

Journal of the Society For Information Display
Volume 4, Issue 3; October 1996; pp. 113-127

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[ Brody2010 ] Thomas Peter Brody
The historical and conceptual roots of active matrix technology

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[ Dyson2014 ] George Dyson
Turings Kathedrale
Die Ursprünge des digitalen Zeitalters
Propyläen-Verlag; Berlin; 2014

George Dyson
Turing's Cathedral
The Origins of the Digital Universe
Pantheon Books; New York; 2012


Es bleibt ein Geheimnis, warum die deutsche Ausgabe um mehr als ein Drittel der Bilder ärmer ist als
die amerikanische Ausgabe. Insbesondere fehlt das Bild zu dem » Meeting #1 «, der Initialzündung
des Institute for Advanced Study Electronic Computer Project, das am 12. November 1945 im Büro
von V. K. Zworykin (RCA Laboratories - Princeton) stattfand — oder etwa der Operating Log entry des
IAS-Rechners vom 04. März 1953 » "over to" thermonuclear weapons design. «
[ Feynman1974 ] Richard P. Feynman
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in: Richard P. Feynman
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Zeit - der Stoff aus dem das Leben ist
Fischer; Frankfurt/M; 2011
[ Knop2001 ] Karl Knop
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[ Kressel2007 ] Henry Kressel, Thomas V. Lento
Competing for the future
How digital innovations are changing the world
Cambridge University Press; Cambridge, New York; 2007
[ Lechner2008 ] Bernhard J. Lechner
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A Biographical Momoir by John L. Moll
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[ Murtha2001 ] Thomas P. Murtha, Stefanie Ann Lenway, Jeffrey A. Hart
Managing New Industry Creation
Global Knowledge Formation and Entrepreneurship in High Technology
The Race to Commercialize Flat Panel Displays
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[ Murtha2004 ] Thomas P. Murtha, Stefanie Ann Lenway, Jeffrey A. Hart
Industrie Creation and the New Geography of Innovation
The Case of Flat Panel Displays

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Martin Kenney, Richard Florida (Eds.)
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[ Peter1969 ] Lawrence J. Peter, Raymond Hull
The Peter Principle
Why Things Always Go Wrong
William Morrow; New York; 1969

Lawrence J. Peter, Raymond Hull
Das Peter-Prinzip
Oder Die Hierarchie der Unfähigen
Rowohlt; Reinbek bei Hamburg; 1972


Fischer kannte dieses Buch. Nach Ende seines Arbeitsverhältnisses mit Westinghouse
zielte seine Kritik [91]ff auf die Umgangsformen in Großfirmen, im Management und in
Hierarchien. Wie zur Bestätigung steuerte RCA unfreiwillig mit ihrem » Computer Systems
Division (CSD) Debakel « aus dem Jahr 1971 (siehe dort) einen Abschnitt für die über-
arbeitete Fassung des Buches [ Peter1985: 94 ] bei; auch wenn dieser Abschnitt nur
noch stark vereinfacht die letzte Sequenz in einer Reihe von Fehleinschätzungen und
Fehlentscheidungen des RCA-Managements beschreibt (detailierter [ Hack2007: 158ff ]).
[ Peter1985 ] Lawrence J. Peter
Why Things Go Wrong or the Peter Principle Revisited
William Morrow; New York; 1985

Lawrence J. Peter
Schlimmer geht's immer
Das Peter-Prinzip im Lichte neuer Forschung
Rowohlt; Reinbek bei Hamburg; 1985
[ Petermann2007 ]    Heiko Petermann
Mininukes — Geheimpatente und Hintergründe
in der Bundesrepublik Deutschland
Eine erste Bestandsaufnahme

in:
Rainer Karlsch, Heiko Petermann
Für und Wider Hitlers Bombe
Waxmann; Münster, New York, München, Berlin; 2007
[ Pohl2013 ] Robert Otto Pohl
Biographische Notizen von Robert Wichard Pohl
Erinnerungen an die Anfänge der Festkörperphysik in Göttingen
und
Lebenslauf und politische Haltung von R. W. Pohl

GOEDOC - Dokumenten- und Publikationsserver der Georg-August-Universität Göttingen; 2013

http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl/?webdoc-3896
retrieved 04. March 2016

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[ Queisser1987 ] Hans Queisser
Kristallene Krisen
Mikroelektronik - Wege der Forschung. Kampf um Märkte
Piper Verlag; München, Zürich; 1987
[ Regis1987 ] Edward Regis
Who Got Einstein's Office?
Eccentricity and Genius at the Institute for Advanced Study
Perseus Publishing; Cambridge, Massachusetts; 1987
[ Sarnoff1957 ] N.N.
Biographical Sketch of
David Sarnoff

Issued by the Department of Information
Radio Corporation of America
30 Rockefeller Plaza, New York 20, N.Y.
January, 1957 (Book with a golden cover, 51 pages)


Das Buch war vor allem für die Öffentlichkeitsarbeit gedacht. Ein geschickter Schachzug:
Es gab den Jounalisten (auch denen des hauseigenen NBC-Kanals) einen kurzen Über-
blick über das Leben und Wirken von David Sarnoff, und sorgte so nebenbei für eine
gleichbleibende Qualität der zitierten » signifikanten Momente « seines Lebens. David
Sarnoff mußte sich nicht immer wieder erneut zu den vergangenen Ereignissen erklären.
Stattdessen hatte Sarnoff dieses Buch dabei, das er bereitwillig signierte. Das Buch war
vermutlich nicht frei erhältlich und wurde mehrmals aufgelegt: 1953 (unsicher), 1957
und 1966 – Auflagenstärke jeweils unbekannt.

» [...] This booklet is by no means the complete story; it has been prepared as a brief but
accurate chronological outline of [ David Sarnoffs ] life and industrial career. The propose
here is to provide background material, dates and biographical data for those who find
such information helpful in reporting and writing on "significant moments" [ of his life. ] [...] «

Foreword by Orrin Elmer Dunlap Jr.
[ Schadt2014 ] Martin Schadt
Milestones in Physics (6)
Liquid Crystals, LCDs and Optical Alignment of Molecules; September 2014

http://www.sps.ch/fileadmin/_migrated/content_uploads/Mitteilungen_Milestones_6.pdf
retrieved 22. March 2016

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[ Schaefer2012 ] Jürgen Schaefer
Die Kunst des Querdenkens
Wege zu neuen Ideen
DuMont Verlag; Köln; August 2012
[ Schubert2003 ] E. Fred Schubert
Light-Emitting Diodes
Cambridge University Press; Cambridge, New York; 2003
[ Seidl2002 ] Albrecht Seidl
50 Jahre III-V-Halbleiter:
Ein Blick in die Originalliteratur

Deutsche Gesellschaft für Kristallwachstum und Kristallzüchtung e.V.
Mitteilungsblatt Nr. 75; Juni 2002; pp. 19-20

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[ Shore1970 ] Bruce H. Shore
The New Electronics
McGraw-Hill; New York; 1970
[ Shurkin2008 ] Joel N. Shurkin
Broken Genius
The Rise and Fall of William Shockley, creator of the electronic age
Macmillan; London, New York, Melbourne, Hong-Kong; 2008
[ Sobel1986 ] Robert Sobel
RCA
Stein and Day; New York; 1986
[ Tannas1985 ] Lawrence E. Tannas
Flat-Panel Display Design Issues (Chapter 5) pp. 91-137
Electroluminescent Displays (Chapter 8) pp. 237-288

in:
Lawrence E. Tannas, Jr. (Ed.)
Flat-Panel Displays and CRTs
Van Nostrand Reinhold; New York; 1985
[ Thirring1946 ] Hans Thirring
Die Geschichte der Atombombe
Mit einer elementaren Einführung in die Atomphysik auf Grund
der Originalliteratur gemeinverständlich dargestellt
Neues Österreich Zeitungs- und Verlagsgesellschaft; Wien; 1946
[ VanDormael2004 ]    Armand Van Dormael
The "French" Transistor

Proceedings of the 2004 IEEE Conference on the History of Electronics
Bletchley Park, England, June 2004

http://ethw.org/w/images/e/e6/VanDormael.pdf
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[ Webel2008 ] Josef Webel
Interview von Dipl.-Ing. Josef Webel mit Prof. i.R. Dr. Ernst Lüder am 25. Juli 2008 in Stuttgart

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[ Webel2013 ] Josef Webel
Objekt IGM: Das Institut für Großflächige Mikroelektronik (IGM)

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[ Webb2005 ] Richard C. Webb
Tele-Visionaries
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[ Wild2015 ] Peter J. Wild
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[ Wildi1998 ] Tobias Wildi
Organisation und Innovation
bei BBC Brown Boveri AG 1970-1987
Lizentiatsarbeit Universität Zürich; 1998

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[ Winterberg1981 ]    Friedwardt Winterberg
The Physical Principles of Thermonuclear Explosive Devices
Fusion Energy Foundation; New York; 1981

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